Sonntag, 2. April 2017

Autor: Susanne Rowley

Warum nehmen wir Kindern die Kindheit weg, über die wir unbeschwert erzählen?

Wir brauchen eine Debatte über die Art des Aufwachsens!

Liebe Wigwam-Freunde, landauf landab werden wir in regelmäßigen Abständen mit Artikeln geflutet, die die Qualitätsdebatte zur Kindertagesbetreuung befeuern.

http://www.zeit.de/2016/28/kita-qualitaet-fabienne-becker-stoll/komplettansicht 

Alle Verantwortlichen in diesem Bereich wissen genau, woran man eine gute und eine schlechte Kinderbetreuung festmacht. Alle Verantwortlichen wissen genau, dass ein Kind sich wohlfühlen muss, um seine Entwicklung fördern zu können. 

Und trotzdem verfolgen sie flächendeckend unbeirrt konsequent einen Weg, der die Zustände für unsere Kleinkinder garantiert verschlimmern wird.

Warum ist das so?

Zeit darüber nachzudenken, was grundsätzlich eigentlich falsch läuft.

Dieses Interview der Kindheitsexpertin Fabienne Becker Stoll bietet die richtigen Denkansätze.

Wir brauchen eine völlig andere Debatte; und zwar über „die Art des Aufwachsens“

Die führen wir aber nicht,

weil in der Gesellschaft der Konsens fehlt, was Kinder in den ersten Lebensjahren brauchen. Dass dieser Konsens fehlt, ist eigentlich völlig unverständlich, denn wir Erwachsenen sprechen selbst immer dann von einer „glücklichen Kindheit“, wenn sie von Unbeschwertheit, Freiheit und ganz viel Spielen geprägt war. Also ich kenne keinen, der erzählen würde, er habe Bildungspläne, durchgezogen von 8.00 bis 18.00 Uhr, in besonders guter Erinnerung.

Warum also nehmen wir der kommenden Generation diese Freuden weg?

Zusammengefasst beantwortet der Artikel diesen Umstand so:

Nur eine zahlenverliebte völlig verkopfte Gesellschaft, die verlustangstbesetzt nur noch auf das vertraut, was messbar ist; zusätzlich infiziert mit einem ordentlichen Verdrängungsvirus,kann das unseren Kindern antun, was wir gerade tun.

Der Artikel zeigt von der ersten bis zur letzten Zeile:

Wir feiern Zahlen und nicht die Inhalte.

Wir haben die Erkenntnisse und handeln absichtlich dagegen. Wir wissen es ganz genau: Kinder brauchen keine Experimente sondern Beziehungen. Trotzdem debattieren wir stur über Bildungsqualität und nicht über Beziehungsqualität.

Und so geht es weiter:

Wir sprechen von mehr Wissen und meinen emotionale und soziale Kompetenz. Wir streiten über die Anzahl der Betreuer, aber nicht über ihre Fähigkeiten. Es werden reihenweise Quereinsteiger ans Kind gelassen, obwohl wir nicht wissen, was die da tun. Wir schwärmen von Bildungsplänen fürs Kleinkind und wissen genau Spielen ist wichtiger. Wir haben Angst vor einem Bildungsnotstand, dabei wird uns der Bindungsnotstand wie ein Hammer treffen. Wir suchen unser Heil in Forscherkisten und Experimentierkoffern, dabei liegt es in Nähe und Zuwendung. Wir nehmen Kindern ihre einzig sorgenlose Spielezeit – die Kindheit – und machen daraus eine Lernzeit. Es werden pädagogische Studiengänge geschaffen, ohne die Bezahlung in den Kitas zu regeln. Es werden Sonntagsreden geschwungen, Kinder seien unsere Zukunft, und blenden aus, dass das richtig teuer ist, würden wir das ernst meinen. Der Rechtsanspruch ist zum Rechtsdruck verkommen, weil wir ihn klammen Kommunen überlassen haben. Wir leiden an und in einer Burn Out Gesellschaft und zwingen unsere Kinder in die gleiche Ganztagsveranstaltung. Wir produzieren die Traumapatienten von morgen und haben nicht einmal genug Experten dafür...

Und trotzdem ziehen wir unseren Stiefel gnadenlos durch.

Ich verstehe es nicht. Und ich will es auch nicht verstehen.

Einen schönen Sonntag wünscht

Susanne Rowley

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Susanne Rowley
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