Wir bloggen für Sie - quer durch die familienpolitische Landschaft

Montag, 23. September 2013

Autor: Susanne Rowley

„don’t cry for Kristina" – aber auch bitte nicht „for Dorothee“

Aber auch bitte nicht „for Dorothee“ ;-).


Liebe Wigwam-Freunde,

www.atkearney361grad.de/macht-land-familienfreundlich/

könnte der Freistaat nicht mal so frei sein und seiner familienpolitischen Sprecherin kritisch auf den Mund schauen?

Dorothee Bär, Sprecherin für den Bereich Familie, Senioren, Frauen und Jugend der CDU/CSU fragt sich in ihrem Beitrag:

„Was macht ein Land kinderfreundlich?”

und verweigert uns ihre Antwort darauf. Stattdessen eröffnet sie in ihrem Artikel eine atem-beraubende Argumentationskette, in der sie Vorurteile anprangert, und sie gleichzeitig nährt.

Ich muss verblüfft zugeben,

so etwas hab ich bislang selten gelesen. Gleich zu Beginn lesen wir die revolutionäre Aussage:

>> Natürlich nützt es auch den Kindern, wenn ihre Eltern beide zufrieden sind, weil sie ihren Beruf ausüben können. Natürlich nützt es auch Kindern, wenn genug Geld da ist….<<

A B E R ? An dieser Stelle lässt uns die Schreiberin dumm sterben.

Was denn „Aber“ Frau Bär –

wir sagen: Erziehung ist Beispiel und Liebe –

also lernen Kinder von zufriedenen Eltern, dass auch sie im späteren Leben das Recht haben, auf ihre Art zufrieden zu leben. Und was ist mit dem ABER beim Geld? Da hat Frau Bär die Äugelein ganz zugemacht, denn sie blendet einfach aus, dass es heutzutage kaum noch einer Familie mit nur einem Ernährer möglich ist, über die Runden zu kommen. Ging früher der Schuldenberater bei denjenigen ein und aus, die tatsächlich über ihre Verhältnisse lebten; Auto auf Pump, neue Küche auf Pump, Urlaub auf Pump….so ist der Schuldenberater heute zu Gast bei Familien, deren Ein- und Ausgabenliste bereits bei Abzug von Miete, Nebenkosten, Versicherungen usw. in Schieflage gerät, ohne dass auf der Ausgabenliste Nahrung und Kleidung oder gar eine Position wie „Sonstiges“ überhaupt erwähnt wurde.

Wir lesen weiter:

Beim Versuch eine positive Wirkung auf die Geburtenrate durch den Aufbau von Kinderbetreuungsplätzen quasi zu widerlegen, führt sie Irland ins Feld; ein Land, in dem die Geburtenrate im gleichen Zeitraum bei 2,07 Kindern pro Frau liegen soll, obwohl das Land weit weniger Wohltaten verteile und in einer schweren Wirtschaftskrise stecke. Daraus leitet Fr. Bär die Frage ab, ob Kinderfreundlichkeit und die Kinderzahl vielleicht doch auch von anderen Dingen abhänge?

Leider bleibt Fr. Bär an dieser Stelle die Antwort ebenso schuldig, obwohl sie uns bereits im allerersten Absatz oben den Mund dafür wässrig gemacht hat.

Macht ja nichts,

denn wir entnehmen ihre eigentliche Antwort bezüglich der „anderen Dinge“ ihrem nächsten Absatz, in dem Sie die zutiefst suggestive Frag stellt:

>>Wie sehr wächst wohl der Kinderwunsch bei jungen Erwachsenen, wenn Kinder öffentlich als Hindernis für die Selbstverwirklichung der Eltern präsentiert werden?<<

Also Frau Bär, da springt einem nicht nur das Vor-Urteil, sondern auch gleich das Nach-Urteil mitten ins Gesicht.

Sie stellen keine Frage, Sie stellen fest, dass Kinder vom Staat wegorganisiert werden müssen, damit die selbstsüchtigen Berufstätigen ihrem Ego frönen können.

Von daher hat sich ihre obige Frage, nach den „anderen Dingen“, von denen wir so einige wüssten, die absolut zum kinderfreundlichen Klima eines Landes zählen, von selbst beantwortet. Ihr nächstes Argument erklärt sich auch von selbst:

>>Wie sehr wächst der Kinderwunsch, wenn junge Mütter sich zwischen der Option als “Rabenmutter” und “Helikopter-Eltern” entscheiden müssen?<<

Müssten Sie nicht Fr. Bär, wenn Politikerinnen wie Sie die Lagerkämpfe sein lassen würden.

Aber es geht noch oller

denn hat sie bislang im Artikel darzustellen versucht, dass wir nur noch dem schnöden Mammon frönen, stellt sie jetzt die völlig umgekehrte Frage:

>>Wie Norbert Blüm in seinem hervorragenden Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung treffend festgestellt hat, entwickeln wir uns zu einer Gesellschaft, in der nur noch die Erwerbsarbeit zählt. Wer sich nicht auf Kindererziehung spezialisiert hat, soll diese Tätigkeit zum Nutzen höherer Wertschöpfung outsourcen. Wer kann es da den Menschen verdenken, dass der Kinderwunsch hinter den finanziellen Rahmenbedingungen und der persönlichen Freiheit zurückgestellt wird? <<

Ach so – jetzt haben wir die Argumentationskette verstanden:

Wir frönen also gar nicht dem schnöden Mammon allein aus selbstbestimmtem Eigennutz, sondern wir können gar nichts dafür, weil wir alle dem Diktat der Wirtschaft unterliegen. Dem Frau Bär stimmen wir insofern zu, dass mit einem Gehalt – siehe oben – kein menschenwürdiges Leben mehr ist.

Den berühmten Vogel schießt sie

allerdings in ihrem letzten Absatz des Artikel ab, in dem sie ausführt:

>>   Natürlich sollten wir die Uhren nicht zurückdrehen. Die Lebenswirklichkeit in Deutschland hat sich verändert. Frauen sind heute beruflich ebenso qualifiziert wie Männer, teilweise höher. Gleichzeitig reicht ein Gehalt oft nicht aus. Wenn wir über Familienfreundlichkeit reden, müssen wir diese Realitäten berücksichtigen. Aber gleichzeitig sind Kinder kein Karrierehindernis, das es mit staatlicher Hilfe zu beseitigen gilt. Kinder sind nicht in erster Linie zukünftige Renten- und Versicherungszahler – sie sind die Zukunft. Junge Menschen müssen sich unbekümmert für Kinder entscheiden können.  <<

Also hierzu fällt mir nur noch ein:

„Die Zukunft“ also Ihre Sicht von Zukunft hat also nichts mit den Realitäten von Familien zu tun; wir schielen nur ab und an mal rüber zu ihnen - also zu den Realitäten.

Tja, leider haben Sie versäumt aus den Zutaten Ihres Artikels einen Kuchen zu backen, woraus der Teig besteht, wussten wir auch ohne Sie!

Ich schließe Fr. Bär heute Abend in mein Nachtgebet mit ein und werde darum bitten, dass sie nicht nach Berlin rüberschiel.

herzliche Grüße

Susanne Rowley

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Susanne Rowley
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