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Montag, 5. Mai 2014

Autor: Susanne Rowley

Wenn Wirtschaft die Familie rettet..

..rettet Familie die Wirtschaft. 


www.youtube.com/watch

Wenn Wirtschaft die Familie rettet, rettet Familie die Wirtschaft

Liebe Wigwam-Freunde,

Das sind solche Gedanken,

die Frau auf Reisen so haben kann. Aber auch ganz viel Unverständnis mischt sich in das ein oder andere Erlebnis, was Frau auf Reisen mitnehmen muss. Man könnte glauben, dass der ein oder andere Unternehmer den Gong des demografischen Wandels noch nicht gehört hat, oder aber glaubt, Familienpolitik werde richten. Falsch!

Denn das Wettrennen um die guten Fachkräfte,

sowohl weiblicher, als auch männlicher Natur hat längst begonnen, und wer glaubt, sich vorne anstellen zu können, ohne sich einzubringen, der wird am Ende mit leeren Händen dastehen. Manche glauben, sie müssten sich nicht bemühen, Frauen aus Führungspositionen, die nach der Elternzeit wieder in den Beruf zurückkehren möchten, für sich zu gewinnen. Es wird lapidar dann darauf hingewiesen:

Teilzeit? ist nicht zu machen. Kinder? Wie wollen sie das denn geregelt kriegen. Ebenso viele Steine liegen immer noch den hochqualifizierten Frauen im Weg, die den Wiedereinstieg in den Beruf nach einer längeren Familien-Pause anstreben.

Unfassbar eigentlich,

denn für alle großen und mittelständischen Firmen wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels die Mitarbeiterbindung und die Rekrutierung von Fachkräften immer entscheidender werden. Das Ziel guter Personalpolitik muss daher sein, die Mitarbeit im Unternehmen für junge Familien attraktiv zu gestalten. Fragt man Mütter und Väter in Deutschland, sehen 85 Prozent die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wirksamste Gegenmaßnahme.

Unsere Gesellschaft altert,

Versäumnisse der Vergangenheit holen uns ein. Zunehmend alte Menschen, zu wenig Kinder und dazwischen eine Generation von Frauen und Männern, die gefordert ist, Familie zu gründen und zeitgleich berufliche Höchstleistungen zu vollbringen. Um diese prekäre gesellschaftliche Situation zu bewältigen, müssen unsere Unternehmen ein innerbetriebliches familienfreundliches Klima schaffen. Es genügt längst nicht mehr, diese Aufgaben alleine der Familienpolitik zu überlassen. Deshalb ist es nicht übertrieben zu sagen, dass die Zukunft der Gesellschaft wesentlich davon abhängt, wie schnell es uns gelingt, unsere Wirtschaft mit ins Boot zu holen!

Lässt sie das nicht umfassend zu,

wird sie mit langfristigen, massiven Folgen zu kämpfen haben - schade um die, deren Ohren aktuell noch verschlossen sind. Ein sehr stark mitentscheidender Faktor wird der Blick auf die Geschlechterverteilung sein. Insgesamt besehen könnte man meinen, ist die Verteilung recht ausgewogen - aber nur auf den ersten Bick; mit steigender Verantwortung jedoch geht der Anteil von Frauen noch immer deutlich zurück und ist in der obersten Führungsschiene am dünnsten gesät. Hinzu kommt: nur ca. 30 Prozent der Frauen in Führungspositionen haben Kinder! Daraus ziehen viele Personaler leider nicht die richtigen Schlüsse, wenn sie annehmen, diese Frauen wollten ohnehin keine Kinder - vielmehr lässt sich aus meiner Scht daraus ableiten, dass immer noch zu viele Frauen nach der Geburt der Kinder sich für längere Zeit aus dem Erwerbsleben zurückziehen. Hohe Qualifikation und Talente, und damit die vorangegangene Investition in deren Bildung gehen verloren. Eine an Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit orientierte Personalpolitik, sowie moderne betriebliche Konzepte, die unbedingt einhergehen müssen mit intensiver Beratung von Mitarbeiterfamilien, zahlen sich aus.

Beratung auch im Hinblick auf alte Rollenbilder,

die Frauen heute noch daran hindern, ihre Lebenskonzepte umzusetzen. Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten sich heutzutage nicht mehr entscheiden müssen zwischen Beruf und Familie, sondern beides "guten Gewissens" vereinbaren können.

Der Umbau hin zu einer Gesellschaft,

in der moderne Berufsbilder ebenso modernen Kinderbetreuungslösungen gegenüberstehen, erfordert ein sofortiges Handeln aller Beteiligten. Starre Strukturen von Kinderbetreuungseinrichtungen sind nicht mehr die Antwort auf flexible Anforderungen. Und einen qualitativ schlechten Ausbau von Betreuungsplätzen, die den Bindungsbedürfnissen von kleinen Kindern nicht gerecht werden, sollten Eltern nicht hinnehmen - und gerade diesen sehe ich leider nach wie vor Tag für Tag. Denn, ist man mit berufstätigen Eltern persönlich im Gespräch, wird klar, sie möchten Vereinbarung von Familie + Beruf nicht nur auf Firmenfahnen wehen sehen, sondern reale Entlastung und Fürsorge für ihre Kinder erfahren.

Top Unternehmen,

die weit vorausdenken, haben längst erkannt, die Steigerung des Frauenanteils allgemein und in Fach- und Führungspositionen ist nicht nur ein strategisches Ziel, sondern die langfristige Zukunft könnte davon abhängen. Und noch etwas anderes versuche ich derzeit in den Köpfen von verantwortlichen Personalern zu wecken: weibliche Führungskräfte könnten die Firmenkultur verändern und Unternehmen wieder näher an die Gesellschaft heranrücken – aber viele Herren mit grauen Schläfen halten dies leider immer noch für ebenso graue Theorie. Na ja, kommt Zeit - kommt Einsicht - oder der Rasierapparat?

Und immer wieder

auch an anderer Stelle ähnliche Reaktionen – viele deutsche Unternehmen re-agieren erst, wenns schon weh tut. Im europäischen Vergleich sind Frauen in Führungspositionen in Deutschland immer noch eine Seltenheit. Dadurch bleibt enorm wichtiges Potential ungenutzt. Statistiken, die ich sonst nicht so gerne mag, zeigen allerorten überdeutlich, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei Unternehmen ab 500 Mitarbeitern aktuell nur bei 8,7 Prozent liegt. Der Frauenanteil in den Vorständen der 100 bzw. 200 größten deutschen Unternehmen betrug im Jahr 2012 sogar nur jämmerliche 4 Prozent. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Mercer Deutschland GmbH aus dem Jahr 2012 belegt Deutschland im Vergleich von 29 europäischen Ländern gerade mal Platz 28. Glaubt man dieser Studie, ist der Spitzenreiter hinsichtlich Frauen in Führungspositionen: Sie werden es nicht glauben: Litauen mit 44 Prozent – gleich darauf folgt Bulgarien mit 43 Prozent - und die Russische Föderation 40 Prozent - *schäm!

Besondere Schwierigkeiten

haben Frauen in traditionell überwiegend Männer dominierten Tätigkeitsfeldern. Frauen, die es dort zu etwas bringen möchten, brauchen a) gute Nerven und b) ganz viel Humor und Witz, um der fest implantierten Skepsis vieler deutscher Männer zu begegnen. Und nach wie vor halten überwiegend die Frauen, die ganz nach oben wollen, wenig von der von oben diktierten Frauenquote (Uff - erleichtert aufatmet) – auch dann, wenn freiwillige Selbstverpflichtungen bislang den Erfolg ebenfalls vermissen ließen. Das Ergebnis der Studie „Deutschlands Chefinnen“ aus dem Jahr 2010 zeigt, wie umstritten das Thema noch ist. Hier sprachen sich 56 Prozent der befragten weiblichen Führungskräfte gegen eine gesetzliche Frauenquote aus; hingegen in der Frühjahrsumfrage 2013 des Verbandes deutscher Unternehmerinnen 64 Prozent der Befragten eine Frauenquote für wichtig halten – es bleibt somit spannend.

Richtig hartnäckig

geht’s in der Medienlandschaft zu. Weibliche Journalistinnen, die sich im Verein „ProQuote Medien“ zusammengeschlossen haben, fragen schon lange: „Wer bestimmt, was in der Zeitung steht? Was im Radio und im Fernsehen läuft? Fast immer: Männer.“ 98 Prozent der Chefredakteure deutscher Tageszeitungen: Männer. Was schließen wir eigentlich daraus? Die überwiegend deutsche Meinung ist männlich? Sie sagen: „Trotz Selbstverpflichtung (der Redaktionen) zur Frauenförderung habe sich in den vergangenen 10 Jahren wenig verbessert. In den Chefetagen deutscher Redaktionen sind Frauen in Führungspositionen eine Rarität.“ Deshalb fordert der Verein eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent auf allen Führungsebenen bis 2017, um die gläsernen Decken zu sprengen und mehr Frauen an die Spitze zu kriegen. Frau und Mann sollte sich also zunehmend fragen: Ist es noch richtig, die besten aus Männer-Netzwerken zu fördern, oder zeigen die Zeichen der Zeit nicht längst auf, dass nur die besten einer Branche entscheidend sind und sich von daher geschlechtermäßig gleichmäßig verteilen müssen. Und wäre es nicht insgesamt ein doppelter Gewinn, wenn dies gelänge, denn Frauen sorgen nachweislich für mehr Effizienz in Führungsteams und schaffen ganz nebenbei eine Verantwortlichen angekommen, wäre geeignet, sich auf seine Weise fortzupflanzen.

Die Zöpfe müssen ab –

schade, dass dies oft erst dann zu gelingen scheint, wenn alle Stricke bereits gerissen sind und nach Notlösungen im Nachgang Ausschau gehalten werden muss. Der Vergleich zur kleinsten Zelle unserer Gesellschaft – der Familie – ist auch hier, wie so oft, angebracht. Frauen und Männer haben nun mal unterschiedliche Stärken und Schwächen – ganz unabhängig vom Bildungsgrad. Und Frauen schaffen es oftmals besser, sich Ursachen zuzuwenden, statt sich auf Folgesymptomatik zu versteifen (nicht grollen liebe Herren ). Also – statt windige Absagen an qualifizierte Frauen zu formulieren, aus Angst, Vereinbarkeit von Beruf und Familie könnte ihnen nicht gelingen, ist es Zeit, sich zu beteiligen, damit sie gelingt. Und es ist längst Zeit für spezifische Maßnahmen, um wertvolles weibliches Fachpersonal nicht nur zurück zu holen, sondern auch zu gewinnen und zu halten. Es ist Zeit für große Anzeigenkampagnen, die verdeutlichen: hochqualifizierte Frauen explizit erwünscht! Es ist Zeit für unternehmensgesteuerte Integrationsveranstaltungen, Patenschaften/Coaching für Wiedereinsteigerinnen. Es ist Zeit für unternehmensgesteuerte Seminare für Karriere mit Kindern. Flankierend müssen hinzu kommen: Flexible Arbeitszeitregelungen wie z.B. reduzierte Vollzeitmodelle im Führungsbereich, Home Office, und wirklich funktionierende Kinderbetreuungsmaßnahmen, die geeignet sind, Eltern in ihrem Berufs- und Familienleben zu begleiten.

Und schlussendlich

bin ich der Ansicht,

„Vereinbarkeit von Familie + Beruf“

sollte grundsätzlich fester inhaltlicher Bestandteil der Führungskräftefortbildung werden – nur so wird sie in den Köpfen von zukünftigen Arbeitgebern verankert und zukünftigen, werdenden Familien wird endlich signalisiert: Familie ist kein Ausschlusskriterium sondern ist ein lebendiges Bedürfnis, und damit hat sie schon immer ein Anrecht auf Selbstverständlichkeit in unserem Berufsleben. Dieses Bewusstsein muss in der Mitte der Gesellschaft - aber vor allem, wie immer, zuerst in den Köpfen der Menschen ankommen.

herzliche Grüße

Eure Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
Kapitän-Lorenz-Ufer 20
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