Wigwam Blog

Samstag, 1. Juni 2002

Autor: Susanne Rowley

Haushaltsscheck - Meldeverfahren / Steuern für Alleinerziehende / Rentenratgeber

Liebe Wigwam-Freunde,

wieder daheim in Bad Münster am Stein schreibe ich Ihnen aus meinem neuen Büro. Wenn auch noch nicht alles fertig ist, so fühle ich mich doch sehr wohl. Nochmal zur Erinnerung - unsere alte/neue Telefonnummer: 06708-660636 // Fax: 06708-661570. Ich möchte mich bei allen Müttern und Tagesmüttern bedanken für die zahlreichen guten Wünsche. Besonders aber bei Frau Buchmann, aus Traisen, die mir "Brot und Salz" ins neue Heim brachte. Das hat mich ganz besonders gefreut. Das Brot ist aufgegessen - das Salz noch da ;-). Heute startet unser Info-Brief mit einem Beitrag von Anette Vanderwege, von Wigwam 2 aus Hocheim - Massenheim. Sie findet, dass die Mütter und Tagesmütter auch mal einen kleinen Einblick haben sollten in unsere Büroarbeit. Infolge endet der Info-Brief wieder sehr informativ. Ich habe Themen aufgegriffen, die grundsätzlich aktuell sind, aber auch für bestimmte Eltern und Wigwam-Betreuer im Moment sehr wichtig sind. Frau Vanderwege von Wigwam 2 aus Hochheim-Massenheimmeldet meldet sich zu Wort... "Ein ganz normaler Tag in (m)einem WIGWAM" 6.00 Uhr:  Alles ist ruhig und schläft. Ich träume vom Urlaub in der Südsee, ein kleiner Windhauch huscht über meine Haut. Gerade als die Sonne am heißesten scheint, werden zwei Eisbrocken auf meinen Bauch geworfen. Ich schrecke aus meinem Traum auf und schaue in zwei leuchtende Kinderaugen. Die Eisbrocken entpuppen sich als Kinderfüße, mein kleiner Sohn strahlt mich an und verkündet: "Momi fertig Heia"! Das ist der Beginn eines Tages in meiner Wigwam - Filiale. Bis 8.30 Uhr tobt der normale Wahnsinn. Der "Große" ist mittlerweile aufgewacht, und es gibt schon den ersten Streit um eines der mindestens 100 Kuscheltiere. Das Frühstück wird vorbereitet, die Kinder angezogen, Diskussionen werden geführt, ob Zähneputzen auch wirklich nötig ist. Das eine Kind wird in die Schule geschickt und das andere muss in den Kindergarten gebracht werden. 8.29 Uhr das Telefon klingelt zum 1. Mal. Mit der Kaffeetasse jonglierend, laufe ich an den Schreibtisch. Mist - da lag noch das Auto vom Vortag. Ich trete drauf und komme stolpernd an meinem Schreibtisch an. Dabei bekleckere ich meinen Pullover, den Rest vergieße ich auf dem Schreibtisch. Fluchend nehme ich den Hörer ab und trällere lächelnd: "Kinderbetreuungsbörse: Guten Morgen". Ein ganz normaler Vormittag beginnt: Ich nehme eine Unmenge Neuanfragen entgegen, höre mir Ergebnisse meiner Bemühungen der letzten Tage an, telefoniere, berate, disponiere um, organisiere, diskutiere, verhandele, schlichte, kläre auf und mache mir eine Unmenge Notizen; alle 10 Minuten denke ich mich in eine andere "Geschichte" ein. Wähle neue Tagesmütter zum Gespräch aus, vergebe Termine hier und da, wo Platz ist. Zwischendurch ärgere ich mich mit Krankenkassen und Ämtern herum, die uns Steine in den Weg legen, schreibe Ärzte, Kindergärten und Krabbelstuben an, und bitte darum unser Material auszulegen. Verhandele mit Firmen, und sozialen Einrichtungen, knüpfe Kontakte, arbeite Unterlagen für meine Mütter aus, stelle Material für große Tagesmutter-Treffen zusammen. Zwischendurch ruft Frau Rowley an, um mir mitzuteilen, dass es Neuerungen gibt, und die Unterlagen, die ich soeben liebevoll zusammengesucht habe, umgestaltet werden müssen. 13.30 Uhr die offizielle Bürozeit ist zu Ende und die Kinder sind zu Hause. Ich habe viel geredet und keine Zeit zur Umsetzung gehabt. Alle Arbeit ist angefangen - neue dazugekommen und nichts zu Ende gebracht. Zwischen Kochlöffel und Tischdecken, stehle ich mich also noch einmal ins Büro um ganz dringend den ein oder anderen Brief fertig zu schreiben. Mein " Kleiner" bekommt das mit, und will helfen. Er sitzt auf meinem Schoß und versucht immer wieder ein Knöpfchen auf der Tastatur zu erwischen. Das Telefon klingelt und weil ich nun mal da bin, gehe ich auch ran. Eine Mutter braucht Hilfe - jetzt! Die Hilfe, will mein Kind leisten. "Mami, Momi will auch telefonieren". Ich merke das das nichts wird und vertröste die Mutter auf abends. 20.00 Uhr: Die Kinder sind im Bett. Jetzt schnell ans Telefon und noch die Mutter vom Nachmittag anrufen; nicht zu lange; weil ich muss ja jetzt erst richtig arbeiten. Während des Gespräches klingelt aber das Notfall - Handy. Wir brauchen dringend einen Ersatz für eine "ausgefallene" Tagesmutter. Ich rufe noch einmal rum und schaffe es auch für den nächsten Tag eine Lösung zu finden. Danach wird es endlich wunderbar ruhig. Dies ist die Gelegenheit um die liegengebliebenen Berge aufzuarbeiten. Den Gedanken an den guten Krimi schiebe ich beiseite - schlafen gehen ist auch nicht drin. Da fällt mir ein, dass ich die Internet-Anfragen von heute noch nicht eingesehen habe. Ich rufe sie ab - sind nur 24 - nur nicht aufregen - immer schön der Reihe nach. Ich überprüfe die Dringlichkeit und stelle fest, dass nur 20 dringend sind. Ich mache mich an die Beantwortung - auf eine Erstreaktion soll keine Mutter lange warten. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass das Telefon morgen sicher ruhiger sein wird - dann werde ich den liegengebliebenen Berg von heute abarbeiten. 24.00 Uhr: Ich liege im Bett und denke noch einmal über den vergangenen Tag nach - welche Mutter zu welcher Tagesmutter; vor meinem geistigen Auge ziehen die "potentiellen Pärchen", die zusammenpassen könnten, vorüber. Und noch was:  Eine Bemerkung einer Mutter will mir nicht aus dem Kopf gehen: "Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag - wir telefonieren doch so selten miteinander?" Anette Vanderwege / Wigwam 2 Der Haushaltsscheck / Meldeverfahren für Kinderfrauen

Wigwam vermittelt in jüngster Zeit wieder vermehrt Kinderfrauen, die Ihren Lebensunterhalt mit der Kinderbetreuung bestreiten möchten; also entweder Vollzeit in einer Familie tätig sind, oder mehrere Familien in der Woche betreuen. Unser Pilotprojekt "Kinderfrau auf Gewerbeschein" wird gut angenommen. Immer mehr Erzieherinnen und auch ehemalige Altenpflegerinnen wagen den Sprung in die Selbständigkeit. Für unsere Kinderfrauen, die weiterhin im Angestellten-Verhältnis arbeiten möchten, gibt es die Möglichkeit dieses über den "Haushaltsscheck" zu tun. Dieses vereinfachte Meldeverfahren zur Sozialversicherung möchte ich Ihnen heute näher bringen. Bei Beschäftigungsverhältnissen bis zu einem Entgelt von 767,00 € im Monat kann der HH-Scheck verwendet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Geringfügigkeitsgrenze von 325,00 € unterschritten wird. Bei einem Arbeitsentgelt, was darüber liegt, muss das normale Meldeverfahren angewendet werden. Wie funktioniert das? Beim HH-Scheck-Verfahren bucht die Krankenkasse die Beiträge von insgesamt 27,7 % für Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung (Basis 1999) vom Konto des Arbeitgebers (abgebende Eltern) ab, der die Beiträge allein trägt; hinzu kommen die Umlagen nach dem Lohnfortzahlungsgesetz und der Beitrag zur Krankenkasse (ein individueller Satz), und ein Beitrag zur Unfallversicherung, den diese selbst erhebt. Wichtig Übersteigt das Arbeitsentgelt 325,00 € im Monat nicht, werden pauschale Beiträge von 12 % zur Renten- und 10 % zur Krankenversicherung abgebucht. Verzichtet der Arbeitnehmer auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung, werden zusätzlich Pflichtbeiträge von 7,5 % zur Rentenversicherung abgezogen, die ebenfalls der Arbeitgeber alleine zu tragen hat. Liegt das Entgelt bei bis zu 153,00 € (der ganz genaue Betrag muss hier von Wigwam noch erfragt werden), werden ca. 19,5 % zur Rentenversicherung abgebucht. Der Arbeitgeber erteilt eine Einzugsermächtigung an die Krankenkasse, welche die Sozialversicherungsbeiträge berechnet. Diese leitet dann die Beträge an die einzelnen Versicherungszweige weiter. Bei Beginn der Beschäftigung meldet die Krankenkasse automatisch der Unfallversicherung Namen und Anschrift des Arbeitgebers. Zum Jahres- oder Beschäftigungsverhältnisende erhält der Arbeitgeber von der zuständigen Krankenkasse eine Bescheinigung, die der Einkommenssteuererklärung beizulegen ist. Bescheinigt werden der Zeitraum, für den Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt wurden, sowie die gezahlten Entgelte und Sozialabgaben. Der Arbeitnehmer erhält dann eine Mitteilung über die von der Einzugsstelle erstattete Meldung zur gesetzlichen Rentenversicherung; besonders den Bruttolohn und die genauen Verdienstzeiträume. Versicherungsschutz in der Unfallversicherung Unabhängig von der Höhe des Arbeitslohnes sind grundsätzlich alle abhängig Beschäftigten gegen Arbeitsunfälle versichert. Wie erwähnt, übernimmt die Krankenkasse diese Anmeldung bei der Unfallversicherung. Fristen Der private Arbeitgeber ist verpflichtet, den Beginn und die Art des Arbeitsverhältnisses innerhalb von 2 Wochen bei der gesetzlichen Krankenkasse seines Arbeitsnehmers zu melden. Kommentar von Wigwam: Eine saubere Lösung für unsere Kinderfrauen - ein harter finanzieller Brocken für unsere abgebenden Eltern. Mehr Steuern für Allein Erziehende

Wussten Sie, dass seit dem 01.01.02 allein Erziehende mehr Steuern zahlen müssen? Der Haushaltsfreibetrag von 5.616 DM (neuester Stand in € ist uns noch nicht bekannt), wird bis zum Jahr 2005 nach und nach abgeschafft. Das bedeutet in der Praxis, dass alle Eltern, die ab Januar 2002 mit ihren Kindern alleine leben in Steuerklasse 1 eingestuft werden und somit wie Singles behandelt werden. Der Verband allein erziehender Mütter und Väter (VAMV) organisiert einen bundesweiten Protest gegen die Streichung der Steuerklasse 2. Wer sich an dem Protest beteiligen möchte, sollte einen an sich selbst adressierten mit 1,12 € frankierten Umschlag an den VAMV LV NRW e.V., Juliusstraße 13, in 45128 Essen schicken. Rentenratgeber für Frauen Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat gemeinsam mit dem Bundesarbeitsministerium einen Rentenratgeber für Frauen herausgegeben. Es geht darin um Frauen in allen Lebenslagen: um Singles, allein Erziehende, erwerbstätige und nicht erwerbstätige Frauen in teilzeit oder vollzeit. Es wird informiert über Kindererziehungszeiten, Zusatzversorgung etc. Der Ratgeber ist kostenlos und kann bestellt werden bei:

  • Broschürenstelle des Familienministeriums, 53107 Bonn, Tel.: 0180-5329329 oder per E-Mail: roschuerenstelle_at_bmfsfj.bund.de  

So das wars für heute von dieser Stelle
Es grüßt ganz herzlich Ihre  
Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
Kapitän-Lorenz-Ufer 20
55583 Bad Kreuznach

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