Bindung vor Bildung
Erziehung ist Beispiel & Liebe. Sonst nichts.
Friedrich Fröbel
Liebe Wigwam-Freunde,
Als Gründerin freue ich mich, dass Sie meine Zeilen lesen.
Ich bin Vereinbarkeitsspezialistin, Unternehmensbegleiterin, Autorin, Mutter, Freundin und Betroffene von frühkindlicher Entwicklungstraumata. Ich beschäftige mich seit mehr als 3 Jahrzehnten mit den Ursachen von "Unvereinbarkeit" von Familie & Beruf; entwickle nachhaltige Lösungen für Fachkräfte & Eltern, damit sie wieder zu Partnern zum Wohle unserer Allerkleinsten werden.
Unsere Bildungseinrichtung befindet sich im 33. Jahr seit Gründung. Gerne nehme ich neue Generationen von Eltern und motivierten PädagogInnen an die Hand, zeige ihnen Wege auf, wie sie Trampelpfade starrer Familienpolitik verlassen können, um neue Wege zu gehen. Es erwartet Sie hier keine kurze Abhandlung. Das lässt sich nicht vermeiden, wenn man 3 Jahrzehnte am Puls dieses elementaren Themas lebt und schafft.
Es gibt keinen 2. Bindungsweg.
Es gibt keinen 2. Bindungsweg.
Diese elementare Erkenntnis war und ist meine Triebfeder Wigwam zu gründen. Es ist kein Problem für uns zu jedem Zeitpunkt einen 2. Bildungsweg einzuschlagen. Diese Chance gibt es in Sachen frühem Bindungserleben nicht. Bindung in einem kontinuierlich liebevollen Umfeld, ist der Baustein für ein psychisch und physisch gesundes Erwachsenen Leben. Wer Bindung und Urvertrauen nie erfahren durfte, spürt diesen Verlust ein Leben lang. Im Wigwam stehen wir dafür, dieses Risiko zu keinem Zeitpunkt einzugehen.
Die Gründungsgeschichte Wigwams war ein Prozess. Als Mutter war es mein Wunsch, in meinen Beruf wieder einzusteigen und meine Kinder hervorragend versorgt zu wissen. Was ich dabei erleben musste, sprengte meine bis dahin unbedarfte Vorstellungskraft und ließ mich unsanft auf dem Boden der Betreuungstatsachen landen. Ich stieß auf bürokratischen Irrsinn, endlose Wartelisten, sah mich konfrontiert mit Massenbetreuung, teilnahmslosen oder überforderten Betreuerinnen, war schweißgebadet ob des Geräuschpegels in Institutionen, der den Dezibel-Zahlen eines Presslufthammers glich. Ich fragte mich, wie ein kleines Kind, das Geborgenheit und Nestwärme braucht, das überstehen sollte, wenn schon ich als Erwachsene nach nur 1 Stunde das Setting nicht mehr ertrug.
Meine Gedanken wanderten in meine frühe Kindheit,
die ohne elterliche Fürsorge begann. Ich dachte an den wichtigsten Menschen in meinem Leben, dem ich all‘ meine Stärken und Ressourcen im Heute zu verdanken habe. Meine Bezugsperson war meine gehbehinderte Großtante, die sich meiner mit bedingungsloser Liebe annahm, die am offenen Kamin stundenlang Schuhe Binden mit mir übte. Bis heute fühle ich, welchen Schatz sie mir für mein weiteres Leben mit auf den Weg gab:
Sie schenkte mir Liebe & ihre uneingeschränkte Zeit.
Von der Wiege bis zur Bahre outgesourct.
Ich begann zu recherchieren.
Bei meinen Recherchen wurde mir bewusst, dass unsere moderne globalisierte Gesellschaft dazu übergegangen war, Menschen von der Wiege bis zur Bahre, also jene, die zum Bruttosozialprodukt (noch) nicht oder nicht (mehr) beitragen, in Institutionen outzusourcen.
Diese Entwicklung widersprach dem immer lauter wahrnehmbaren gesellschaftlichen Bedürfnis nach Generationsübergreifender Gemeinschaft. Menschen vereinsamen, psychische Nöte nehmen zu. Junge Paare, die ein Kind erwarteten, saßen und sitzen auf Regalmetern an Beratungsliteratur, die ihre ureigene Intuition überlagert. Nach ihrer eigenen Kindheit befragt, fehlten zuweilen natürliche Vorbilder und Rollen, die in Zeiten der Großfamilie noch halfen, die eigene Orientierung im Leben auszuloten.
Ich wandte mich pädagogischen Fachkräften zu.
Es gibt sie, die Motivierten, die Fachkundigen, die nicht nur einen Beruf ausüben möchten, sondern Kleinkindern etwas mit auf ihren Lebensweg geben möchten. Über die Jahre hinweg verkümmert diese Freude im starren familienpolitischen System. Selten traf ich auf mental ausgeglichene, zufriedene Fachkräfte. Nach eigener Aussage schleppten sie sich heute mehr als früher, morgens in die Kita; immer einen Schritt vom Burnout entfernt. Zerrissen zwischen dem Wunsch ihr Bestes für Kinder zu geben, und der stetig steigenden eigenen Erschöpfung.
Es reifte in mir die Erkenntnis, dass die Institutionalisierung der frühen Kindheit aufgrund ihrer Schwächen im Bindungsbereich nicht das Ei des Kolumbus sein könne. Seither beobachte ich seit mehr als 3 Jahrzehnten mit jedem neuen Gesetz den hilflosen Versuch der Kompensation vorhergehender Gesetze. Was ungefähr dem Versuch gleichkommt, das falsche Medikament in noch höherer Dosierung wieder und wieder zu verabreichen.
Wer bestellt, bezahlt auch? Weit gefehlt.
Als Kern Übel des familienpolitischen Desasters
entlarvte ich früh eine systemische Gemengelage, zwischen Bund – Ländern und klammen Kommunen, die damals wie heute dafür verantwortlich zeichnet, dass familienpolitisches Bemühen weder in der freien Wirtschaft, bei Eltern, noch bei Fachkräften und daraus resultierend nicht beim Kind ankommen kann. Jedes Gesetz, das der Bund an den Start bringt, ist bis zu seiner Umsetzung an der kommunalen Basis bis zur Unkenntlichkeit pervertiert. Es fehlt das Geld, um alle Protagonisten von gelingender Vereinbarkeit zum Wohle des Kindes zusammenzuführen. Es geht am Ende des Tages nur noch darum, wie eine Kommune den finanziellen Kollaps gerade noch so abwenden kann; dazu ist kommunal Verantwortlichen beinahe jedes Mittel recht.
Wer bestellt bezahlt auch?
Weit gefehlt. Der Bund erlässt Gesetze, kreiert dafür kunstvolle Worthülsen, wie "Kita-Qualitätsgesetz", die darüber hinwegtäuschen sollen, dass nicht drin ist, was draufsteht. Das ist umso tragischer, weil ausreichend Finanzmittel vorhanden wären, sofern die Nutznießer von Vereinbarkeit mit im Finanzierungsboot säßen. Die Haupt-Profiteure vom beruflichen Wiedereinstieg der Eltern sind der Bund mittels Steuereinnahmen, die Sozialkassen, sowie die Unternehmen, die Fachkräfte gewinnen. Den schwarzen Finanzierungspeter haben jedoch allein die Kommunen gezogen, denen die Schaffung und langfristige Unterhaltung der Betreuungsplätze obliegt.
Bereits im Jahr 2014 wurden von einschlägigen Experten Vorschläge unterbreitet, einen "Fond" aufzulegen, der die solidarische Finanzierung sicherstellen könnte. Die Idee verpuffte im Nirwana. Prof. Dr. Stefan Sell "Die Finanzierung der Kindertagesbetreuung vom Kopf auf die Füße stellen".
Das System kapituliert vor sich selbst!
Ernte einbringen, ohne das Feld zu bestellen?
Jeder Landwirt würde erklären, dass die Aussaat vor der Ernte kommen muss; andersherum wird mit Ernteausfall zu rechnen sein. Die Idee des Bundes, durch Anordnen eines Anspruchs von oben, würde die Umsetzung unten an der Basis schon irgendwie passieren, ist nicht neu, hat aber noch nie funktioniert.
Der Rechtsanspruch ab 2013. Ein Rohrkrepierer mit Ansage.
Neue familienpolitische Herausforderungen lassen nie lange auf sich warten. Der globalisierte Arbeitsmarkt riss Kern-Familien auseinander. Junge Familien können von einem Einkommen lange schon nicht mehr leben. Geburtenschwache Jahrgänge gesellen sich aus gleichem Grund hinzu. Wiederkehrende Pisa-Schocks runden das Bild der Deutschen ab. Wir sterben schon wieder aus und verblöden dabei auch noch ;-). Eine Flut von Gesetzen sollte es wiederkehrend richten.
Der Rechtsanspruch ab dem 1. vollendeten Lebensjahr eines Kindes wurde aus dem Boden gestampft. Auf den 1. Blick kam der wie ein familienpolitischer Durchbruch daher, mutierte jedoch schnell zum Rohrkrepierer, da politisch Verantwortliche dazu neigen, die Rechnung, ohne die Fachkraft aufzumachen. Die Sache endete vorhersehbar in einer Klageoption, an deren Ende sich die Rechtsanwälte eine goldene Nase verdienen, unsere Verwaltungsgerichte über Gebühr beschäftigt sind, um sodann als Eltern keinen oder einen ungeliebten Betreuungsplatz zugewiesen zu bekommen.
Es kam, was kommen musste.
KiTa-Einrichtungen werden aufgebläht, schlechte Betreuungsschlüssel schön gerechnet. Weder den steigenden Kinderzahlen noch den Bindungsbedürfnissen der plötzlich viel jüngeren Kinder wurde Rechnung getragen. Dass solchem Vorgehen nicht nur die Betreuungsqualität, sondern auch die Fachkraft wegen Überforderung zum Opfer fallen muss, hatten familienpolitisch Verantwortliche entweder nicht auf dem Legislaturperioden-Schirm, oder es wurde frei nach dem Motto: "Shit happens" immer schon eingepreist.
Die Folgen dieser Herangehensweise beklagen Eltern jeden Tag.
Obwohl es heutzutage auch dem letzten politisch Verantwortlichen klar sein müsste, dass ohne betreuende Fachkräfte per se kein Staat zu machen ist, werden die Fehler unaufhörlich wiederholt. Die Anforderungen an die ErzieherInnen steigen weiter, die Rahmenbedingungen werden schlechter, die Qualität der frühkindlichen Kinderbetreuung sinkt ins Bodenlose.
Die Zeichen von familienpolitischer Kapitulation mehren sich und gipfeln aktuell in der Öffnung für Quereinsteiger und sonstigen Helferlein. Ein kunstvoller Begriff für das Kompensieren von massiver Fachkraftflucht ist schon gefunden: „Multiprofessionelle Teams". Was übersetzt nichts anderes bedeutet, als dass nun "Jeder/-man(n) - frau" ran ans Kleinkind darf. Damit einher geht ein verheerendes Signal an die verbliebenen qualifizierten Fachkräfte. Sie werden sich alsbald fragen, wozu sie 5 Jahre und mehr die Schulbank drückten, wenn jetzt der Crash-Kurs reicht. Die Quereinsteigenden werden ihrerseits bald nach "gleichem Lohn für gleiche Arbeit" rufen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, wenn der Dammbruch erst einmal eingeleitet ist, gibt es kein Halten mehr. Mit 10 bis 20 % Quereinsteigenden beginnt es, und wo wird es enden? Die ersten Kita-Einrichtungen schränken Öffnungszeiten ein; schließen stellenweise ganz.
Experten mahnen:
Wenn die Baby-Boomer-Generation der PädagogInnen in Rente geht, müsse man den Familien und Unternehmern ehrlich sagen, dass es eine per Gesetz beanspruchbare Betreuungsplatzversorgung, so nicht mehr geben kann.
Das System kapituliert vor sich selbst!
Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen, inspirieren, über sich hinauszuwachsen
Gerald Hüther
Kindertagespflege - die verkannte Zunft
Ich entwickelte früh die Vision, den einzig verbliebenen familiär orientierten Berufsstand "Kindertagespflege" ins Rampenlicht der Betreuungslandschaft zu rücken. Ein vollkommen unterschätzter Berufsstand mit unfassbar großem Potenzial, ganz auf Höhe der Zeit. Leider wird dieser von Amtswegen bewusst vernachlässigt, instrumentalisiert, und fristet ein nicht zu rechtfertigendes Lückenbüßerdasein.
Die qualifizierte Kindertagespflege hält alles bereit, was es zu einer gelingenden Vereinbarkeit braucht. Er bietet pädagogischen Fachkräften Raum, ihre konzeptionellen Bildungskonzepte zu gestalten und bindungsorientiert auszuleben. Er bietet jungen Elternpaaren Anschluss und Heimat, Gemeinschaft und Freundschaft und verlässliche Begleitung in allen frühkindlichen Erziehungsfragen. Dabei kann er ein gesundes Verhältnis von Nähe und Distanz wahren, die dazu führt, das individuelle Elternwerte unangetastet bleiben, und ein kleines Kind dennoch in alltägliche Abläufe seiner begleitenden Tagesfamilie integriert wird. Er bietet unseren Allerkleinsten eine geschwisterähnliche Gemeinschaft, die persönliche Wärme und Geborgenheit nie vermissen lässt. Er bietet allen an Vereinbarkeit Beteiligten Halt, Kontinuität und Sicherheit durch ein Eingebundensein in erweiterte Familienzusammenhänge.
Eine moderne Großfamilie. Was brauchen wir mehr?
Die Gleichstellung beider Betreuungsformen KiTa und Kindertagespflege ist zwar gesetzlich verankert, jedoch wird in öffentlicher Wahrnehmung und Berichterstattung und mittels teils kurioser, rechtswidriger Satzungen, finanzieller Fehlanreize von Amtswegen gezielt dafür gesorgt, dass die Lenkungswirkung Richtung KiTa nie verfehlt wird. So stellen unterfinanzierte Kommunen zuweilen mit niederen Zuschüssen bei zeitgleich überhöhten Elternbeiträgen sicher, dass sie auf diesen Berufsstand nur so lange zurückgreifen müssen, wie er als Lückenbüßer „einsetzbar“ bleibt.
Der Flurschaden, der auch diesem Berufsstand unablässig zugefügt wird, heißt Fluktuation. Tagesmütter und -väter der Jugendhilfeträger wissen selten, ob, wann ein Tageskind kommt, geschweige denn, wann es geht. Folglich können sie keine Belegung ihres Betreuungsangebotes sicherstellen und finden sich oft in einem unerträglichen Betreuungstaubenschlag wieder. Eine unsichere Lebensgrundlage und Frust sorgen dafür, dass sie aufgeben. Um den "Lückenbüßer-Stand" aufrecht zu erhalten, schulen Kommunen jährlich neue Tagesmütter- und väter, die schon bald das gleiche Schicksal ereilt.
Diesen Irrsinn von schulen und ausbluten lassen, finanzieren wir alle mit unseren Steuergeldern.
Wenn der Seemann nicht weiß, welches Ufer er ansteuern muss, dann ist kein Wind der richtige.
Lucius Annaeus Seneca
Bürokratie statt Kindeswohl
Seit Frau von der Leyen als Familienministerin im Jahr 2004 den gesetzlichen Bildungshype ab Geburt eines Kindes ausgerufen hat, spielen Bindung und Geborgenheit keine Rolle mehr.
Zeitgleich werden Fachkräfte mit Vorschriften zur angeblichen Sicherung des Kindeswohls „auf dem Papier“ nahezu erschlagen. Welche absurden Formen dies zwischenzeitlich angenommen hat, zeigen zahllose Beispiele von Vorschriften über mm Größen von Trittflächen bei Treppen, Verbote einen Garten zu betreten, wenn der Rhododendron blüht. Es wird mit Entzug einer Pflegeerlaubnis in Kindertagespflege gewunken, wenn das Nachbarkind als Nr. 6 von erlaubten 5 nachweislich durchs Zimmer gelaufen ist. Im Vergleich dazu haben Jugendhilfeträger zuweilen kein Problem damit, Eltern mit monetären Anreizen auf einer Kita-Warteliste zu halten, obwohl ein Einjähriges gerade in Kindertagespflege eingewöhnt wurde. Nichts kann deutlicher machen, dass Geld der einzige Motor ist. Kein teurer Kita-Platz soll jemals leerlaufen, auch wenn das bedeutet, dass ein Kleinkind von heute auf Morgen schlagartig seine Bezugsperson und Tagesgeschwisterchen verliert, wenn der Kita-Platz überraschend doch geboten werden kann. Lehnen Eltern einen solchen Umbruch ab, wird ihnen mit dem Erlöschen des Rechtsanspruchs gedroht.
Dass die ein oder andere Tagesmutter /-vater zwischenzeitlich dazu tendiert, sich der "Kita" in Form einer "Großtagespflege" und dem Anmieten von Räumen anzunähern, um endlich Wertschätzung zu erfahren, zeigt, dass der Glaube an die Institution als Allheilmittel in Deutschen Köpfen fest verwurzelt ist. Das liegt auch daran, dass der Wohlstand tatsächlich der Bildung zu verdanken hat.
Dabei vergessen wir, dass Resilienz und Widerstandskraft im Erwachsenen Leben einer gesunden frühkindlichen Bindung zu verdanken ist, für die es auf der Couch des Therapeuten keine Chance auf Wiederherstellung gibt. Was uns auf der Couch erwartet, ist nur das Erlernen des bestmöglichen Umgangs mit Nähe, die wir nie erfahren haben.
Wartelisten - das "eingepreiste" Übel
Wie entstehen Wartelisten?
Beinahe alle Arbeitgeber und Eltern gehen davon aus, dass die Anzahl von Betreuungsplätzen schlicht nicht reicht. Weit gefehlt. Die Ursachen liegen in der Unfähigkeit eine straffe Planungsarbeit zielführend vorzunehmen, und der Unwille, die Ressourcen in allen qualifizierten Betreuungsformen zu bündeln; man hält sie gezielt in Konkurrenz zueinander.
Fehlkoordination wohin man schaut.
Eltern irren orientierungslos durch die Betreuungslandschaft, melden ihr Kind in 10 Einrichtungen und bei 5 Tagespflegepersonen gleichzeitig an. Mal sind sie zu früh. Mal zu spät. Am Ende des langen Wartens ist die Leidensfähigkeit von Eltern so weit gediehen, dass jeder Betreuungsplatz dankbar angenommen wird, und sei er noch so unterirdisch. Passt der Betreuungsplatz dann nicht zum beruflichen Bedarf, halten sich Eltern mit wechselnden Randzeiten-Babysittern über Wasser.
Eltern begraben Ihre Ansprüche schon in der Schwangerschaft und sind sich sicher:
Das ist der Preis für meinen Wiedereinstieg.
Die Zeit wird kommen, da Nachkommen sich wundern, dass wir so offenbare Dinge nicht wussten.
Lucius Annaeus Seneca
Befragt man Eltern nach ihren Wünschen,
wird es oft ganz still.
Sie rechnen nicht damit gefragt zu werden, denn heutzutage müsse man schon froh sein, überhaupt einen Betreuungsplatz zu bekommen. Ermuntert man sie zu erzählen, wünschen sie sich, dass es ihrem Kind gut geht. Nicht immer können sie genau verorten, was es denn bräuchte, damit es ihrem Kind gut gehen kann. Es soll eine enge, nicht wechselnde liebevolle geduldige Bezugsperson sein, eine frühkindliche Betreuungskonzeption gelebt werden in kleinen beschaulichen Zusammenhängen. Es soll andere Kinder geben, mit denen es spielen und Spaß haben kann. Dabei sollen Natur und frische Luft eine große Rolle spielen. Für sich selbst wünschen sie sich eine kompetente und warmherzige Bezugsperson, der sie uneingeschränkt vertrauen können, die sie begleitet, unterstützt, und der sie alle aufkommenden Sorgen und Ängste unbeschwert vortragen können.
Alle Eltern wünschen sich „Das Dorf“ zurück, in dem sie Kompetenz, Zugehörigkeit und ein Ankommen in Gemeinschaft für sich und ihr Kind spüren können.
Elternpartnerschaft braucht Augenhöhe
Täglich gelingt es uns, Eltern darin zu bestärken, ihrer ureigenen Intuition wieder Vertrauen zu schenken und andere Wege mit uns zu beschreiten.
In fortlaufenden Gesprächen verstehen Eltern, dass die Kindertagespflege-Hand keine fremde ist, sondern eine vertraute, die sie weit vor Wiedereinstieg schon mögen und wertschätzen dürfen. Fortan beginnen sie in Wigwam-Obhut Partizipation selbst zu initiieren. Während dieser sanften Bewusstseinsänderung entdecken sie, dass nichts mit ihnen und ihrem Kind einfach so geschieht, sondern, dass sie an Antworten auf alle "was ist wenn - Fragen" selbst beteiligt sind. Sie erobern sich Kontinuität und Planungssicherheit in ihrem (beruflichen) Leben zurück. Sie vertrauen unseren Elternpartnerschaften, die allesamt funktionieren, weil beide Parteien eine Mitverantwortung am Wohlergehen und Erhalt der jeweils anderen Seite tragen.
Bei unseren engagierten Wigwam-PädagogInnen finden Eltern das, was sie eigentlich suchten.
Eine erweiterte Familie mit pädagogischem Hintergrund
Zeitgleich schaffen junge Eltern es zunehmend, sich von ihrem "schlechten Gewissen", den eigenen beruflichen Bedürfnissen nachgehen zu wollen, zu verabschieden und den Fokus auf den Gewinn für sich und ihr Kind zu lenken. Sie wissen, dass das Loslassen des Kindes haptisch mit dem Abnabeln zwar schon begonnen hat, aber das muss nicht bedeuten, dass sie infolge ihr Kind "abgeben". Vielmehr geht es für junge Eltern darum, etwas "zuzulassen". Zuzulassen, dass ihr Kind in seiner Tagesfamilie ein eigenes Verhältnis zu seiner Tagesmutter /-vater und den kleinen Tagegeschwisterchen entwickeln darf.
Die elterliche Verantwortung liegt auf anderer Ebene. Eltern sind Vorbild für ihr Kind, wenn sie erfüllt ihrem Beruf nachgehen. Sie leben ihrem Kind vor, dass man sich nicht verbiegen muss, um glücklich zu sein. Andererseits besteht die Verantwortung von Eltern sehr wohl darin, einen guten Betreuungsplatz sicher identifiziert zu haben. Ist das nicht der Fall, empfängt ein Kind widersprüchliche Signale, die es nicht einordnen kann.
Beachten sollten Eltern in allen Fällen: Ein Kleinkind kann keine Verantwortung für das gute Gewissen von Eltern übernehmen. Es weiß schlicht nicht, was ein "schlechtes Gewissen" ist. Es spürt nur ungute Schwingungen und spiegelt den elterlichen Schmerz. Fühlen sich Eltern hingegen mit der Wahl ihres Betreuungsplatzes sprichwörtlich pudelwohl, spürt ein Kind, dass die wichtigsten Menschen in seinem Leben den Rahmen verantwortlich gesetzt haben, indem es sich entspannen, spielen und seine eigene kleine Welt erobern darf.
Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.
Afrikanisches Sprichwort
Wigwam bringt Bildung spielend ans Kind
weil Bindung und Wertschätzung unser Maßstab sind.
Alle Anstrengung hat sich gelohnt. Unsere Wigwam-Eltern sind glücklich, denn sie haben in unseren Wigwam-Tagesmüttern und Tagesvätern liebevolle Partner an ihrer Seite. Unsere Wigwam-Pädagogen-Familien sind glücklich, denn sie erfüllen ihre Aufgaben am Kind wieder so, wie sie sich das einst zu Ausbildungszeiten erträumten. Schuldgefühle haben im Wigwam keine Überlebenschance, weil viel Schöneres an die Stelle tritt. Täglich erleben unsere Wigwam-Eltern, dass die liebevolle familiäre Atmosphäre in unserer Kindertagespflege ihrem Kind Bindung und Urvertrauen ins Leben schenkt, auf die Bildung infolge erst aufsatteln kann.
Sie spüren, dass es immer schon "eines Dorfes" bedurfte, um ein Kind ins Leben zu begleiten.
Wo Masse Raum greift, wird Klasse irgendwann weichen.
Noch ein Wort..
Eltern, Unternehmen und pädagogische Fachkräfte, die sich uns anschließen, entdecken mit Freude, dass sie wertvoller Teil einer zutiefst menschlichen Idee von "Geben und Nehmen" sind, die es seit Gründung wert ist, gelebt und weitergetragen zu werden.
Weder Eltern noch PädagogInnen klicken sich im Wigwam durch ein anonymes Onlineportal. Für diese "altmodisch" anmutende Haltung nehmen wir bewusst in Kauf, dass Wigwam kein flächendeckendes Franchise-Modell werden konnte, obwohl die überbordende Zustimmung und Nachfrage und damit die Versuchung zu expandieren groß war. Wir sind der Versuchung nicht erlegen, denn wir wissen:
Wo Masse Raum greift, wird Klasse weichen.
Ganz nebenbei füllt sich Wigwam seit Jahrzehnten mit Solidarität und geballter Erfahrung, die wir bündeln und bewahren, weil sie mit Geld nicht aufzuwiegen ist. Aufbau, Erhalt und unablässige Pflege des Netzwerkes kosten Mühe und Kraft. Doch vom ersten Tag an bis heute bin ich als Gründerin davon überzeugt, dass eine gute Sache gelingt, wenn Menschen gerne mitmachen.
Für uns sind Kindeswohl, Fachkrafterhalt und Wiedereinstieg von Eltern keine separiert zu betrachtenden Themenfelder. Vereinbarkeit von Familie & Beruf ist Ergebnis unserer gelebten Haltung.
Gutes Leben braucht nicht das "große Orchester". Manchmal genügt ein Herzschlag.
Herzliche Grüße sendet
Susanne Elisabeth Rowley mit Töchtern Marsha Maria & Laura-Amelie.