Wigwam Blog

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Autor: Susanne Rowley

Erziehung ist Beispiel & Liebe - sonst nichts *Friedrich Fröbel

Kein Satz hat mich enger in meiner Arbeit begleitet und mehr beeindruckt als dieser.

www.zeit.de/zeit-magazin/2014/47/familie-mutter-praegung-therapie

Er steht auch als Leitlinie in meiner persönlichen Ansprache auf unserer Homepage.

Denn egal in welchen Stadien ich Eltern und Kinder je begleitete, irgendwo fand er sich wieder.

Und er hat erst recht seine Berechtigung, wenn Kinder erwachsen werden und die Suche nach sich selbst beginnt. Ich wollte nie so werden wie meine Mutter oder mein Vater, ist dann das nächste Stadium, das winken könnte.

Das Kind als Mission.

Und wenn sie misslingt, fangen beide - Eltern und Kinder - bei null wieder an. Dies geht oft mit einer völligen Ablöse einher, die notwendig ist, um sich neu und anders wieder annähern zu können.

>> Frei bin ich erst, wenn ich Jura studiere, obwohl meine Eltern wollen, dass ich Jura studiere <<

Klingt zunächst witzig - ist aber mit ganz viel Sinn behaftet. Und oft lernen sich beide Seiten erst nach der Ablöse und dem Wiederannähern wirklich kennen. Wohl dem, der sich dann noch annähern kann.

Eltern möchten immer das Beste für ihr Kind – wer würde ihnen das verübeln wollen.

Aber taten sie auch das Beste für sich? Und wenn nicht, wie sollte das Kind sein eigenes Bestes je forcieren wollen.

Das Wichtigste ist Unabhängigkeit, sagt eine Mutter zum Kind. Sprach's und löste sich nie aus ihrer unglücklichen Beziehung.

Also was ist dieses Signal wert,

wenn es nicht von einer unabhängig lebenden Frau kommt, sondern mehr von einer Mutter, die gerne unabhängig gewesen wäre, es aber niemals war.

Warum sie es ihrerseits nie war, bleibt dahin gestellt; aber das System wird deutlich.

Das Geheimnis einer Mutter/eines Vaters und/oder ihr/sein vielleicht verworfenes Lebensmodell samt der ausstrahlenden Folgen hat mehr Einfluss auf ein Kinderleben als das berühmte „Beste“.

"Wer hat dir das Lügen beigebracht?" fragte ich meine Mutter. Und sie antwortet prompt: "Mutti." Meine Großmutter fand immer einen Weg, die Wahrheit vor meinem Großvater zu verschleiern. Sie hat immer die Pakete abgefangen, wenn sie etwas für uns Kinder bestellt hat. Opa sollte nicht merken, dass sie ohne sein Wissen Geld ausgegeben hat".

Köstlich, dann muss ich mich ja nicht mehr fragen, warum ich mir nichts gönne, auch wenn in den Paketen die teuersten Sächelchen zu finden waren ;-).

Ein so wichtiges Thema, das mich in meiner beruflichen Arbeit und darüber hinaus zentral beschäftigt, denn sie fehlt mir schon immer in der öffentlichen Debatte:

„die Brücke“

zwischen den Erziehungsratgebern von heute und den Therapeuten von morgen.

Die Brücke ist für mich der eigentliche Schlüssel zum Verständnis, wenn wir die berechtigte Frage stellen, was soll aus unseren Kindern einmal werden.

Ich schreibe neben meiner Arbeit an diesem Thema, und wer weiß, vielleicht gelingt es mir irgendwann diese Brücke fassbar zu machen.

herzliche Grüße

Eure Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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