Samstag, 28. Januar 2017

Autor: Susanne Rowley

"Ham sie nich jemand Gescheites"? Erfolgsfaktor Vereinbarkeitslüge

Was steckt hinter dem "Erfolgsfaktor Fähnchen" von Unternehmen?


Heute zeige ich Ihnen liebe Eltern, liebe Betreuer eine reale Anfrage eines Elternpaares, wie sie mich so oder ähnlich erreichen.

Auch meine Vorträge in Unternehmen leite ich gerne mit der Darstellung echter Anfragen ein. Manchem Zuhörer gereicht es nur zur allgemeinen Belustigung; andere Personalverantwortliche denken erstmals ernsthaft nach.

Auszüge aus einem Brief einer Mutter:

>> Sehr geehrte Frau Rowley,
(…) Wir sind auf der Suche nach Kinderbetreuung für unsere beiden Kinder (…) und (…) Ich trete in wenigen Wochen eine Stelle an, bei der ich um 7 Uhr morgens bereits im Büro sein muss. Mein Mann muss täglich zwischen (…) und (…) pendeln, somit ist er zu dieser Uhrzeit schon unterwegs. Unsere Kinder 1,5 Jahre und 8 Jahre alt besuchen verschiedene Einrichtungen, eine Kita in (…) und die Schule in (…). Die Beiden müssen spätestens um 8.30 Uhr dort sein.
Bitte vermitteln sie uns eine Babysitterin, die die Kinder aufweckt und für Schule und Krippe fertig macht. Frühstück vorzubereiten, kann ich noch schaffen. Diese Person sollte um 6.25 Uhr in unserer Wohnung sein. Gut wäre es, wenn diese ein Auto hätte, das wäre für uns alle einfacher. Wenn sie kein Auto hat, ist das nicht so tragisch, denn die Bushaltestelle ist in nur 10 Minuten Fußweg zu erreichen. Selbstverständlich bezahlen wir für eine entsprechende Karte.
Wir bräuchten dann aber noch eine weitere Person (entweder die gleiche Person oder jemand anders/was ist besser aus steuerlicher Sicht?) die nachmittags entweder von 16 bis 17 Uhr oder besser noch bis 18 Uhr bei uns zu Hause bleibt und nach dem Rechten sieht. Bevorzugen würden wir einen weltoffenen Menschen, der gebildet ist, da wir eine internationale Familie sind und unsere Kinder in den Sprachen (…) und (…) erzogen werden sollen. Wir sind von Beruf (…) und (…) und leben bereits sei (…) Jahren in Deutschland. Wir möchten die Suche in ihre Hände legen, weil unsere Kinder das Wertvollste, sind, was wir haben. Ich freue mich sehr auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen. <<

Diese Eltern suchen gelinde gesagt

einen „internationalen Leibeigenen ohne Rechte mit pädagogischer Vorbildung“,

der hüpft, wenn gepfiffen wird, kein eigenes Leben hat, und nur dann seine Miete zahlt, wenn Betreuung gebraucht wird.

Ich werfe solche Eigen-Konstrukte Eltern nicht vor,

denn mangels Beratung und aufgrund starrer Strukturen von staatlichen Einrichtungen, können sie gar nicht anders. Auch diesem Elternpaar konnte ich klarmachen, dass der Mensch, den sie suchen, tatsächlich atmet, ein eigenes Leben führt und vielleicht auch noch Spaß bei der Arbeit sucht.

Da klingeln die Kassen der Vermittlungsagenturen

Ich schätze mal, dass eine klassische Vermittlungsagentur in einem Jahr so an die 15 Menschen in diesen Haushalt schicken und kräftig daran verdienen würde. Darunter wären vermutlich Studenten in den Semesterferien, Rentnerinnen, die nur können, wenn das Knie gerade nicht so weh tut. Schwarz muss das dann stellenweise auch laufen, denn der Zuverdienst ist Rentnern nur begrenzt erlaubt. Dann hätten wir noch die Arbeitssuchenden vom Jobcenter, die aber auch nur solange bleiben, bis die Zwangsumschulung winkt.

In der Regel schauen mich Eltern dann mit weit aufgerissenen Augen an und können kaum glauben, dass das Unmögliche nicht wirklich Bestand haben kann.

Von „kindgerecht“ und „Pädagogen-Glück“ habe ich bis dahin noch kein Wort verloren..

Die Wigwam-Lösung dazu sieht völlig anders aus:

Der kleine Mann geht in ein bindungsorientiertes Wigwam-Kinderstübchen, dass keine Randzeiten entstehen lässt. Der Große verbringt seine Nachmittage in seiner Betreuungsfamilie, in der er nicht nur in aller Ruhe seinen Hausaufgaben nachgehen kann, sondern auch noch Spielkameraden findet.

Der Arbeitgeber sitzt gefälligst mit im Boot; heißt: die Mutter fängt schlicht und ergreifend eine Stunde später an.

Ich will sie, die Verantwortung aller Beteiligten

für das Gelingen von Vereinbarkeit. Und ich will es kindgerecht, und bitteschön auch so, dass die betreuende Seite Erfüllung finden kann.

Und so ist es mir über Jahre gelungen, das ein oder andere Unternehmen ins Boot zu holen, die es satthaben, dass auf ihrem Firmendach ein dünnhäutiges „Erfolgsfaktor-Fähnchen“ weht, und nichts davon bei den Mitarbeitern ankommt.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit

Ihre Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
Kapitän-Lorenz-Ufer 20
55583 Bad Kreuznach

Anerkannte Bildungseinrichtung

Phone: 06708 – 660636
E-Mail: info_at_wigwam.de

Kindertagespflegeberatung
Mo-Do: 9-16 Uhr
bei Terminen auf Rückrufbasis

Wigwam Vertragspartner

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