Wigwam Blog

Sonntag, 15. September 2013

Autor: Susanne Rowley

Ohne Spielen keine Bildung

stellen Sie sich vor, Sie bauen ein Haus, und stellen nach Einzug fest, Sie haben das Fundament vergessen.


www.zeit.de/gesellschaft/familie/2013-09/renz-polster-natur-kind

Liebe Wigwam-Freunde,

stellen Sie sich vor, Sie bauen ein Haus, und stellen nach Einzug fest, Sie haben das Fundament vergessen.

Einfach abreißen das Ganze?

Das geht beim Haus; beim Kind leider nicht. Einer der wenigen Artikel, die mir aus der Seele sprechen, denn er handelt von den Grundelementen, die vorhanden sein müssen, damit Bildung überhaupt erst gelingen kann. Und diese Elemente sind vorrangig emotionale Bindung und das „unmittelbare“ Erleben.

>> Kinder lernen nicht von oben nach unten <<

Um das zu verstehen, sollte man sich als Erwachsener selbst einmal fragen –

wann können Sie sich einen Weg besser merken? Wenn Sie als Beifahrer nebendran sitzen, oder empfinden Sie es nicht als nachhaltiger, wenn Sie selbst das Fahrzeug steuern; wie schön ist dann das Gefühl, nach zig Umwegen ans Ziel gelangt zu sein.

Bildungspläne in der heutigen Zeit gleichen eher einer Massenkindhaltung, in der kognitives Wissen nach Regeln und Vorgaben in unsere Kinder hinein gestopft wird.

>>   Ohne Spielen keine Bildung - Ich habe das Gefühl, je dünner wir mit den Beziehungen und mit Betreuung aus Fleisch und Blut aufgestellt sind, desto mehr wird von abstrakten Bildungskonzepten geredet. Verbindliche Bildungspläne sollen die unmittelbaren Erfahrungen ersetzen.  <<

Ganz entscheidend hierfür ist: Das Abenteuer!

Ein Abenteuer ereignet sich, und ist als solches kaum mehr zu erkennen, wenn das Drehbuch bereits geschrieben ist!

>>  Der Kindheit kommt ein Geschäftszweck zu, der in keiner anderen Lebensphase nachgeholt werden kann. Kinder müssen ihre fundamentalen Lebenskompetenzen aufbauen: sich selbst in den Griff bekommen, mit anderen Menschen klarkommen, bei Widerständen nicht gleich aufgeben. Ein solches Fundament kann kein Erwachsener mit noch so hochwertigen didaktischen Spielen und Bilderbüchern legen. Die Kinder müssen sich das selbst erobern, ohne Vorgaben und in einer nicht strukturierten Umgebung. Nur so landen sie immer wieder in dieser wunderbaren Kribbelzone, in die es sie ja geradezu magisch zieht.  <<

In diesem Artikel geht es um das eigentliche „Kapital“

einer gesunden Entwicklung, und es wird die absolut berechtigte Frage gestellt:

Wer hat denn ein Interesse daran, dass sich Bildung immer nur auf das wirtschaftlich Verwertbare bezieht?

Natürlich ist es aus unserer Sicht die Kindertagespflege, die vorrangig dazu in der Lage ist, dieses Fundament für Bildung zu legen; und umso trauriger ist es, dass sich diese familiennahe Betreuungsform permanent in der Ecke der Bedeutungslosigkeit befindet und deutschlandweit damit befasst sein muss, sich gegen ungerechtfertigte Abwertungen zu wehren!

Wir bleiben am Ball

liebe Wigwam-Freunde, denn unsere Eltern erfreuen sich tagein tagaus an unserer Kindertagespflege

herzliche Grüße

Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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