Samstag, 1. Oktober 2005

Autor: Susanne Rowley

So wird Deutschland familienfreundlich?

Leserbriefe zur Qualifizierung Kindertagespflege


Hallo liebe Wigwam-Freunde,

Reaktionen auf den Info-Brief September

Die Qualifizierung der Kindertagespflege

Sie erinnern sich,

im letzten Info-Brief brachte ich Ihnen Inhalte des neuen TAG näher, das u.a. die Qualifizierung der Tagesmutter zum Thema hat. Zahlreiche Briefe und Mails erreichten mich daraufhin, wovon ich Ihnen heute einige zugänglich machen möchte. (Namtentlich genannt sind die Damen, die das auch wünschten). 

  Brief Nr. 1 

>>  Hallo Frau Rowley, sich als Tagesmutter zu qualifizieren, hat meiner Ansicht nach nur geringfügig, wenn überhaupt etwas mit einer Schulung oder Weiterbildung zu tun. Allein der Wille, die Art der Durchführung und die (positive) Einstellung zu der ganzen Sache bringen den Stein ins Rollen. Die abgebenden Eltern stellen die relevanten Prüfer dar, die von vornherein und letztendlich darüber entscheiden, wer ihr Kind, wann und wo betreuen darf. Sie haben genügend Zeit sich mit der ausgesuchten Tagesmutter zu treffen, bzw. sie zu besuchen und viel über sie zu erfahren. Sind zur gleichen Zeit ein bis mehrere Kinder dabei, kann die abegebende Mutter die Tagesmutter eingehend unter die Lupe nehmen, ihre Reaktion, ihre Fertigkeit, ihre Einstellung und die Durchführung der Kindererziehung prüfen. Zudem natürlich auch die Umgebung inspizieren. Und wichtig ist auch zu wissen, wie reagieren die Kinder untereinander, wie verhalten sie sich, sind sie glücklich? Qualität und Qualifikation einer Tagesmutter sind in der Hinsicht Ansichtssache. Ebenso erkennt die abgebende Mutter auf Dauer an einer positiven oder negativen Veränderung, ob mit ihrem Kind alles in Ordnung ist. Das kann und sollte eine Eingewöhnungsphase nicht mit einschließen, die sowieso schwierig für ALLE Beteiligten sein könnte. Gegen eine Prüfung ist letztendlich nichts einzuwenden, die Tagesmütter, die sich jetzt abwenden und das "Handtuch schmeissen" waren nicht geeignet. Die Tagesmütter die nichts zu befürchten haben und ihr Handeln, ihre Einstellung und ihre Erziehungsmethoden vertreten können werden weiter machen !! Gruß Nina Gerber  << 

Brief Nr. 2 >>  

Hallo Frau Rowley! Ihren Bericht fand ich wieder einmal sehr interessant. Ich muß sagen, es ist zwar mit Sicherheit ganz gut, das durch Qualitätsmanagment die Tagesmütter geschult und ,,kontolliert" werden sollten. Aber ist nicht genau das der Grund, warum immer mehr Berufstätige, die gezwungen sind QM durch zu führen, sich unter Druck gesetzt fühlen und weder Motivation noch Interesse, stattdessen Frust, mit ihrer Arbeit verbinden??? Genau das habe ich als Erzieherin nämlich mit erleben ,,dürfen"! Bei uns in der Einrichtung war nämlich irgendwann niemand mehr zu frieden. Da durch noch mehr Schulungen, die eigentliche Arbeit am Kind verloren ging! Wie sie in ihrem Bericht schon sagten, alles in Maßen, das wäre vieleicht gut! Aber für ,,unseren" Staat, trotzdem leider nicht gut genug!!! Liebe Grüße Ihre hoffentlich bald TM Ilona Matle << 

Brief Nr. 3 >>  Hallo Frau Rowley, übrigens, meine Meinung zu Ihrer Umfrage, "Bessere Schulung und Überwachung für Tagesmütter " soll gesetzlich verankert werden! Ich finde das anhand der katastrophalen Mißstände im Pflegewesen angebracht. denn durch ein Poliz. F. kann man nicht erkennen, ob die Pflegekinder auch wirklich optimal und gewaltfrei betreut werden. Meine Idee hierzu wäre folgende: Schulung, in regelmäßigen Abständen als Pflicht bei jeglicher Kinderbetreuung, aber nicht vom Staat. Das sollte die jeweilige Institution in die Hand nehmen! Auf keinen Fall verschärfte Überwachung! Als Alternative einen wöchentlichen Rapport ! Dazu paralell Mütter-und Initiatorentreffen. Was bei Ihnen schon meines Wissens nach praktiziert wird. Nun, näheres bei einem Treffen. Ich freue mich auf meine ersten T.-kinder. Bis bald ! es grüßt Sie B.K. << 

Ja, liebe Tagesfamilien, liebe Eltern, damit hätten wir dieses Thema aus Wigwam-Sicht vorerst ausreichend beleuchtet.

Bleibt nun abzuwarten, welche Landesrichtlinien nun bei den Kommunen - und damit auch bei uns - als Auflagen ankommen werden. Sobald uns hier neue Informationen vorliegen, werde ich wieder auf das Thema zurückkommen. Sicher ist auf jeden Fall, dass unsere Politiker eingesehen haben, dass Familien eine wesentliche Ressource für Lebensqualität, Zusammenhalt und Wirtschaftswachstum sind. Und gemessen an der Geburtenrate, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben die letzten Jahrzehnte Familienpolitik zu wenig befriedigenden Ergebnissen geführt. 

In ihrem Familienbericht

"So wird Deutschland familienfreundlich"

hat Renate Schmidt dies deutlich angesprochen. Es steht da zu lesen, dass *eine nachhaltige Familienpolitik ein gestalterischer Mix aus guter Infrastruktur, familienorientierter Arbeitszeitpolitik und effizienten Geldleistungen sein muß, damit junge Menschen die Voraussetzung, ihre Kinderwünsche zu verwirklichen vorfinden und Familien die notwendigen Spielräume im Lebensverlauf haben* Zitatende*. Es wird eine Pflichtaufgabe werden für die Kommunen bis zum Jahre 2010 mindestens 230ts zusätzliche Plätze für Kinder unter 3 Jahren zu schaffen. Als nächste Schritte ist lt. Familienbericht geplant, einen Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Kindergartenplatz ab 2 Jahren zu schaffen und perspektivisch die schrittweise Einführung der Gebührenfreiheit von Kindertagesstätten zu erreichen. Die Kommunen müßten hierzu ausreichend unterstützt werden. Ein weiterer Punkt des Familienberichtes spricht das Thema "Elterngeld als Einkommensersatz" an. Es soll angestrebt werden, das bisherige Erziehungsgeld zu einem einjährigen Elterngeld als Einkommenersatz weiter zu entwickeln. Dieser Weg habe sich in Skandinavien bereits bewährt. Das Elterngeld ersetzt etwas zwei Drittel des vorherigen Einkommens (mit Höchstgrenze) und käme dann dem Eelternteil zugute, der für die Erziehung der Kinder seine Erwerbstätigkeit unterbricht. 

Hört sich paradiesisch an :-).

Sollte einer dieser Sterne von oben zu uns herabfallen, werde ich diesen sofort für Sie auffangen und ihnen davon berichten :-). Im Moment fällt mir nur der Text eines sehr bekannten Liedes ein: "wer soll das bezahlen" ...

So liebe Leserinnen und Leser - das wars für heute aus Bad Münster am Stein. Freue mich wie immer auf Post von Ihnen, Kritik, Anregungen, was auch immer, schreiben Sie mir

Es grüßt herzlich
Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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