Thursday, 19. February 2015

Autor: Susanne Rowley

Des Statistikers Liebling beim Betreuungsschlüssel - der Taschenrechner

Und Eltern denken mit? 

Gemessen an den Ansprüchen, die sie gerne für ihr Kind in Auftrag geben, halte ich diesen Artikel für einen echten Spätzünder.

www.smart-mama.de/aufbewahren-statt-troesten-der-betreuungsschluessel-in-unseren-kitas/

Mogelpackung Betreuungsschlüssel

Denn des Statistikers Liebling ist noch immer der Taschenrechner - nicht das Kind!

Das ist ein seltener und lobenswerter Blogbeitrag.

Und erstmals, seit ich das Wort

Kindertagespflege

denken kann, lese ich abschließend einen Kommentar dazu, der der Kindertagespflege den absoluten Vorrang gibt.

Für mich ganz selbstverständlich,

denn für die Allerkleinsten unter und kurz über 1 Lebensjahr würde ich keiner anderen Betreuungsform je eine Chance einräumen wollen. Da ist dann Schluss bei mir mit "wertfreier" Beratung. 

Jedoch in öffentlicher Form so vorgetragen, wie hier geschehen, ist das durchaus bemerkenswert. Es ist mir völlig unverständlich, warum bis dato kein schmerzhafter Aufschrei durch die Elternschaft geht, angesichts vieler mangelnden Qualitätsangebote in den Einrichtungen.

Ich kenne keine Eltern,

die keinen laut und deutlichen Qualitätsanspruch an mich hätten, wenn sie zu mir kommen, um einen Wigwam-Kindertagespflegeplatz zu besetzen. In den Einrichtungen läuft das noch hinter vorgehaltener Hand, da können Eltern noch nicht recht glauben, was sie längst gesehen haben.

Und so knöpft sich in diesem Artikel erstmals eine abgebende Mutter, den

statistisch gerne angepriesenen Betreuungsschlüssel

vor, und entdeckt die eine oder andere unangenehme Ungereimtheit und muss schmerzhaft feststellen,

der Taschenrechner ist des Statistikers Liebling.

So kommt es z.B., dass Berliner Kleinkinder kaum die Sonne sehen, weil es nicht zu verantworten ist, mit 2 Erzieherinnen, eine übergroße Horde sicher im Zaum zu halten. “Also an ihrer Stelle würde ich die Kinder wieder mit nach Hause nehmen”, haucht ihr eine Erzieherin ins Ohr. Wem bitteschön könnte man mehr glauben, als einer Fachkkraft, die zugibt, ihren Anforderungen nicht gewachsen zu sein. 

Frischluft-Entzug aus Personalmangel.

Ja, da beginnt Frau & Mutter schon mal mit zu zählen: 5-2 kranke Erzieher, also 3 Erzieher auf 25 Kinder, davon ein Drittel unter 3, macht 8,3. Aber damit ist das reale Ergebnis längst nicht ermittelt. Realitäten wie Urlaube, Krankheiten und Abwesenheit durch Fortbildungen sind dabei noch lange nicht berücksichtigt. Einzig in Hessen findet man einen „pauschalen Personalaufschlag“ von 15 % zum Ausgleich von Ausfallzeiten. Aber findet dieser Ausgleich auch statt? Wir fragen mal besser nicht genauer nach.

Keinerlei Berücksichtigung –

so viel steht fest – findet die zusätzliche Zeit, die eine Erzieherin/ein Erzieher aufwenden muss, um ihre/seine Sache gut zu machen. Und das setzen Eltern doch voraus. Was schlussendlich "gut ist", bleibt leider der Fantasie des Statistikers überlassen ;-). Wir erinnern uns, angefangen von Sprachlerntagebüchern bis hin zu sonstigen Dokumentationsmonstern.

Aber damit der Mogelei noch nicht genug.

Der Ermittlung des Personalbedarfs wird ein kitaübergreifender und kein gruppenbezogener Betreuungsschlüssel zugrunde gelegt; nachzulesen in einigen gesetzlichen Vorschriften. Schnell mal drüber gelesen, bedeutet das aber in der Realität, dass die statistische Fachkraft beim Kind gar nicht ankommt; insbesondere dann, wenn wir es mit altersübergreifenden Kitagruppen zu tun haben.

Was beim Kind nicht ankommt,

sollte man meinen, wird dann auch nicht Bildung & Förderung genannt. Ehrlich betrachtet, grenzt es mancherorts längst an Aufbewahrung – maximal aber Beaufsichtigung des Kindes. 

Bis dato dachte ich, das nennt man dann Babysitting.

Papier ist geduldig,

und wer die Zahlen nicht deuten kann, ist ohnehin nicht wirklich aufgeklärt. Und wenn man sie versteht, ist noch lange kein Richter da, wo der Kläger fehlt. 

Zeit also für alle Eltern, die Augen aufzumachen und der qualitativ fragwürdigen Betreuug, die ihnen fortwährend unter dem Deckmantel von Bildung & Förderung präsentiert wird, auf die Finger zu schauen.

Das alles, liebe Eltern, geht ganz real und wenig statistisch auf Kosten ihrer Kinder, die nur eine Kindheit haben.

Bleibt noch die Frage,

was machen die denn so den ganzen Tag in den betreffenden Einrichtungen?

Ich würde es: Schadensbegrenzung durch Unterlassung nennen – oder - Sicherstellung der Grundbedürfnisse – also Hunger, Durst, Wickeln und Schlafen.

Punkt.

Wer dieses Jonglieren mit Personalschlüsseln zulässt, fragt die Bloggerin im Artikel?

Na ja sie liebe Eltern – wer sonst.

Da kann man nur hoffen, dass beim Jonglieren mit dem Betreuungsschlüssel vor Ort

kein Ball – äh Kind - runter fällt.

herzliche Grüße

Susanne Rowley

Wigwam 1994
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