Mittwoch, 26. Mrz 2014

Autor: Susanne Rowley

Frauenquote - nur über meinen Stöckelschuh

Bin ich oben, kommst Du noch lange nicht dahin - nur über meinen Stöckelschuh

Liebe Wigwam-Freunde,

Das Ausland lacht? Lesen wir in diesem Artikel:

www.fr-online.de/wirtschaft/frauenquote-headhunterin-im-interview--das-ausland-lacht-ueber-uns-,1472780,26629722.html

Ja, ganz sicher an der ein oder anderen Stelle. In Deutschland kann man aber nur lachen, wenn man trotz Verkrustungen all' überall die Zähne noch auseinanderkriegt.

Ok – sie kommt die Frauenquote,

auch wenn es Einschränkungen geben wird, und die freiwilligen Flexi-Dinger jetzt verpflichtende Zielvorgaben heißen.

Ich bin kein Befürworter der Frauenquote, dies hatte ich bereits vor geraumer Zeit begründet, als ich einen Artikel von Heiner Thorborg, der ebenfalls ein Headhunter ist, kommentierte. Denn wie überall im Leben muss Boden auch bereitet sein, damit Samen aufgehen kann.

Und da hätten wir in Deutschland noch so manches zu tun. Quote wird also auf verkrustete Strukturen in alten und jungen, aber ebenso gut verteilt in männlichen + weiblichen, Köpfen treffen, und es wird sich so manch ein Ausweichgeschwür bilden, damit nicht oben ankommt, was gefälligst unten bleiben soll. Kinder und Familie haben alleine genügt schon, um nur irgendwie aber nicht wirklich Erfolg zu haben.Dabei sägen die Vorstände langfristig am eigenen Stuhl, denn wer, wenn nicht Frauen sollen den Führungsnachwuchs gebären.

Gleiches gilt für eine gelingende Vereinbarung von Beruf und Familie -

da macht sie einfach nicht richtig mit die freie Wirtschaft - da hat sie zwar keine Säge in der Hand, sehr wohl aber die Hände auf dem Rücken.

Täglich lese ich, es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, und trotzdem steht Familienpolitik lieber auf der Bremse als neuen Strukturen und Ideen den Weg zu bereiten, und endlich die mit in die Verantwortung zu nehmen, die schon bald am lautesten jammern werden.

Was soll's - es wird gemacht, was immer schon gemacht wurde, aber nie lange gut ging:

Auf Halbfertiges und Halbgares wird jetzt eine neue Verordnung oben drauf gepfropft, die sich den Weg durch die verkrusteten Strukturen alleine bahnen soll. Mal schauen, wo wir da landen werden.

Trotzdem:

Gefällt mir – die Headhunterin in jenem Artikel, weil sie quatscht nicht – sie macht einfach. Und das ist ein möglicher Weg, wie man verkrusteten Strukturen auch begegnen und Berührungsängste abbauen kann. Negative Erwartungshaltung wird durch neue Erfahrungen ersetzt. Und schon sind die nächsten Unkenrufer am Start.

Liest man die Folge-Kommentare der User zum Artikel, sticht mir sofort ein bestimmter Kommentar ins Auge. Da schreibt ein Zeitgenosse: >> Wenn die Frauenquote für Führungskräfte kommt, kann sich die Headhunterin Frau Tarves über ein deutlich gestiegenes Einkommen freuen. <<

Ja sapperlot

aber auch – wieso krebst die mit ihrem Headhunter-Büro für Frauen in Führungspositionen nicht am Existenzlimit rum? Da haben wir sie wieder die leidige Neidhammelei – wie könnte das auch angehen, eine gute Idee haben, und damit auch noch Geld verdienen.

Überhaupt ist Geld verdienen an der Börse völlig ok –

nicht aber, wenn eine kommende gesetzliche Vorgabe einer klugen Dame ein paar mehr Euros in die Tasche spült. Und mit sozialer Arbeit darf man schon gar nicht seinen Beutel füllen – da ist die ehrliche Motivation sofort anzuzweifeln, und es stinkt zum Himmel in Deutschen Landen, wenn das Mutter Theresa-Syndrom vom Sockel gestoßen wird.

Aber anders als der männliche Headhunter nennt Frau Tarves nicht alle Klippen, die für ambitionierte Frauen in Führungspositionen zu umschiffen wären. Das kann durchaus mal der eigene Stöckelschuh sein, über den Frau dann fällt. Natürlich gibt es sie, die dicken männlichen Seilschaften, die Frauen im Wege stehen, aber sie ahnen ja nicht, was Frauen im Stande sind ganz ohne Seilschaften zu schaffen – das schafft die männlich dominierte Seilschaft noch lange nicht - und schon gar nicht so nachhaltig, denn Frau kann sich ganz alleine ab-schaffen. Frauen die mit jahrelanger Mühe die gläserne Decke nach oben durchstoßen haben, werden das "gute Haar" der weiblichen Nachfolgetalente sehr genau im Auge behalten.

Da wird es heißen: ich hab‘s alleine geschafft, soll die da einfach so hochrutschen? Bin ich oben, kommst Du noch lange nicht dahin – nur über meinen Stöckelschuh..…

Zicken sind Trumpf,

und genau das werden wir u.a. auch erleben. Und der weibliche Stachel einmal im Fleisch der „Anderen“ gesetzt, steckt er, und das meist sehr tief und langanhaltend. Hätten wir also eine vollendete Frauenquote, stünde diese auch nur so lange auf dem Papier, bis wir Frauen sie selbst aufleben lassen.

Schöne Erkenntnis - aber für meine Begriffe nicht wirklich neu, und in sämtlichen Frauenthemen zu finden. Bleibt also noch viel Arbeit im Inneren, meine Damen, wenn wir im Außen etwas bewegt kriegen wollen. Und da greift eins ins andere – da müssen die Damen mal an die Rabenmutter ran, an die stinkfaule Hausfrau, an die Karriere-Tussi, an die von Schuld Vergrämte, weil es ihr doch tatsächlich gut gehen darf.

Und sogar an die Tagesmutter,

denn selbst die glaubt hier und da, die bessere Mutter zu sein, weil sie ihre egoistischen Verwirklichungsgedanken zum Wohle des armen Kindes hinten angestellt hat. Steht sie also wirklich immer „hinten an“ die moderne Frau von heute? Oder kommt sie manchmal auch selbst nicht raus aus ihrem selbstgestrickten Dickicht, an dem sie seit Jahrzehnten webt.

Wie anstrengend,

sich beim Gehen permanent umsehen zu müssen, wo die „Andere“ abgeblieben ist.

Die Umsetzung einer von oben diktierten Frauenquote müsste von uns selbst "innerlich umgesetzt" werden, damit sie irgendwann einmal mehr sein kann, als nur ein feminines Pflaster auf selbstgeschlagene Wunden.

Ein Traum, denn dann bräuchten wir sie gar nicht mehr - diese Quote.

liebe Grüße

Susanne Rowley

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Susanne Rowley
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