Montag, 19. August 2013

Autor: Susanne Rowley

Hirn oder Hintern. Birgit Kelle: "Dann mach' doch die Bluse zu"

Da sag ich nur, warum sich entscheiden, wenn ich doch beides hab? 


www.focus.de/finanzen/karriere/tid-33235/abrechnung-mit-sexismus-debatte-und-familienpolitik-hirn-oder-hintern-frauen-muessen-sich-entscheiden-was-sie-betonen-wollen_aid_1085286.html

Hirn oder Hintern?

Da sag ich nur, warum sich entscheiden, wenn ich doch beides hab ? Eigentlich (ich weiß, ein Wort, das jedem durchdachten Wortschatz eigentlich entfliehen sollte) sind wir heute zu gut gelaunt, um DAS da ernsthaft zu kommentieren.

Von daher geben wir den Artikel gerne zum Abschuss äh zur geneigten Diskussion frei. Ich notiere also kurze Blitzgedanken dazu, in der Hoffnung nicht ins Ausschweifen zu kommen ;-):

Auf Eva Hermann musste ja auch Désirée Nick folgen,

sonst wären wir als Frau an und für sich nicht satt geworden. Beide Bücher - geschlossene Welten in sich! Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe Frauen auch ganz ohne Rückbesinnung – wo kämen wir dahin? Was ich bereits vor Erscheinen der beiden Bücher wusste, es gibt oben und unten, schwarz und weiß – und dazwischen möchte sich so manch eine Frau gern selbst bewegen. Mann und Frau sind verschieden – gottlob ist das so.

Es gibt die Ideologie, die Wissenschaft, die Psychologie – manch ein Wesen mag in die Esoterik abgleiten, ohne den Begriff je gegoogelt – geschweige denn erforscht zu haben – und was wären wir, wenn wir in diesem Zusammenhang nicht den Glauben noch erwähnt hätten.

Ich gestehe jedem lebenden Wesen seine eigene Erlebniswelt zu,

denn nur daraus kann sich seine gefühlte Welt zusammensetzen. Ich weigere mich aber, Extreme anzunehmen, die aufgrund einer personalisierten Erkenntnis durch vermeintlich chaotisch überfordernde Zusammenhänge sich ins Gegenteil verkehren.

Scheinbar orientierungslos dahin dümpelnde Frauen brauchen Führung - darum ziehen andere Frauen los, ihre Geschlechtsgenossinnen retten zu wollen, in dem sie uns entweder zurückschicken, an den sicheren harmonischen Herd, an dem wir unserer Bestimmung nachzufolgen haben – oder aber auf die Schiene der erbitterten Erkenntnis unserer Autorin hier, die sich in gewisser Weise dem „des Mannes Triebe, sind leider auch seine Hiebe“ aus naturwissenschaftlicher Testosteron-Sicht zu nähern versuchen.

Solche Schriften sind mir ebenso suspekt,

wie die privat-empirischen Erhebungen einer CSU Frau namens Bähr, die ihre Welt aus der Befragung ihrer Nachbarinnen kreierte, wie unsere Familienministerin, die den scheinbar neuen Wert auf ihre Fahnen schrieb >Wir brauchen keine Leitbilder und keine Bevormundung< und selbst als unauthentischstes Vorbild ihrer eigenen Texte daherkommt, weil ihr Buch in Wahrheit nichts anderes wiederspiegelt, als die Grenzen ihrer eigenen Politik.

Ok – zurück zum Artikel – wir lesen hier,

dass wir die Bluse zumachen sollen, wenn wir nicht angegriffen werden wollen

– die Schreiberin gesteht dennoch eine gewisse Form von Sexismus zu, nämlich da, wo aus ihrer Sicht Abhängigkeit besteht – aber auch hier schränkt sie flux ein, dass wir uns auch auf dem Arbeitsplatz bewusst sein müssen, WAS wir da so auftragen.

Also liebe Autorin, ich setze mal feist voraus, das wir nicht im zu kurz geratenen Rock der Verheißung zur Sitzung erscheinen, aber solche Argumente wie:

>> Es ist zumindest völlig unglaubwürdig, wenn Frauen behaupten, sie machten das alles „nur für sich“. Ich habe noch keine Frau getroffen, die sich aufgedonnert hat, um sich abends allein vor den Fernseher zu setzen. Die Wahrheit ist: Frauen machen viel, um optisch Aufmerksamkeit zu erregen. Das ist auch völlig legitim. Nur müssen sie dann auch einkalkulieren, dass auch mal der Falsche reagiert. <<

gelten für das Privatleben! Punkt und Ausrufezeichen!

Auch wenn Sie viele Männer kennen, die nach ihrer eigenen Aussage bereits von den Bäumen herunter sind,

gibt es so etwas wie Zurückhaltung, Benimmregeln und Anstand – ich spreche ja einen Vorstandsvorsitzenden auch nicht auf seine weiße Socken an, selbst wenn ich fast blind werde, wenn ich sie bemerke. (Gerade fällt mir das Pulloverloch am Unterarm eines gehässigen Justiziaren ein, das ich im Aufzug gemeinsam mit ihm leider fahren müssend bemerkte. Ich gestehe ich hab drauf gezeigt.

Am interessantesten wird der Artikel an jener Stelle, an der sie mit ausreichend Hilfsangeboten für jene sexistisch geplagte Frauen zu punkten versucht:

Frau muss bei möglichen Belästigungen nur laut genug in Richtung Gleichstellungsbeauftragte rufen, dann geht schon was!

Nein wir plädieren nicht für Benimmkurse für Männer, in denen sie lernen sollen, Frauen am Arbeitsplatz nicht länger als 4 Sekunden anzuschauen, wir plädieren nur für das, was es ist – Arbeit und nicht Raum für sexuelle Anmache – kann ja nicht so schwer sein, das zu bewerkstelligen; gleichgeschlechtliche Arbeitskollegen machens täglich vor. Es geht also um die Sache - nicht ums Beinkleid - man stelle sich vor!

Volle Zustimmung erhält sie von mir in Sachen Familienleistungen – sie hat recht, wenn sie fordert das jene nicht an eine Richtung gebunden sein dürfen – sondern der Staat die Förderung von und für Familien als solches vergibt, um das individuelle Lebensmodell wertfrei zu belassen.

Um zu guter Letzt jeglichen Missverständnissen insofern vorzubeugen

ich tendiere weder zur einen noch zur anderen extremen Ausrichtung, was nicht heißen soll, dass ich keiner Meinung mächtig bin. Was ich verstehe ist, dass sie alle Mütter sind, wie ich eben auch, die sich nicht mehr vertreten fühlen in der politischen Landschaft.

Und weil deren Stimmen ungehört bleiben, die gesamtgesellschaftlichen Probleme sich zeitgleich aber häufen, entspringen sie aus meiner Sicht, die engen Sichtweisen, dass man es ja mal versuchen könnte mit der Denke einer Eva Hermann, die sich rückbesinnt auf das, was einmal war, verknüpft mit der Befreiung der Übermutter im Nationalsozialismus, die nur aus rein chirurgischen Aspekten in den 68igern wieder abgeschafft werden musste.

Nein, möchte ich da rufen,

es sind mit Sicherheit nicht die „alten Werte“, die heraufbeschworen werden müssen, sondern die Werte der Frau / des Mannes / des Menschen an sich - aber gemessen an unserer Zeit. Denn was aus meiner Sicht diese Autorinnen, die zur Extreme neigen, oft vergessen – das Rad geht nicht zurück Ihr Lieben – es geht immer voran!

Und zwischen all diesen spannenden geschichtlichen Ereignissen hat das stattgefunden, was Vergleiche zu Hinkenden machte

– und das nennt sich Entwicklung!

herzliche Grüße

Eure Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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