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Montag, 19. Mai 2014

Autor: Susanne Rowley

Kita-Ausbau „Masse statt Klasse“

Von Verwahranstalten mit Fütter-Wickel-Tröst-Maschinerie. 


www.deutschlandfunk.de/schwerpunktthema-masse-statt-klasse.1180.de.html

Liebe Tagesfamilien, liebe Eltern,

Eine Sendung mit Hörerbeteiligung – Ich empfehle, dort unbedingt hinein zu hören.

Bitte geben Sie den o.g. Link in Ihren Brouwser ein:

Kita-Ausbau „Masse statt Klasse“

Eltern und Tagesfamilien, die in Facebook sind, finden meinen Artikel hier – Kommentare sind explizit erwünscht: https://www.facebook.com/Wigwam1994/posts/726484057411773

Kitas: zukünftige Verwahranstalten, in der eine Fütter-Wickel-Tröst-Maschinerie abgewickelt wird - natürlich mit "gehobenem Anstrich".

Die Länder haben den Ausbau der Kita-Plätze forciert. Wie wir alle längst wissen, hat dies massive Konsequenzen bezüglich der Qualität des Betreuungsangebotes nach sich gezogen. Es fehlen nicht nur Erzieher an allen Ecken und Enden, sondern auch die Gruppengrößen sind zum Teil auf bis zu 22 Kindern pro Gruppe gestiegen - eine Fütter-Wickel-Tröst-Maschinerie. Und das angesichts der Tatsache, dass gerade die Kinder unter 3 Jahren genau gegenteilige Bedürfnisse, nämlich mehr Nähe und mehr Zuwendung.

In dieser Sendung werden durchaus offene und ehrliche Worte gesprochen, denn es besteht nicht nur die kurzfristige, sondern auch die langfristige Gefahr, dass aus den Kitas eine Art „Verwahranstalt“ wird.

Diese Gefahr geht nicht alleine zurück auf zu große Gruppen und einen Erziehermangel, sondern auch darauf, dass sich die Aufgaben der Erzieher grundlegend gewandelt haben. Sie haben jetzt die Aufgabe, umfangreiche Bildungsprogramme mit den Kindern umzusetzen, wofür aber zeitgleich nicht die Rahmenbedingungen geschaffen wurden. Rahmenbedingungen nämlich, die dafür sorgen würden, dass Entlastung an Stellen entsteht, an denen Erzieher auch vorher schon überlastet waren. Und so hören wir im Beitrag von betroffenen Kitaleiterinnen und Erziehern massive Klagen darüber, dass im Grunde keine Zeit mehr bleibt für das einzelne Kind. Zeit jedoch ist das Wichtigste Element, das man einem Kleinkind schenken kann.

Und damit ist klar, dass angesichts dieser Tatsachen auch über Sinn und Zweck von Bildungs- und Förderprogrammen gesprochen werden muss, wenn das Kind, das davon profitieren soll, als solches nicht mehr in seinen Bedürfnissen wahrgenommen werden kann.

Spielen, so hören wir von einer Betroffenen im Beitrag,

dafür sei keine Zeit mehr. Aus meiner Sicht, ist es ein Unding, dass wir über die natürlichsten Bedürfnisse eines Kindes: Liebe, Zuwendung, Zeit, Nähe, Bindung und Spiel überhaupt auf diese Art und Weise diskutieren müssen. Es stellt sich also die Frage, ob die Gesamtanforderung, die der Rechtsanspruch mit sich brachte, dem Kindeswohl nicht grundsätzlich zuwider laufen. Kleinere Kinder bedeuten mehr Fachpersonal, bedeuten kleinere Betreuungsschlüssel, bedeuten gerade mehr Zeit fürs Kind und nicht weniger durch Bildungsprogramme.

Das Ziel des Beitrages

war also zu fragen: >> Welche Indizien gibt es dafür, und wie lässt sich pädagogisch hochwertige Arbeit angesichts leerer Kassen und Erziehermangels gewährleisten? In dieser Woche haben sich Kita-Leiter mit Politikern und Bildungsexperten auf dem Deutschen Kitaleitungskongress in Dortmund darüber den Kopf zerbrochen.

PISAplus fragte:

Haben die Kommunen die Qualitätsstandards herunter geschraubt, um den Rechtsanspruch erfüllen zu können? Leidet die Betreuung, weil zu wenig oder zu schlecht qualifiziertes Personal verfügbar ist? Was ist pädagogisch unter diesen Bedingungen überhaupt möglich? Brauchen wir ein bundesweites Qualitätsgesetz, das Standards für Kindertagesstätten festlegt?

Gesprächsgäste waren:

Ellen Engstfeld, Ver.di-Vertrauensfrau und Leiterin einer Kölner Kindertagesstätte Norman Heise, Landeselternausschuss Kindertagesstätten Berlin Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Kathrin Bock-Famulla, Ländermonitor Frühkindliche Bildung Bertelsmann-Stiftung

Weitere Beiträge: Lars Faulenbach: Wunschkonzert - Kita-Leiter sagen, was ihrer Einrichtung fehlt

Susanne Lettenbauer: Füttern, wickeln, trösten - was noch?

Bayerische Kitas im Spagat zwischen pädagogischem Anspruch und stressiger Realität

 Was mich insbesondere sehr traurig stimmt, ist die nun kommende Erfahrung, die wir ganz sicher werden machen müssen. Es wird landauf landab über diese Missstände zwar geredet, aber wirkliche Abhilfe wird so schnell nicht geschaffen werden können. Und wenn dem so ist, wird das Thema auch in den Medien wieder abebben.

Tagein Tagaus werden aber unsere Allerkleinsten weiter und weiter unter diesen Bedingungen verwahrt!

herzliche Grüße

Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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