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Samstag, 20. Juli 2013

Autor: Susanne Rowley

Was nützt Frühpädagogik, wenn niemand Zeit hat, sie anzuwenden

Unfassbar was hier zurzeit auf dem Rücken von sehr kleinen Kindern ausgetragen wird!


www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2013/0715/Kita_Ausbau.jsp

Was nützt frühkindliche Pädagogik, wenn niemand Zeit hat sie anzuwenden?

Man mag es nicht mehr sehen noch hören, aber man wird sich darauf einstellen müssen, dass die Folgen des rasanten Betreuungsplatzausbaus uns in vielerlei Hinsicht noch lange beschäftigen werden.

Absurd bis zum geht nicht mehr - war aber ganz klar zu erwarten, was in dieser Sendung am Beispiel einer Kita in Köln jetzt nach und nach zu Tage tritt.

Die Betreuungsquote soll erreicht werden auf Teufel komm raus - aber die Erzieher wehren sich!

Die Überbelegung in den Kitas bedeutet für Erzieherinnen und Erzieher, dass sie ihren pädagogischen Aufgaben überhaupt nicht mehr nachkommen können.

Statt Spiele und Aktivitäten mit den Kindern zu starten, oder in angemessener Weise noch Geborgenheit zu vermitteln, verkommt die Betreuung auf jeden Fall zu einer reinen Aufbewahrung und Beaufsichtigung der Kinder, und selbst diese ist nicht mehr gewährleistet, sollte Personal durch Krankheit ausfallen.

Im Beitrag kommt eine Erzieherin zu Wort,

die diese zu befürchtenden Umstände klar formuliert.

In der einen Ecke sitzt eines mit voller Hose, ein anderes ist vom Stuhl gefallen, das nächste muss getröstet werden, während andere Kinder gerne ihr Spiel mit ihrer Bezugsperson zu Ende spielen würden.

Jene Kita im Beitrag erhebt nun Klage

gegen die eigene Kommune, um die geplante Überlegung abzuwenden.

Das all dies nichts mehr mit dem angeblich gewollten Wohl der Kinder zu tun haben kann, zeigt auch die lapidare Aussage der zuständigen Dezernentin, die im Interview grundsätzliches „Verständnis“ für die überforderten Erzieher äußert, dann aber lediglich darauf verweist, die Pläne der Stadt, die Gruppen zu vergrößern, sei eine

„vom Gesetzgeber vorgesehene Maßnahme“.

Die Erzieherinnen und Erzieher berufen sich hingegen auf ihr Mitbestimmungsrecht, denn auch das sei gesetzlich verankert – bei Maßnahmen, die die Arbeitsbelastung erhöhen.

Sollten noch weitere Kitas im Land so reagieren, werden die Gerichte gut zutun bekommen.

Das alles wäre vermeidbar gewesen, hätte man schlicht und ergreifend eingesehen, dass der Rechtsanspruch nicht zu halten ist, ohne derartige Qualitätseinbußen hinzunehmen.

Hinnehmen müssen es aber letztendlich sehr kleine Kinder,

die diese Behandlung - Betreuung kann man dazu wohl kaum mehr sagen - ohnmächtig über sich ergehen lassen müssen.

Armes reiches Deutschland!

herzliche Grüße von

Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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