Saturday, 1. March 2014

Autor: Susanne Rowley

Übergriffig ist alles, worüber nicht aufgeklärt wurde

Möchten Sie als Masturbationsvorlage dienen?


www.deutschlandfunk.de/kinderpornografie-opferverband-kein-recht-auf-nacktfotos.694.de.html

Übergriffig ist alles, worüber nicht aufgeklärt wurde

Liebe Wigwam-Freunde,

Ich habe lange überlegt, ob ich mich auf diesem Blog dazu äußern sollte/möchte;

zur aktuellen Diskussion/Thematik im Falle Edathy.

Die Meinungen pro und contra schwirren bereits ausreichend in alle Richtungen um unsere Sinne – ein jeder hat eine Meinung dazu.

Ich auch!

Und das Erste was mir schmerzlich in den Sinn kommt, ist die Tatsache, dass ein ganz bestimmter Umstand bei aller Meinungsmache und explizitem Gesetzes-klein-klein keinerlei Rolle spielt.

Und das ist die Tatsache, dass Kinderpornografie – egal in welcher Form auch immer dargestellt – ob nackt oder angezogen – ob beim Betrachten von jedermann/frau sofort als solches zu erkennen oder auch nicht – vor allem eines ist: eine massive Grenzverletzung gegenüber jenen, die abgelichtet wurden, denn sie konnten nicht wissen und waren nicht aufgeklärt, wozu! Die Absicht, mit der ein Foto gemacht wird, ist entscheidend - und nicht nur die Botschaft, die von der Abbildung ausgeht.

Und darin besteht der Missbrauch an sich.

Es macht also einen himmelweiten Unterschied, ob ich ein Kind am Strand ablichte, in der Absicht, seinen und meinen Urlaub zu Erinnerungszwecken festzuhalten, oder ob ich plane es als Masturbationsvorlage zu nutzen.

Hinzu kommt, dass jegliche Ablichtung von zweifelhaften Bildern von Kindern nichts weiter ist, als eine gelungene Dokumentation einer gewollten Grenzüberschreitung – und damit ist es zweifelsOHNE ein vollzogener Missbrauch am Kind!

Kinderpornografie ist es also auch dann, wenn ein Kind als Objekt für etwas herhalten muss, wozu es nicht glaubt, abgelichtet worden zu sein!

Dann wurde das Foto miss-gebraucht.

Und wir wollen doch jetzt nicht ernsthaft annehmen, dass Herr Edathy sich Kinderfotos hat schicken lassen, weil er eine Familie gründen möchte? *Spässle gmacht.

Das Problem besteht also keinesfalls darin, gesetzlich zu regeln, welche Darstellung grenzwertig ist, sondern welchem Gebrauch sie unterliegt bzw. welcher Zweck und welches Ansinnen damit verbunden ist. Denn auschließlich und nur so definiert man Missbrauch/Miss-gebrauch!

Von daher ist die Diskussion darum, in welchen Bildern eine übergriffige Darstellung zu erkennen ist, eine vollkommen verlogene Pseydo-Diskussion. Es ist ein superdreckiges Geschäft mit Seelen von Kindern und dem Missbrauch von deren Vertrauen bis hin zum Miss-Gebrauch der abgelichteten kleinen Körper.

Eine Scheindiskussion voller Halbwahrheiten,

verlogener Pseydo-Moral wird uns dieser Tage all überall aufgetischt. Von Anfangsverdächtigungen, die angeblich zu keiner näheren Prüfung führen dürften, solange ein Knie, statt ein Penis im Vordergrund steht? Bis hin zur Verweigerung die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass es sich beim Erstellen und Ge-brauch solcher Abbildungen um Machdemonstrationen und Manipulationen Erwachsener gegenüber kleinen Menschen/Heranwachsender handelt, die einen unumstößlichen Anspruch auf Schutz haben, der weder so noch so abzuwägen geht.

Wem diese Form der Argumentation nicht genügt, dem sei gesagt, dass erfahrene Ermittler, und dazu gehören u.a. Staatsanwalt Vogt, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Sachsen-Anhalt, aus Erfahrung genau zu berichten wissen, dass die Sammler von ein- oder zweideutigem Material immer mit wenigen Bildern anfangen, bis sie schließlich über riesige Dateien verfügen.

"Doch Bilder machen nicht satt",

warnt er, schließlich wollen die Sammler das, was sie als Daten haben, auch selbst erleben: Und das sagt er nicht einfach nur so, sondern er verweist auf seine gelebten Erfahrungen und auf einschlägige Studien, die weltweit nichts anderes belegen. Mindestens 30 Prozent der Sammler sind auf diese Art erfasst, die früher oder später selbst mit Sexualstraftaten in Verbindung kommen; und das wäre "nur" die Endstufe.

Das Problem besteht ganz einfach darin, dass eine Neigung nie ausgelebt werden darf, aber eine Steigerung immer zu erwarten ist – ähnlich wie auch bei allen anderen Formen von Süchten, die selten für immer in ein und demselben Zaum zu halten sind. Staatsanwalt Peter Vogt wurde schon in 2007 nicht wirklich gehört, als er in allen nur denkbaren Medien davor gewarnt hat, dass beim Ausheben des ein oder anderen Porno-Rings auf keinen Fall eine durchschlagende Erfolgsbilanz zu sehen sei, denn das Anzeichen für das tief verwurzelte, geradezu gewollte Scheitern, sei die mangelnde Zusammenarbeit derer, die zusammen arbeiten müssten, wollten sie wahrlich Erfolge verzeichnen.

Und so konstatierte er in vielen Artikeln, die ich seinerzeit las

>> Für jeden Kopf, den man der Hydra im Internet abschlage, wüchsen zwei neue nach<<

Und die, die da an den beschränkenden Hebeln sitzen, machen rein gar nichts. Es sind aus meiner Sicht 2 Ebenen zu diskutieren: Einerseits, wo beginnt der Missbrauch eines dargestellten Kindes wo endet er.

Und warum haben wir immer dann Definitionsschwierigkeiten,

wenn ein Tabu-Thema betroffen ist, dass sich – ohne Frage – durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht. Immer dann, wenn ein prominentes Mitglied der Gesellschaft involviert ist, poppt sie kurz hoch die Diskussion, um dann wieder im Sande zu verlaufen; und lässt ein einziges Scheinopfer am Wegesrand liegen – dieses Mal ist es ein SPD Politiker

– morgen ist es wer?

Es geht (auch) um Geld – um viel Geld. Und immer da, wo der Fluss des Rubels zu versiegen droht, treten sie auf die Definitionsschwierigkeiten; sind Grenzen eines/meines Gegenübers plötzlich nicht mehr deutlich zu erkennen, oder wir lesen von Verstrickungen des angeblich nicht Beherrschbaren. Julia Weiler, Geschäftsführerin von innocent in danger weiß diesbezüglich zu berichten:

juliaweiler.wordpress.com/2014/02/25/der-verschleppte-kampf-der-politik-gegen-kinderpornografie/

"Die Ringe, die in den letzten Jahren hochgegangen sind, saßen alle in den westlichen Industrienationen“.

Diesen Kommentar lasse ich unkommentiert stehen;

nur soviel: Dieser Umstand steht absolut verschleiert da, wenn wir den Focus vorrangig auf die Vernetzung in aller Welt legen. Das Geld fließt vielmehr dahin, wo es schon immer hingeflossen ist, und die, die es zu verschaffen haben/hatten, saßen schon immer in jenen Ländern, wo Armut vorherrscht und damit das Geld "zu machen" ist.

Mich interessieren die Opfer all‘ dieser Sauereien, die in ihrer Folge-Verletztheit aufzeigen, WAS Missbrauch ist.

>>Ich möchte nicht erkannt werden.<<

Ist der Hauptsatz, den ein Opfer fast immer von sich gibt. Auch sehr oft dann noch, wenn es nach Jahrzehnten sein Schweigen bricht. Es schreibt, oder erzählt, hinter Schattenwänden oder mittels eines Buches, das ein Pseydonym trägt.

Die Frage muss also gestellt werden,

warum sagt dies ein Opfer überhaupt - und warum kann sich ein Opfer nicht outen?

Muss der Begriff outen in diesem Zusammenhang überhaupt gebraucht werden.

Ist outen nicht in wenigstens in einem Teil seiner wörtlichen Botschaft eine Art Beichte?

Was hätte denn ein Opfer von Herrn Edathy zu beichten? Dass es abgelichtet wurde, ohne zu wissen wofür? Scham-Befeuerer sind all diese verlogenen Diskussionen. Sie tragen dazu bei, dass es eine Dunkelziffer gibt, und selbst da, wo längst das Hellfeld in die Öffentlichkeit gezerrt wurde, muss immer noch das Opfer um mehr Reprässalien fürchten, als ein Täter. Täter, die sich dieser Tage hauptsächlich damit beschäftigen, mit spitzen Fingern in der Auslegung von Gesetzestexten herum zu fuhrwerken und dabei auch noch Gehör finden - bei rechtsstaatlich ebenso sauber Orientierten.

Wer das nicht glaubt, der begebe sich gerne mal auf die Facebook-Seite von Herrn Edathy, der mit nichts anderem als rechtsstaatlichen Abläufen und wörtlich zu nehmenden Spitzfindigkeiten befasst ist. Nicht etwa mit profanen Dingen wie Schuldbewusstsein.

Oder doch – und wenn sicher nur, wenn er abends alleine im Bett liegt, überlegt er sich vielleicht, wie es jenen Menschen heute geht, die jetzt erst erfahren, wozu sie dereinst oder aktuell abgelichtet wurden. Zum Kotzen! Tiefste Scham benutzt und "vor die Kamera" geführt worden zu sein, für intimste und öffentliche, aber auf jeden Fall zu "bestimmten Zwecken“. Entblößt und ohn-mächtig werden sie ein Leben lang sein gegenüber der Tatsache, dass Hinz und Kunz zu allen Zeiten, Zugriff haben werden, auf ihre Bilder - ohne auch nur den Hauch einer Chance, diese für sich einfordern zu können.

Keinen blassen Schimmer haben Verantwortliche von den wahren lebenslangen Folgen solcher nur scheinbar harmloser Taten. Schwerste Folgen für das überlebenswichtige Vertrauen in die Umwelt aber vor allem in die eigene Intuition werden offen oder in versteckter, aber auf jeden Fall in spürbar wiederkehrender Form die Konsequenzen sein.

Darüber sollte ein jeder nachdenken,

der sich allein schon darüber beschwert, dass irgendeine Entscheidung einmal über "seinen Kopf" hinweg getroffen wurde, die er aber, je nach Umstand, später noch einmal korrigieren kann.

DAS und vieles mehr sollten sich alle Meinungsmacher und Meinungsäußerer hinter die Ohren schreiben.

All' die "runden Tische" bedürfen eines eckigen Tisches,

und darum empfehle ich das Anhören der Audio-Datei - ein hörenswertes Interview mit Mathias Katsch, der selbiger gleichnamiger Organisation vorsteht.

herzliche Grüße

Susanne Rowley

Wigwam 1994
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