Wigwam Blog

Sonntag, 20. April 2014

Autor: Susanne Rowley

Die Quotenfrau hat's nicht gepackt

Haben wir ja gleich gesagt. 

www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/leitartikel-mehr-mut-meine-herren/9776886.html

Wow – liebe Wigwam-Freunde,

selten habe ich einen so guten Artikel zum Thema Frauenquote aus einer männlichen Feder gelesen!

Eine gute Analyse zur Situation, die wir derzeit haben, und ein sehr glaubwürdiger Appell an die Herren UND Damen der Schöpfung ab und an einen ehrlichen Blick in den Spiegel zu riskieren. Lesenswert!

Mit richtig viel Witz startet Pranger hier seinen Artikel wenn er schreibt:

>> Es geht Ihnen, werte Herren, vermutlich wie mir: Sie haben alle die Berichte, Studien und Unterschriftenlisten, die Frauen in Vorstandsetagen verhelfen wollen, bis ins Wachkoma verfolgt. Sie wissen auswendig, dass keine sieben Prozent der Vorstände in Dax-Unternehmen weiblich sind, dass sich daran seit vier Jahren nichts geändert hat und das alles ein großes Problem ist, das Heerscharen an Beratern und Vordenkern gut ernährt. Sie schalten regelmäßig den Fernseher aus, wenn Sie Gefahr wittern, dass Bundesblondschopf und Familienministerin Manuela Schwesig etwas zur Frauenquote sagen könnten <<

Können uns also die beiden zum Wochenauftakt präsentierten Personalnachrichten wirklich noch überraschen? Bei Continental gibt Personalchefin Elke Strathmann ihren Vorstandsposten mit Verweis auf Querschüsse aus den eigenen (männlichen) Reihen vorzeitig auf, und Telekom-Personalvorständin Marion Schick ergeht es ähnlich. Wie zuvor übrigens schon Melody Harris-Jensbach, die bei Puma und Esprit kein Glück hatte, Angelika Dammann bei SAP, Barbara Kux und Brigitte Ederer bei Siemens oder Regine Stachelhaus bei Eon. >> Ein Reigen, der uns Herren nicht dazu verleiten sollte, zu sagen: Die konnten es schlicht nicht. <<

Deutlich zeigt er in diesem Artikel auf, wie das so geht mit dem guten Willen, der öffentlich laut erklärt wird, aber intern nicht zur Umsetzung kommt. Vor allem im operativen Management seien die Strukturen besonders hartnäckig verkrustet.

>> Interessante Frau wird am Karrierepfad vorbei auf einen Topjob gesetzt. Das übergangene Mittelmanagement nutzt seine Karriere-Nahkampferfahrung, um der Neuen das Leben schwerzumachen. Der CEO registriert die Probleme, hat aber macht-strategisch kein Interesse, es sich mit dem Mittelmanagement zu verscherzen. Er bittet also den Aufsichtsrat, die Dame freizustellen. Schließlich passe man - leider, leider - nicht zueinander. Die Herren im Hause fühlen sich bestätigt: Die Quotenfrau hat's nicht gepackt. Haben wir ja gleich gesagt.<<

Mittelmaß im Rock

ist schnell weg vom Fenster, hingegen sich selbiges im Maßanzug länger auf dem Sessel halten kann. Da nützt es auch nichts, wenn wir einen Blick auf die Firmenfähnchen werfen, auf denen stolz präsentiert wird, was unsere Großunternehmen alles so bewegen, damit sich was bewegt.

Hierzu empfehle ich einen regelmäßigen Blick in den Genderdax von Unternehmen,

in denen wir von entsprechenden Leitlinien lesen, die angeblich schon in der der Unternehmensstrategie fest verankert sind. Wir hören von spezieller Frauenförderung, die ausdrücklich in der Personalplanung eingestanzt sei. Die Telekom, z.B. wirbt derzeit damit, seine Frauenquote bis 2015 zu erhöhen und dann 30 Prozent Frauen in Führungspositionen zu beschäftigen. Bei der Deutschen Bahn, soll bis 2015 jede fünfte Managerstelle mit einer Frau besetzt sein. Auch RWE plant, die Frauenquote in Führungspositionen drastisch zu erhöhen hören wir aus dem Mund des Konzernchefs Peter Terium.

Und so stehen sie sich gegenüber

der angeblich gute Wille der Big-Bosse, begleitet vom mitleidigen Blick des Mittelmanagements, die mit den Fingern immer gerne auf die Defizite der Damen zeigen, die sich leider so gerne selbst ins Aus katapultieren. Und so können sie leider alle irgendwie nichts dafür, wenn nicht gelingt, was angeblich alle wollen?

Er hat einfach Recht,

wenn er einen ehrlichen Perspektivenwechsel, also den Mut einfordert, eine andere Unternehmenskultur auch mal intern zuzulassen, denn dieses Gehabe können wir uns weiß Gott nicht mehr lange leisten.

Herzliche Grüße Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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