Mittwoch, 10. September 2014

Autor: Susanne Rowley

Odenwaldschule. Das regeln wir intern

Die alte Idee vom Staat im Staate. 

Ich bitte Sie vor dem Lesen den Link in Ihren Browser einzugeben.

https://www.youtube.com/watch?v=F0_lrvQq11w

Es gibt in Sachen Gewaltverbrechen gegen Kinder nichts intern, sondern nur extern zu regeln.

Geht es in einer katholischen Einrichtung, in der Kinder missbraucht werden um Gott?

Geht es in einer weltlichen Institution, in der Kinder missbraucht werden, um die Welt?

Dem Kind einen Namen geben, heißt nicht nur die Deutungshoheit über seine Wahrheit zu behalten, sondern es bedeutet, Recht siegt über Unrecht.

Danke Andreas Huckele,

dass Sie für alle Kinder voraus gegangen sind, und ich erlaube mir, Ihr Video wirklich nur „stellenweise“ zu kommentieren, denn Sie haben darin alles gesagt, was es zu sagen gibt. Aber ich wünsche mir, dass Ihnen viele Menschen nachfolgen!

Eigentlich wollte ich gestern Abend früh schlafen gehen, und in diesen Vortrag von Andreas Huckele nur „kurz mal reinhören“, als ich ihn aber geöffnet habe, blieb mein Mund offen stehen, bis sein letzter Satz gesprochen war. Und als ich dann am Ende auch noch den fragenden betroffenen erwachsenen Zuhörern seines Vortrages gelauscht habe, war noch ein Spaziergang am Ufer fällig.

Wenn Sie dieses Video öffnen, liebe Freunde, weil Sie sich für das Thema interessieren, werden Sie Antworten hören, auf Fragen, die Sie schon immer hatten. Wie kann es funktionieren, dass ein Missbrauchs-System überlebt, obwohl die Verfechter für das Wohl der Kinder in ihm Leben. Wie kann es gehen, dass Ideen Einzelner zur Lebensrealität Vieler werden. Wie kann es geschehen, dass unter falschen Fahnen weitergesegelt werden darf, obwohl alle sehen, dass kein Kind am vorgegebenen Ziel ankommt. Wie bringt man eine totale Institution zu Fall, die im Wesentlichen das Ziel hat, sich selbst zu erhalten, und nicht oder nicht mehr ein Ziel verfolgt, die ihre Existenz noch rechtfertigt.

Es geht um die Lebensrealität von Kindern, die in diesen Institutionen, von denen Andreas Huckele spricht, erst erschaffen werden, um sie dann abzustreiten. Und es geht darum, die Tragweite zu erkennen, weil es ein ganzes erwachsenes Leben brauchen kann, um seine eigene Realität wieder zu finden. Aber nicht nur das! Speziell bei mir, ist noch viel mehr Information angekommen, als Andreas Huckele verbal ausgesprochen hat.

Er verwendet sehr oft den Begriff

„Ego-State“.

Sicher ist nicht jedem Zuhörer dieses Wort ein Begriff, darum kurz ein paar Sätze dazu. Es geht im Kern um eine therapeutische Methode aus der Traumatherapie, die von US-Amerikanischen Spezialisten entwickelt wurde. Schwer traumatisierte Menschen haben Abwehrmechanismen entwickelt, die ihnen einerseits das spätere Überleben sichern, aber ebenso dazu geeignet sind, den Heilungsprozess eines Erwachsenen zu verzögern. Ich kenne diesen Mechanismus.

Klar geworden ist mir in seinem Vortrag, dass dieses System der Abwehr analog auch auf Täterseite existieren muss – und vermutlich aus den gleichen Gründen heraus, wie auf Opferseite. Ich stellte mir also beim Zuhören nicht mehr die sonst übliche Frage, wie kann es geschehen, dass Manipulationen so offen liegen und niemand findet sie schlimm. Denn die Antwort erschloss sich mir auf dem Fuße: Zuzugeben, dass man im Grunde nichts weiter als ein Verbrecher ist, müsste bei einem normal fühlenden und denkenden Täter die gleiche „Vernichtung“ zur Folge haben, wie auf Opferseite möglich. Und was kommt dann?

Dann käme die Wiedergutmachung, die es nicht gibt. Unglaublich gefesselt hat mich an seinem Vortrag zudem, die anschaulich dargelegte eigene Entwicklung vom Ego-State des Kindes hin zum Ego-State des Erwachsenen. Andreas Huckele beschreibt bis ins Detail, welch langen Weg ein missbrauchter Mensch ab dem Zeitpunkt geht, an dem er realisiert, dass ihm Un-Recht widerfahren ist. Er wendet sich zunächst an den Peiniger, konfrontiert ihn mit seinen Taten, und erlebt abermals, dass sein klares Fühlen, Denken und Wissen um jene Ungerechtigkeit erneut infrage gestellt wird. Er befindet sich somit fortgesetzt auf der Beziehungsebene, wird aufgefordert, sich selbst zu hinterfragen und nicht den anderen. Er rechtfertigt sich vor seinem Gegenüber, bleibt angewiesen darauf, von einem Täter gehört zu werden und die ersehnte Absolution zu erhalten. Ein Täter bekommt also abermals die Macht, zu entscheiden, ob er hören will oder nicht hören will.

Und Sie ahnen es,

er möchte nicht hören. Und die Institution zwingt ihn auch nicht zu hören, denn dann wäre der Ball im Tor der Institution, die sich selbst infrage stellen müsste.

Diese Umstände sind deswegen so wichtig,

weil es eine Fortsetzung des Missbrauchs mit anderen Mitteln ist, und weil es schlüssig erklärt, warum der Parasit seinen Mantel behält.

Es beginnt mit der Erkenntnis, der Befreiung aus falschen Realitäten anderer, es geht weiter mit der Konfrontation, dann kommt der Sturm, der nur dann im Wasserglas enden muss, wenn die eigene Erkenntnis unterwegs erneut infrage gestellt würde.

Das hat Andreas Huckele offensichtlich nicht einen Augenblick getan, ab dem Tag, an dem er los gegangen ist.

Aus meiner persönlichen Sicht, baut er seit geraumer Zeit an der wichtigsten Brücke überhaupt: Die zwischen Betroffenen und Nichtbetroffenen, weil er Ursachen und Zusammenhänge analysiert und aufgedeckt hat. Die Zeit ist überreif, dass Nichtbetroffene und Verantwortliche an der anderen Seite der Brücke endlich mit bauen.

liebe Grüße Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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