Donnerstag, 28. Juli 2016

Autor: Susanne Rowley

Command and Control in Wirtschaft und Amtswesen

gehen mit Moderne nicht zusammen..


Command and Control – Befehl und Kontrolle bestimmen weitestgehend unser Wirtschafts- und Amtswesen. 

Also sind die, die nach der Moderne einer Arbeits- und Behördenwelt rufen, quasi die, die dem Wandel am meisten im Wege stehen.

Ein Ego-Trip, der mit dem erklärten Ziel unserer politisch Verantwortlichen nicht zu vereinbaren ist. 

Liebe Wigwam-Freunde, liebe Eltern, liebe Tagesmütter und -väter,

wir leben in einer schnelllebigen und modernen Zeit. Zumindest lesen wir das täglich.

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2016-07/betriebspsychologie-arbeit-angst-karriere-druck-macht-aufstieg-betriebsklima/komplettansicht

Wir lesen vom digitalen Wandel,

der neue Herausforderungen beruflich und privat mit sich bringt, vom demographischen Wandel und dem daraus folgenden Mangel an Fachkräften, von unternehmenskulturell notwendigen Veränderungen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, begleitet von neuen Führungskompetenzen, flacheren Hierarchien, agileren Strukturen, interkulturellem Denken u.v.m.

UND DANN

sehen wir uns auf dem eigenen Arbeitsplatz um, stolpern als erstes über die Stechuhr, hören den Chef aus dem Nebenzimmer plärren, der sich wie ein Platzhirsch aufführt, und jene Typen am liebsten hat, die am längsten anwesend sind, und ihm am häufigsten nach dem Mund reden.

Unsere Familienministerin legt sich ins Zeug

mit dem Kreieren ihrer Fantasiewelt von flexiblen Arbeitszeitmodellen, die mehr sein sollen, als zusammen gemogelte Vollzeit mit schlechterer Bezahlung. Sie träumt von einer hochwertigen Kinderbetreuungslandschaft, die für Gott und die Familien gleichermaßen finanziell, räumlich und zeitlich zugänglich sein soll.

UND DANN

wenden wir uns an staubige Ämter zwischen 8 und 16 Uhr mit und ohne Satzungsregelungen, und hören Dinge wie: haben wir nicht, geht so nicht, dürfen Sie nicht, ist so nicht vorgesehen, von Bediensteten, die nicht können, weil sie nicht dürfen oder nicht wollen, weil deren Grundlage eine erzwungene ganz andere ist, als die, die Frau Schwesig so gerne vor ihrem Schilde führt.

Kontrolle, enge Steuerung, Überwachung

und persönliches Unvermögen ist das, was in einem Großteil der Firmen und Behörden Alltag ist. Und damit treffen auch noch Parteien aufeinander, von denen der eine schon will und der andere noch lange nicht darf.

Ok – ich gebe zu,

dass ich das jetzt alles ein bisschen flapsig und auf die Schnelle abgehandelt habe. Aber das tue ich, weil ich gerne einen wichtigen Zusammenhang herstellen möchte, zwischen der "Moderne", die so gerne Einzug halten möchte, und den "alten Zöpfen", an denen so gerne geklammert wird.

Dass es allerdings nicht nur ein Klammern

an Althergebrachtem ist, sondern dass vor dem Eintreten einer wirklich moderneren Welt noch ganz andere Türen vorher aufgehen müssten, zeigt der obige Artikel in aller Deutlichkeit. Und jeder, der ihn liest, dürfte in seinem persönlichen Arbeits- und Wirkungsfeld diese Verhaltensweisen wieder erkennen. Wir haben weder eine Fehlerkultur, noch leben wir Offenheit, noch interessiert uns das Schaffen und Wohlsein unseres Gegenübers.

Es geht zu wie im Kindergarten

Statt dessen geht es zu wie im Kindergarten oder so, wie wir alle es noch aus der Schulzeit kennen, in der es ein Klassenoberhaupt oder eine entsprechende Clique gab, die Macht und Einfluss unablässig geltend machte, und nur die mit oben schwimmen ließ, die am besten kuschten und sich anpassten. In Unternehmen, Behörden und Institutionen der Politik ist es nicht anders. Macht und Unterdrückung derer, die auf sie angewiesen sind, gelingt ihnen, >> aufgrund bestehender Hierarchien, durch ein Plus an Geld, Wissen oder anderen Ressourcen – oder einfach durch politisches Agieren. Diese Koalitionen bestimmen in ihrem jeweiligen Einflussbereich offen oder verdeckt, was gut und richtig ist, welche Ansicht korrekt oder inkorrekt ist, welcher Weg ins gelobte Land oder geradewegs in den Abgrund führt. <<

Es ist kaum zu glauben, aber schauen wir genau hin, sehen wir in öffentlichen Institutionen genauso wie auf dem Arbeitsplatz Liebesentzug durch den Chef oder Kollegen, Wegnahme von Spielzeug (Ressourcen), Drohungen auf Kündigung der Freundschaft (Karriereende), wenn „gepetzt“ oder verraten wurde usw.. Fehler werden unter dem Deckmantel gehalten, Tabus geistern wortlos durch die Flure, Abweichler werden ausgegrenzt, Schwäche Zeigende verlacht. Der interne Blick auf die Zustände verheißt ein vermeintliches Ziehen an einem Strang; schaut man jedoch ganz genau hin, ist das glatte Gegenteil der Fall: Alle dienen nur sich selbst - sei es dem eigenen Schutz oder aber dem vermeintlichen Vorankommen. Eigentlich müsste uns angesichts dieser Tatsachen längst das Lachen vergangen sein, denn die, die nach Moderne rufen, machen bei der Modernisierung nicht mit.

In echten Erfolgsteams fühlen sich alle frei,

und sind genau deswegen kreativ. >> Hier sind Forschungsergebnisse relevant, mit denen z.B. das Unternehmen Google im Frühjahr an die Öffentlichkeit getreten ist. << Man hat untersucht, was wirklich gut funktionierende Teams von den weniger produktiven unterscheidet.

>> Ursprünglich war die Forschergruppe der Auffassung, es würde an der individuellen Qualität der Teammitglieder liegen, ganz nach dem Motto: je mehr Intelligenzbestien mit Stanford-Abschluss, desto besser die Leistung. Doch sie wurden eines Besseren belehrt. Der mit Abstand wichtigste Faktor, der Top-Teams von den durchschnittlichen unterscheidet, ist die Art und Weise, wie die Menschen innerhalb der Gruppe miteinander umgehen – unabhängig von der individuellen Qualität. (..). Die Forscher nennen das Psychological Safety. Gemeint ist, ob eine Gruppe es schafft, eine Arbeitsatmosphäre zu kreieren, in der alle Mitglieder, unabhängig von Hierarchie, Expertise, Geschlecht usw. das Gefühl haben, ihre Meinung und ihre Ideen frei aussprechen zu können.

Menschen haben das grundlegende Bedürfnis,

vor anderen als intelligent und kompetent zu erscheinen – vor allem im beruflichen Kontext, wo es auch um Aspekte wie Beförderungen und mehr Gehalt geht. Wir mögen es nicht, wenn man unsere Fehler und Schwächen entdeckt. Doch genau an DIESEM Punkt zeigt sich das Geheimnis erfolgreicher Teams. Wenn wir Menschen um uns haben, die uns ermutigen, ins Risiko zu gehen, die unsere Verletzlichkeit sehen und achtsam damit umgehen, die uns ermöglichen, unser ganzes Selbst zur Arbeit zu bringen. Wenn all das sein darf, ohne dass wir befürchten müssen, ausgelacht oder benachteiligt zu werden – genau dann entsteht Höchstleistung. << Und:

Die Forscher aus Mountain View stehen nicht alleine da mit ihrer Ansicht

>> 2010 veröffentliche ein Forscherteam um Anita Woolley von der Carnegie Mellon University eine Arbeit zur Erforschung kollektiver Intelligenz im renommierten Magazin Science. (..). Auch sie hatten die Hypothese, dass die individuelle Intelligenz der Teammitglieder der entscheidende Faktor für die Gruppenintelligenz sein müsse. Und auch sie mussten umdenken. Zwar hing die Gruppenleistung in ihren Experimenten mit der durchschnittlichen Intelligenz der Gruppenmitglieder zusammen, doch war dieser Beitrag vernachlässigbar. (..). Ob eine Gruppe sich durch kollektive Intelligenz hervor tat, hing erstens davon ab, wie viel soziale Sensitivität die einzelnen Mitglieder an den Tag legten. Dazu gehört unter anderem, die Gefühle anderer Menschen zu erkennen und sich darauf einzustellen. Zweitens stieg die Gruppenleistung, wenn in der Problemerkundungsphase viele unterschiedliche Meinungen gehört wurden. Jene Teams, in denen alle Mitglieder gleichermaßen zu Wort kamen, waren erfolgreicher. Gruppen, die von einigen wenigen Individuen dominiert wurden, schnitten deutlich schlechter ab. <<

Und jetzt kommt’s: :-)

>> Schließlich zeigte sich, dass der Frauenanteil in den Gruppen signifikant positiv mit der Leistung korrelierte.

Ergo: Je mehr Frauen, desto besser im Mittel die Problemlösungsfähigkeit. Der Frauenanteil war wiederum statistisch mit dem Maß an sozialer Sensitivität verknüpft. Frauen machen Gruppen effektiver, weil sie im Mittel ein höheres Maß an emotionaler Intelligenz an den Tag legen.

Unternehmen brauchen angstfreie Räume

Angst macht nicht nur den Körper, sondern auch das Denken eng, dies ist eine der zentralen Erkenntnisse! 

>> Sich sicher fühlen und wertgeschätzt zu werden ist eine Vorbedingung für intrinsische Motivation und Kreativität. Wer als Mensch glaubt, dass seine Gedanken und Gefühle sanktioniert werden, der macht dicht. Das fällt vielleicht nicht gleich beim ersten Mal auf, aber wo Vertrauen erst einmal zerstört wurde, ist es zu spät. Und so ist dies, so banal es vielleicht klingen mag:

"Exzellenz entsteht dort, wo Menschen ermächtigt werden, sich frei zu entfalten". 

Diese Entwicklung setzt notwendigerweise einen inneren Wertewandel   voraus. Am Ende des Tages geht es um die Überwindung des eigenen Egos." <<

Sollten Sie meinen Beitrag bis zum bitteren Ende gelesen haben, können Sie jetzt gleich an Ihrem eigenen Arbeits- und Betreuungsumfeld mal eben schnell prüfen, wie weit wir davon entfernt sind! Ich selbst kann das in Form von Kampf GEGEN meine Arbeit FÜR Vereinbarkeit von Beruf & Familie leider nur bestätigen. Dass ich Erfolg habe, unsere Pädagogen und Erzieher leistungsfähig, hochprofessionell und zufrieden sind, unsere Eltern uns loben, sich für die gemeinsame Wigwam-Sache einsetzen und uns nicht verklagen, dafür habe ich 23 Jahre lang mit vielen Steinen in meinem öffentlichen Weg bezahlt!

Und heute stelle ich mir folgende Fragen: Musste das so schwer sein, wenn der Erfolg uns Recht gibt? Kann ich Ziele von politisch Verantwortlichen noch ernst nehmen, wenn das "Wir" gar keine Rolle spielt? 

Ich bin wirklich nie ein Freund von "schwarz und weiß" oder von undifferenzierten Betrachtungen gewesen, und religiös bin ich auch nicht. Aber Papst Franziskus hat wirklich Recht, wenn er sagt:

Zitat: "Das Geld muss dienen, es darf nicht regieren".

Angesichts der unauflöslichen Verknüpfung von Geld und Macht gepaart mit obigem Kindergarten, schwindet meine Hoffnung auf Moderne.

herzliche Grüße

Ihre Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
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