Wigwam Blog

Dienstag, 8. Oktober 2013

Autor: Susanne Rowley

Den Unternehmer im Kind – und das Kind im Unternehmer fördern

Ich kanns nicht lassen, liebe Wigwam-Freunde, ich muss sie nochmal anzetteln die immerzu heimlich köchelnde Wertediskussion,

 

weil der Topf aus meiner Sicht in Sachen Bildung und anderer sozialpolitischer Themen schon mehrfach übergelaufen ist, und wir noch immer tapfer den Deckel drauf halten.

www.impulse.de/leben/den-unternehmer-im-kind-fordern-und-umgekehrt

Den Unternehmer im Kind fördern – und ebenso das Kind im Unternehmer?

Ein ganz wunderbarer Artikel, den ich hier aufgreife im Hinblick auf meinen zurückliegenden Post, bei dem es um Deutschlands einzigen Talentförderer an einer Hochschule ging.

https://www.facebook.com/Wigwam1994/posts/598222433571270,

denn dieser Artikel passt dazu und greift die gleichen Gedanken auf, die ich im Post des Talentförderers bereits anschnitt. Im Post zum genannten Film des Talentförderers ging es mir nicht „nur“ um die nicht vorhandene „Kostenstelle Zuwendung“, sondern auch um die schwerwiegenden Folgen, die es hat, wenn wir es NICHT tun – wenn wir sie nicht bald einleiten, die kritische Methodenschau, mit der wir an wertvolle Ressourcen herangehen - an Potentiale, die unsere Kinder und Jugendlichen naturgegeben in sich tragen, und deren Saat nur aufgehen kann, wenn wir verdammt nochmal den Boden zuvor auch bestellt haben!

Ich gebe zu, es treibt mich von Jahr zu Jahr mehr um,

wie unsere Gesellschaft mit Ressourcen umgeht – und nicht nur mit solchen, die uns unsere Natur in Form von Tieren und Pflanzen darbietet, sondern auch mit anderen Geschenken, die in Form unserer Kinder täglich zur Welt kommen.

Auf den ersten Blick liest sich der unten stehende Artikel ebenso banal wie der Filmbericht von Deutschlands einzigem Talentscout anzusehen war; ganz einfach deswegen, weil Umwälzendes eben auch "leicht" sein kann - aufgezeigt in Sätzen wie:

>> Und nein, wir brauchen nicht mehr Schulwissen im Kindergarten! Wir brauchen alle mehr Kindergarten im Leben <<

schaut man aber genauer hin, enthält diese Haltung den Kern der Sache, denn eine wunderbare Anlage, kann vor sich hindümpeln oder zum Leben erweckt werden - je nachdem, was wir damit so anstellen.

Also stellt der Artikel ebenso wie der Filmbeitrag nicht nur die Frage nach den Methoden, sondern auch die Gretchenfrage, welchen Werten wir uns noch verpflichtet fühlen und welchen Mut wir konkret aufbringen müssten, um an diesen ernsthaft zu rütteln.

Ich habe mich umgehört bei den Experten,

was sie davon halten, sich individuellen Problemstellungen im Einzelfall zu nähern, um nachhaltig Hilfe leisten zu können, unsere jungen Menschen da abzuholen, wo sie wirklich stehen und damit vorhandenes Potential mit wenigen „Handgriffen“ voll erblühen zu lassen. Und ich habe hierbei das erfahren, was ich im täglichen Leben auch erlebe.

Es ist nicht angesagt, weil es sich außerhalb des Mainstreams bewegt, und die üblichen Instrumente + Methoden, die Verläufe plan- und steuerbar in der Masse machen, nicht anwendbar sind.

Ist es also im Grunde die Angst vor der Unkontrollierbarkeit der Menschen, die schlussendlich dazu führt, dass uns das Ziel, dem wir uns eigentlich mal verpflichtet gefühlt haben, aus den Augen gerät?

In 20 Jahren Wigwam-Arbeit

hab auch ich mir immerzu die Vorwürfe anhören müssen, die auch hier verborgen zu lesen stehen:

>>  Kinder glauben, dass ihnen alles gelingen wird und dass sie die Welt aus den Angeln heben können. Naives Selbstvertrauen? Ja, hurra! Wie viele Innovation und große Dinge verdankt die Welt den Erfindergeistern, die sich nach dem Motto verhalten haben: „Alle sagten, es geht nicht und dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es gemacht“? Abgedroschen aber gut! Solange keine Gefahr für Leib und Seele droht, tun wir gut daran, unseren Kindern Dinge zu erlauben, die sie noch nicht können – ob Gemüseschnippeln mit dem Messer oder das große Klettergerüst!  <<

Naiv individuell nach den Einzelfällen zu schauen?

Ja, aber was, wenn der duldsam erarbeitete Erfolg den Machern und Vertretern dieser These in Wahrheit Recht gibt, wenn sie sich nicht davon haben einschüchtern lassen, dass angeblich nicht geht, was nie praktiziert wurde?

Wenn wir nicht mehr bereit sind,

nach neuen Lösungen Ausschau zu halten, glaubt uns kein Mensch mehr, dass wir am Ziel noch Interesse haben; und auch hier machen es uns die Allerkleinsten vor

>> Lösungswege sind am besten, wenn sie selbst erschlossen werden! Kinder lieben es, sich die Welt mit Phantasie und Kreativität zu erobern, zu forschen und auszuprobieren. <<

Und schwups

sind wir bei der immerzu heimlich köchelnden Wertediskussion, deren Topf aus meiner Sicht in Sachen Bildung und anderer sozialpolitischer Themen schon mehrfach allerorten übergelaufen ist, und noch immer halten wir tapfer den Deckel drauf. Selbstverständlich wird es immer so sein, dass Werte, Maßstäbe oder auch soziale Normen Konflikte hervorbringen, die es im Lot zu halten gilt.

So wird dem Wert des Wohlstandes oft nachgesagt,

er stehe im direkten Widerspruch zur Nachhaltigkeit. Aber sind wir in Wahrheit nicht schon einen entscheidenden Schritt weiter und fühlen tagtäglich am eigenen Leibe, dass das so nicht mehr stimmt, und wir längst fragen müssten, ob ohne Nachhaltigkeit überhaupt noch Wohlstand generiert werden kann?

Ist es nicht so,

dass wir an eigentlich überholten und zutiefst verkrusteten Systemen klammern, obwohl wir längst spüren, dass uns die wertige Orientierung, die dem Erreichen des Zieles voraus gehen muss, abhanden gekommen ist?

Und dieses müssen wir uns aus meiner Sicht überall da eingestehen, wo wir versuchen, großen Problemen der Zivilisation mit großen Massenlösungen zu begegnen; angefangen von der Kinderbetreuung bis hin zur Altenpflege.

Es stellt sich also die Frage,

ob neben allen noch so differenzierten und berechtigten kritischen Betrachtungen von Werten und ihren Widersprüchen durch Kultur und Zeit es nicht auch so etwas geben muss, wie die

unveränderbare „Menschenpflicht“.

Diesen traumhaften Ausdruck, den ich mir treffender nicht ausmalen kann, um zu beschreiben, was ich meine, entnahm ich einer Schrift, die 1983 von Altbundeskanzler Helmut Schmidt und einer Expertengruppe aus Politikern und Sozialwissenschaftlern initiiert wurde. Gemeinsam stellten sie sich die Frage, was diese Menschenpflichten sind, und dies taten sie nicht, um etwas „Übergeordnetes“ zu schaffen, woran sich der kleine Mann erneut klammern könnte, um ihn wiederum über Generationen hinweg zum Stillstehen zu verdonnern, sondern sie suchten etwas, was uns alle aus tiefstem Herzen in allen Handlungen in allen Zeiten einen sollte und könnte. Der immerzu sprudelnde Quell, der zu dieser „Menschenpflicht“ führt und ebenso für immer neue Erkenntnisse und damit für echten Fortschritt in sozialen Fragen sorgen könnte, ist und war eine weitere Ressource, die in der heutigen Zeit sträflichst vernachlässigt wird, und auf dem Abstellgleis ihr Dasein fristet; und das ist gelebte Erfahrung, die aber leider von nichts und niemandem studiert werden kann.

Nur Erfahrung kann uns wirklich aufzeigen,

welche Wege, sich als gangbar erwiesen haben und welche nicht - immer vorausgesetzt, wir möchten am Ziel auch wirklich ankommen. Die Frage ist nur, ob wir stetig bereit sind, die Konsequenzen zu tragen, den Mut zum echten Wandel aufbringen, wenn wir nachweislich eine negative Ernte eingefahren haben. (Wer Näheres zu diesem spannenden Verbund erfahren möchte:

de.wikipedia.org/wiki/InterAction_Council)

Es könnte also etwas geben,

was uns verpflichtet und gleichzeitig in die Lage versetzt, die Orientierung zu behalten, neben allen Diskussionsfeldern, angefangen von der Ethik bis hin zur Pädagogik, und das auch mitnichten unter die Räder des jeweiligen Zeitgeistes geraten müsste. Da sind Chancen in allen Zeiten, in allen Kulturen für unsere Allerkleinsten und jungen Menschen, die erwarten dürfen, auf unsere positiven und negativen Erfahrungen auch "bauen" zu können.

Und wenn wir vorgeben,

ihnen den Weg weisen zu wollen, müssen wir auch über die Sackgassen etwas sagen!

Und wenn die üblichen Mittelchen + Methoden erprobt, durchgeackert und dreimal sinnlos widergekäuert noch immer nicht geeignet sind, aus den Sackgassen herauszuführen, haben wir die verdammte Pflicht dafür zu sorgen, dass neue Methoden für freie Wege Gehör finden!

herzliche Grüße

Eure Susa Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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