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Freitag, 1. August 2014

Autor: Susanne Rowley

Immer diese Jahrestage. Wie wär's mit dem Betreuungsgeld?

Für all‘ jene, die sich eine differenzierte eigene Meinung bilden möchten, 

nachdem sie die heutigen Artikel zum bevorstehenden Jahrestag des Betreuungsgeldes gelesen haben, und sich eben nicht mit dem Genuss einer oft reißerischen Überschrift - mit gewollt transportierter Aussage - zufrieden geben möchten.

https://www.facebook.com/aktuelle.sozialpolitik

Prof. Dr. Stefan Sell

kommentiert in seinem Blog ausführlich, ausdifferenziert und aufklärend die Zeitungsberichte, die heute durch die Presselandschaft gejagd wurden, auf der Suche nach Leichtgläubigen. Inhaltlich geht es um eine Studie,

www.forschungsverbund.tu-dortmund.de/index.php

auf die alle Zeitungsberichte mehr oder weniger aufgehüpft sind, ohne die Hintergründe bzw. die Ausgangslage der Studie genauer zu betrachten. Zum Glück gibt es da einen, der Augen und Ohren offen hält. Und ich bin nach dem Lesen seines erhellenden Artikels geringfügig entsetzt, dass uns Zahlen von „vor der Zeit“ als Ergebnisse von „nach der Zeit“ untergejubelt werden sollten. Und ich fühle mich auch hinter’s Licht geführt, wenn ich lese, welche Annahmen den Ergebnissen zugrunde lagen (Bsp. Eltern, die keinen Betreuungsbedarf vortragen, sind potentielle Betreuungsgeldempfänger?).

Also wissen wir jetzt, dass wir noch nichts wissen.

Trotzdem sind, und auch da teile ich seine Meinung, Argumente für dieses Betreuungsgeld nach wie vor absurd. Es stellt weder Wahlfreiheit her, noch ist es eine Anerkennung von Erziehungsleistung, sonst würden auch a) Hartz 4 Empfänger in den Genuss jener Leistung kommen müssen und b) könnten einkommensstarke Familien, in der beide Elternteile einer Arbeit nachgehen, es nicht verwenden, um ihr Aupair-Mädchen zu finanzieren. Oder ist es etwa doch egal, WER diese Erziehungsleistung erbringt.

Da hatte ich die CSU allerdings völlig anders verstanden. Nun ja, das verwundert auch nicht wirklich, denke ich an einen höchst erfrischenden Austausch mit unserer Rheinland-Pfälzischen Vize zurück, die in einem Dialog mit mir vor Jahren durchaus auch die Möglichkeit einräumte den „grauen Markt“ – also jenen unqualifizierten „Sumpf“, der eben noch so erbittert bekämpft werden musste, mit dem Betreuungsgeld wieder zu beleben. Nun ja, ich muss auch nicht alles verstehen,

aber

was Prof. Sell in Sachen 1. Geburtstag des Betreuungsgeldes aufdröselt, habe ich verstanden. Bevor ich aber zu seinem Blog überleite noch eine kleine Anmerkung zu Frau Haderthauer, CSU Ihr Versuch, die Sache jetzt wieder für die Befürworter der ideologisch geführten Debatten zu nutzen, in dem sie sich folgendermaßen äußert:

>> Bei Ein- und Zweijährigen eine Besser-/Schlechter-Diskussion zwischen Elternzuwendung und Kita anzuzetteln, ist ein ideologischer Tiefschlag sonders gleichen gegen alle Eltern von Kleinkindern <<

schlägt dem Scheindebatten-Fass echt den Boden aus -

man könnte Weinen vor Rührung. Es fällt schwer zu glauben, dass sie wirklich glaubt, was sie da von sich gibt. Ich bin eher geneigt zu glauben, dass in Ermangelung von Argumenten eine gewisse Hilflosigkeit das letzte Mittel der Wahl ist. Aber als Politikerin, die auch Verantwortung dafür trägt, wie Familie sich in diesem Land definiert und versteht, hat sie sich just mit diesem Satz ein schlechtes Führungszeugnis ausgestellt.

Und nun die Überleitung zum Artikel von Prof. Dr. Stefan Sell

Zitat:

>> Immer wieder interessant, wie Meldungen abgeschrieben werden und sich verselbständigen. Nehmen wir als Beispiel die aktuellen Berichte, eine neue Studie hätte ergeben, dass das Betreuungsgeld schlecht ist. Weil: Betreuungsgeld schadet der Chancengleichheit, Betreuungsgeld hält von Kita ab usw. - so lauten die Schlagzeilen. Nun ist es kein Geheimnis, dass ich schon lange und mehrfach auf die Fragwürdigkeit bis hin zur Skurrilität dieser Geldleistung hingewiesen habe, die übrigens am 1. August den ersten Jahrestag feiert und von 100 auf 150 Euro erhöht wird. Aber bei aller Kritik muss man immer auch vorsichtig sein, wenn es heißt, "eine neue Studie hat ergeben". Dann muss man auch immer mal genauer hinschauen. Denn nur weil etwas die eigene Meinung bestätigt, muss man das nicht gleich kritiklos zur Kenntnis nehmen und verwenden. Wer sich dafür interessiert, dem sei dieser Beitrag von mir empfohlen. Immer diese Jahrestage. Wie wär's mit dem Betreuungsgeld? <<

Zitat Ende

herzliche Grüße

Susanne Rowley

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Susanne Rowley
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