Bindung vor Bildung

Susanne Rowley:

Erziehung ist Beispiel & Liebe, sonst nichts. (*Friedrich Fröbel)

Liebe Eltern, liebe Tagesmütter & -väter, liebe Wigwam-Freunde,

Sie sind auf unserer Seite gelandet. Darüber freue ich mich sehr. Gerne nehme ich mir die Zeit, Ihnen als neue Generation meine Gründungsgedanken von einst näher zu bringen.

Meine Triebfeder, Wigwam zu gründen, war und ist: Die Bindung zum Kind!

Wigwam ist einst entstanden aus der eigenen Betroffenheit heraus. Als Mutter war es mein Wunsch, in meinen Beruf wieder einzusteigen und meine Kinder hervorragend versorgt zu wissen. Was ich dabei an Negativem erleben musste, ließ mir keine Ruhe mehr. Ich wühlte zur damaligen Zeit noch analog in Zeitungen, rief bei wildfremden Betreuern an, ohne zu wissen, was mich und mein Kind dort erwartet. Ich fühlte mich allein gelassen mit all‘ den Fragen, die mich in Sachen Betreuungsqualität bewegten. Ich empfand kein gutes Bauchgefühl, war entnervt von Wartelisten und starren Öffnungszeiten von Einrichtungen, und ich konnte mir auch nicht vorstellen, mein Kind in großen Gruppen einer Kindertagesstätte untergehen zu sehen. Meine umfangreichen Recherchen ließen mich erkennen, was ich eigentlich brauchte, um Familie und Beruf entspannt zu vereinbaren: 

Ich wollte in Beziehung treten zu den Menschen, denen ich meine Kinder anvertraute. Weiterhin wurde mir viele Jahre nach Gründung von Wigwam bewusst, dass ich selbst in meiner eigenen frühen Kindheit positive außer familiäre Bindungserfahrungen machen durfte, die mir wichtige Ressourcen für mein gesamtes Erwachsenen Leben im Heute beschert haben.  

Nicht die Akteure von Vereinbarkeit waren schlecht, sondern das System, in dem sie agierten.

Nach diesen Erfahrungen stürzte ich mich 1993 in die Gründung von "Wigwam" mit dem Ziel, Kinderbetreuungsanbietende Tagesmütter und Tagesväter und Eltern wieder füreinander zu begeistern. Als Hauptübel von Un-Vereinbarkeit und mangelhafter Qualität entlarvte ich schnell eine Flut von Systemfehlern. Keine Seite, weder Eltern noch Tagesmütter sahen Anreize, sich für das Wohlergehen der jeweils anderen Seite auch nur ansatzweise zu interessieren. So analysierte ich zu allererst die Bedürfnisse beider Parteien: Was fehlt beiden Seiten, um füreinander da zu sein. Was wünschen sich Eltern für ihr Kind? Wie kann man ihnen helfen, Vertrauen zu entwickeln. Was muss geschehen, damit kontinuierliche Kinderbetreuungsqualität zum Wohle des Kindes geboten werden kann. Nach Antworten musste ich nicht lange suchen.

Die Schieflage zwischen Erwartungshaltung und Eigenverantwortung.

In meinen Beratungen stellte ich auf Elternseite eine gewisse System Ergebenheit fest. Waren sie im Privatbereich auf das Wohlergehen ihres Kindes bis ins Detail bedacht, nahmen sie Betreuungsangebote, die Kommunen Ihnen vorsetzten, als gottgegeben hin. Sie ließen ihre Kinder bei Tagesmüttern, mit deren Erziehungsvorstellungen sie nichts anfangen konnten, um im Anschluss in eine überfüllte Kita zu stolpern, die weder mit Kindeswohl noch mit ihren Arbeitszeiten vereinbare war. Mit wöchentlich wechselnden Babysittern und Kinderfrauen hielten sie sich in verbleibenden Randzeiten über Wasser. Dem innerfamiliären Stress, den das verursachte, sahen sie sich ohnmächtig gegenüber und waren sicher, das ist der „Preis“ für den Wiedereinstieg.  

Susanne Rowley:

Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen. (*Gerald Hüther).

Der Blick auf die Seite der betreuenden Kindertagepflege Zunft war verstellt.

Dass mit dieser Herangehensweise für die betreuende Tagesmutter Zunft weder Wertschätzung noch Lebensgrundlage entstehen konnte, lag auf der Hand. Ich entwickelte die Vision, dass die Kita aufgrund ihrer Schwächen grundsätzlich nie das Ei des Kolumbus sein könne; ich wusste, dass qualitativ hochwertige Kinderbetreuung nur geboten werden kann, wenn ihre Akteure zu jedem Zeitpunkt Erfüllung und Freude an ihrem Tun empfänden. Mit stetiger Überzeugungsarbeit gelang es mir, Eltern davon zu überzeugen, dass sie die Hand nicht "schlagen" durften, die ihr Kind hüten sollte. Fortan boten sie etwas, um zu erhalten, was sie sich wünschten. Während dieser Bewusstseinsänderung auf Elternseite entdeckten sie sogar, dass sie nicht nur für die betreuende Tagesmutter Zunft etwas taten, sondern sich selbst gerade ein Stück Gestaltungsfreiheit und Planungssicherheit in ihrem beruflichen Leben zurückeroberten. Die Vorteile dieser Herangehensweise zahlten sich beidseits aus. Das Vertrauen und die Motivation bei beiden Parteien wuchs unaufhörlich, und es wurde Zeit, meine Erkenntnisse zum Wohle aller in einen zunächst noch kleinen Verbund zu gießen. 

Die Wigwam-Familie, unter deren Dach sich alle vereinten, war geboren!

Ich will nicht wieder einsteigen – ich muss! 

Neue familienpolitische Herausforderungen ließen nicht lange auf sich warten. Die Gesellschaft veränderte sich. Der globalisierte Arbeitsmarkt riss Familien auseinander. Es folgten geburtenschwache Jahrgänge. Familien konnten von einem Einkommen nicht mehr leben. Vornehmlich Mütter riefen an und sagten: Ich will nicht wieder einsteigen - sie sagten: Ich muss. Schuldgefühle feierten seit dem fröhliche Urständ. Familienpolitik entdeckte Vereinbarkeit als Wirtschaftsfaktor, um dem demografischen Wandel entgegen zu wirken, Paare zum Gründen einer Familie zu motivieren, und die Wirtschaft am Brummen zu halten. Der Pisa-Schock rundete das Bild der Deutschen ab: Wir sterben schon wieder aus und verblöden dabei noch ;-). Eine Flut von Gesetzen sollte es richten.

Der Rechtsanspruch ab dem 1. Lebensjahr wurde aus dem Boden gestampft.

Auf den 1. Blick kam der wie ein familienpolitischer Durchbruch daher, mutierte jedoch schnell zur Massenbetreuung, da allein die Kommunen den schwarzen Finanzierungspeter gezogen hatten, und die eigentlichen Nutznießer von Vereinbarkeit, der Bund, die Sozialkassen sowie die Unternehmen nicht mit in die Verantwortung genommen wurden. Die Folge: Einrichtungen wurden aufgebläht, ohne den Betreuungsschlüssel mit ausreichend Fachkräften zu berücksichtigen. Weder den steigenden Kinderzahlen, noch den Bindungsbedürfnissen der nun plötzlich viel kleineren Kinder wurde Rechnung getragen. Dass dies zu einem massiven Qualitätseinbruch führen musste, war keine Überraschung. Gleichzeitig bekamen Eltern die Möglichkeit, ihren gesetzlich garantierten "Anspruch" einzuklagen. Und das taten sie dann auch. Zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, dass dieser Anspruch zu weniger Nachfrage bei Wigwam führen würde. Aber das Gegenteil war der Fall. Eltern, die auf Qualität Wert legten, erkannten, dass ein Anspruch von oben diktiert noch lange kein Garant für Qualität war. 

Pädagogen & Erzieher warfen in Scharen das Handtuch.

Der Fachkräftemangel war und ist groß, und dennoch kamen und kommen politisch Verantwortliche bis heute nicht auf die Idee, dass Anreize, den Berufsstand attraktiv zu gestalten, die Lösung sein könnte. Die Anforderungen an die Erzieher stiegen unaufhörlich, die Kinderzahl auch. Der Rechtsanspruch führte real dazu, dass das Wohlergehen der Allerkleinsten nicht mehr im Mittelpunkt stand. Jene, die in einem "Garten für Kinder" einmal berufliche Erfüllung gesucht hatten, kamen an den Rand ihrer Kräfte. Die von mir bei Wigwam-Gründung analysierte Schieflage, eine Seite zu unterdrücken, um die andere Seite zufrieden zu stellen, nahm erneut ungeheuerliche Ausmaße an. Top Pädagogen warfen das Handtuch. Und wann immer diese ambitionierten Fachkräfte traf, fing ich sie in unserem Wigwam auf, um ihnen eine neue Perspektive im Berufstand der Kindertagespflege zu geben. Denn hier dürfen sie wieder ausleben, wofür sie einst in ihrer Ausbildung angetreten waren.  

Noch mehr Überzeugungsarbeit und Stärkung des elterlichen Bauchgefühls.

Seit Frau von der Leyen im Jahr 2004 den Bildungshype von Geburt an als "Allheilmittel" für Vereinbarkeit angestoßen hat, vertrauten Eltern vermehrt der Institution, obwohl der sichtbare Qualitätsverlust sie eines Besseren hätte belehren müssen. In meinen Beratungen stellte ich fest, noch immer wünschen sich Eltern im Herzen ihren "Garten für Kinder" zurück, aber die Angst, ihr Kind könnte vom Bildungs- und Förderungszug abgehängt werden, ließ sie die schlechten Bedingungen in der klassischen Institution bedingungslos hinnehmen. Und doch gelingt es mir täglich, Eltern darin zu bestärken, ihrer ureigenen Intuition wieder Vertrauen zu schenken und neue Wege unter unserem Wigwam-Dach zu gehen. Bei unseren Tagesmüttern und Tagesvätern finden Eltern das, was sie sich im Herzen wünschen - eine erweiterte Familie mit pädagogischem Hintergrund. 

Wir bringen Bildung spielend ans Kind, weil Bindung unser eigentlicher Motor ist.

Alle Anstrengung hat sich gelohnt. Unsere Wigwam-Eltern sind glücklich, denn sie haben in unseren Tagesmüttern und Tagesvätern echte Partner an ihrer Seite. Unsere Erzieher und Pädagogen sind glücklich im Berufsstand Kindertagespflege, denn sie erfüllen ihre Aufgaben am Kind wieder so, wie sie sich das einst beim Berufseinstieg erträumt hatten. Schuldgefühle haben im Wigwam selten eine Überlebenschance, weil viel Schöneres an ihre Stelle tritt. Täglich erleben unsere Eltern, dass sie ihr Kind nicht "abgeben", sondern den kindlichen Horizont erweitern, weil es in liebevoller Atmosphäre erleben darf, dass es neben der Institution und dem Mikrokosmos zu Hause noch andere Lebensweisen zu entdecken gibt. Alle Wigwam-Eltern verstehen mit der Zeit, dass das Loslassen eines Kindes beim Abnabeln im Kreissaal zwar schon begonnen hat, aber das muss nicht zwingend bedeuten, dass sie schlechte Betreuung als Preis für ihre berufliche Erfüllung hinnehmen müssen. Vielmehr erstreckt sich die Verantwortung von berufstätigen Eltern darauf, einerseits ihrem Kind vorzuleben, dass man sich nicht verbiegen sollte, um glücklich zu sein, andererseits obliegt es der alleinigen Verantwortung von Eltern, nur solche Betreuungsformen zuzulassen, die Kindeswohl wirklich in den Mittelpunkt stellen. Fühlen sich Eltern in der Wahl ihrer Betreuung wohl, ist der Rahmen für ein Kleinkind gesetzt, in dem es sich entspannen darf. Wenn diese Komponenten zusammenkommen, gibt es weit und breit keinen Grund für ein schlechtes Gewissen.

Jede neue Erzieherin, die sich uns in der Kindertagespflege anschließt, entdeckt, 

was wir gemeinsam auf die Beine stellen können, wenn Eltern und Tagespflegepersonen sich nicht auseinanderdividieren lassen. Es gleicht einer kleinen Entdeckungsreise beider Seiten, in der Topf zielsicher seinen Deckel findet. Unsere Eltern fühlen sich nicht mehr alleine gelassen und belohnen jeden Tag mit großer Neugierde und maximaler Wertschätzung, was mutige PädagogInnen, die die klassische Institution zum Wohl der Kinder verlassen haben, hier auf die Beine stellten. 

Ganz nebenbei füllt sich Wigwam seit Jahrzehnten mit geballter Erfahrung, die wir bündeln und bewahren, und die mit Geld nicht aufzuwiegen ist.

Susanne Rowley:

Die digitale Welt lädt zum Klicken ein. Wir sind so frei und sprechen mit Ihnen ganz persönlich.

Klasse statt Masse in der Kindertagespflege.

Weder Eltern noch PädagogInnen klicken sich hier durch ein anonymes Onlineportal. Für diese "altmodische Haltung" nehme ich in Kauf, dass Wigwam nie ein flächendeckendes Franchise-Modell werden konnte, obwohl ich nur zu gerne ganz Deutschland mit 1000en kleinen Wigwams überzogen hätte. Meine Entscheidung für Klasse statt Masse in der modernen Kindertagespflege habe ich nie bereut. Die Rundumbegleitung von Eltern und Tagesmüttern und -vätern kostet unglaublich viel Kraft; doch vom ersten Tag an bis heute ist Wigwam für mich eine Herzensangelegenheit geblieben. Ich glaubte immer daran, dass eine gut gemeinte Sache gelingen muss, weil die Menschen, die davon profitieren, das einfach spüren. 

Frühe Bindung 

geboten in einem liebevollen familiären Umfeld, ist der Baustein für ein gesundes Leben. Wer Bindung und Urvertrauen nicht erfahren durfte, spürt diesen Verlust ein Leben lang. 

Im Wigwam stehen wir dafür, dieses Risiko zu keinem Zeitpunkt einzugehen.  

Machen Sie mit! 

Herzliche Grüße sendet allen Leserinnen und Lesern

Susanne Rowley mit Töchtern Marsha Maria & Laura-Amelie.

WIGWAM 1994
Gründerin Susanne Elizabeth Rowley
Kapitän-Lorenz-Ufer 20
55583 Bad Kreuznach

Phone: 06708 . 660636
E-Mail: info_at_wigwam.de

Anerkannte Bildungseinrichtung

Mo. – Do.: Während Terminen auf Rückrufbasis.

Die. – Do.: Offene Elternsprechstunde + Terminierte Online Meetings.
Mo.: Kindertagespflege Sprechstunde für PädagogInnen/NeuanwärterInnen + Hausbesuche.
Fr.: Wigwam Intern. Keine Sprechstunde.

Vertragspartner Wigwam 1994

BioNTech SE Mainz
Universitätsmedizin Mainz
SWR Mainz und ARD Online

Eltern und werdende Eltern, die zu uns gehören möchten.