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Dienstag, 5. Mai 2015

Autor: Susanne Rowley

Betreuungsform der 1000 Abschiede

 oder wie man ein schlechtes Gewissen kultiviert

www.coworkingtoddler.com

Was müssen sich wohl die Gründer von Coworking Toddlers gedacht haben, als sie die Idee Arbeiten & Kind aus der Taufe gehoben haben.

Die zunehmend wirklich grottenschlechte Betreuungslandschaft in Einrichtungen haben sie richtig erkannt. Die Abhilfe, die sie hier schaffen wollen, darf unter die Lupe genommen werden. Hört sich zunächst nicht schlecht an: Wir nehmen unser Kind direkt mit zum Arbeitsplatz – oder andersherum, wir schaffen einen Platz für Kinder, bei dem Eltern auch noch arbeiten können.

Verbesserung der Betriebskita mit höherwertigen Mitteln?

Nein, der Handlungsansatz, den ich bei den Toddlers entdecke, geht leider in eine ganz andere Richtung.

Fremd

betreuung! Und dann auch noch schlecht.

Das ist die Doppelbotschaft, die ausgesandt werden soll. Da schiesst die Saat bei Eltern gleich doppelt in die Höhe. Die haben einen alten Nerv getroffen, den sie besser hätten ruhen lassen. 

Auf den ersten Blick möchte man sich freuen: Familie vereint, samt Kind und Laptop unterm Arm, das ganze gepaart mit guten Pädagogen, und allen ist gedient? Beim näheren Hinsehen, stößt mir da so einiges bitter auf. 

>> Bindungs- und bedürfnisorientiertes Aufwachsen in der Nähe der Eltern << wird auf der Website versprochen. Und weiter heißt es: >> (..) Insbesondere im Alter von 0-3 Jahren ist die Nähe zu den primären Bezugspersonen wichtig. Im Gegensatz zu klassischen Betreuungseinrichtungen ermöglichen wir durch das Zusammensein mit den Eltern Körperkontakt, Nähe, gemeinsame Mahlzeiten, Stillen und die Vermittlung familiärer Werte. Die Kinder werden bedürfnisorientiert versorgt, die Bindung zu den Eltern gestärkt. <<

Sie denken sicher, dass ich jetzt stante pede ausladend dazu übergehe, die reale Machbarkeit zu zerpflücken.

Nein, das ist nicht mein Schwerpunkt;

und wenn ist das stellenweise schnell erledigt. Es wird ganz sicher Eltern geben, bei denen dieses Modell aus beruflichen und sonstigen Gründen gut ankommt. Ganz sicher nicht bei jenen, die um 8 Uhr am nächsten Tag dem Chef eine Präsentation vorlegen müssen. Es wird auch die Eltern geben, bei denen von der vielbeschworenen "Eltern-Kind-Interaktion" nicht mehr als eine gemeinsame Mittagsmahlzeit mit tränenreichem Abschied ins Nebenzimmer übrig bleiben kann.

All die Vor- und Nachteile, die eine solche Betreuungsform haben kann, kann sich jeder, der Beruf & Familie vereinbaren möchte und ein bisschen Fantasie mitbringt, vorstellen. Jedes Kind und jede Mutter, die ihr Liebstes in greifbarer Nähe weiß, kennt die daueraufgestellten Sensoren, kann sich ausmalen, dass eine betreuende Bezugsperson, die das Kind beschäftigen soll, es schwer haben wird, gegen die einmalige unschlagbare „primäre Bezugsperson“ - die Mutter - zu punkten.

„Die Betreuungsform der 1000 unnötigen Abschiede",

sagte eine Mutter kürzlich zu mir im Büro. Und seien wir mal ehrlich, würde beim Arbeiten die Nähe zum Kind so umgesetzt, wie auf der Website beschrieben, kriegen wir nicht wirklich „was geschafft“. Ich jedenfalls kann mich in 22 Jahren Wigwam an keine (ähnlich geartete) Kinderfrauenvermittlung im Home-Office erinnern, die Bestand hatte. Allerspätestens dann, wenn die Kinder mobiler wurden, und das Stadium: „Mama die hat gesagt, ich krieg kein Eis“ erreicht war, lagen die Nerven aller Beteiligten blank.

Und genau hier haben die Toddler einen "scheinbaren" Ausweg gefunden.

Sie kritisieren an schlechten Kitas nämlich gar nicht das Fehlen einer engen Bezugsperson, denn dazu haben sie ja wieder die auserkoren, die es ohnehin am liebsten sein soll: Die Mutter / den Vater.

Darum lässt sich der Schwenk auf der blumigen Internetseite so gut verstehen, wenn wir lesen:

>> Bereits bei der Eingewöhnung werden Kinder nicht nur an eine bestimmte Bezugsperson, sondern an eine Gruppe von Personen, bestehend aus Kindern und Erwachsenen gewöhnt <<

Potzblitz! Jetzt fehlt nur noch ein sehr guter Betreuungsschlüssel und Mama könnte ins Büro gehen. Aber Nein - hier kann Mutti wesentlich mehr. Sie kann arbeiten und bei ihrem Kind sein.

Will sagen: Die Toddler haben ihr die quälende Entscheidung Familie oder Beruf abgenommen – ein Paradies.

Ganz nebenbei haben die Toddlers noch etwas getan:

Das „schlechte“ Gewissen von Eltern beim Wiedereinstieg in den Beruf bejaht und neu kultiviert – und das ist wirklich neu.

Nichts anderes sehe ich bei näherer Betrachtung in diesem Projekt.

(an dieser Stelle passt die "Lenor-Frau" aus den 70igern)

Denn läge der Schwerpunkt dieser Idee wirklich auf der bindungsgerechten Betreuung von Kindern, müssten sie nicht mehr tun, als für die Verbesserung der Zustände eintreten und könnten sich über hochwertige Betreuungsschlüssel definieren. Damit bleibt aber - wie in jeder anderen Kita leider auch - der unvermeidliche Umstand: wechselnde Bezugspersonen - im Raum stehen.

Es ist also auch den Toddlers nicht entgangen, dass Teil der aktuellen Qualitätsdiskussion mehr und mehr "die Bindung" ist, wenn es um sehr kleine Kinder geht. Und um die scheint es ja zu gehen, wenn mit Stillpausen für Mütter geworben wird. 

Und deswegen punktet die Agentur im Wesentlichen

mit dem Vorhandensein der primären eigentlichen Bezugsperson – der Mutter! Denn eine Gruppe von noch so guten Erziehern kann das nicht bieten. 

Spätestens jetzt müsste klar sein,

welche "Gefühle" hier bedient werden. Die Marktlücke besteht darin,Eltern, die dafür hoch empfänglich sind, einen scheinbaren Ausweg aus einem gefühlt Ausweg losen Dilemma zu bieten.

Und es kommt noch besser. Die Absolution wird gleich mitgeliefert.

Die Fremdbetreuung ist ja nun keine mehr, wenn Mutti direkt daneben steht. Du hast Dein Kind ja gar nicht abgegeben, Du lässt andere nur während des Tages auch mal drauf gucken ;-).

MEA CULPA

Abgesehen davon, dass ich eine ebenso heftige Kritikerin der schlechten Betreuungsituation und eine große Befürworterin von echter Bindung bin, wie jeder weiß, kämpfe ich insbesondere gegen die Existenz der beiden Lager; auf der einen Seite jene, die nur die Mutter in den ersten 3 Jahren als Bindungsperson sehen, und auf der anderen Seite jene, die am liebsten schon pränatal mit Bildung & Förderung aufwarten möchten. Das Dasein dieser beiden Lager hat noch keinem einzigen Elternpaar in diesem Lande gedient. Mit gut und schlecht und schwarz und weiß, haben wir nie einen cm Boden gut gemacht - im Gegenteil

- wir haben damit Horden von Eltern in der Mitte zerrissen.

Und ich werfe der Initiative vor, dass sie sich dieses Lagerk(r)ampfes bewusst oder unbewusst gerade bedient und ihn befeuert.

Eine „gute frühkindliche Betreuung“ muss neben Bildung & Förderung vor allem eins sein:

Bindungsgerecht.

Und die Frage ist eben nicht, WER die Bindungsperson ist, sondern WIE die Bindung sich gestaltet.

Geholfen wäre den Familien also, wenn wir endlich zugeben würden, dass den Allerkleinsten in einer Gruppe von Bezugspersonen, egal wie hochqualifiziert sie sind, überhaupt keine Bindung geboten werden kann. Also täten wir gut daran, die Allerkleinsten endlich aus dem wie auch immer gearteten Betreuungsbetrieb herauszunehmen und sie in Formen zu überführen, die "1enge Bezugsperson" garantiert. Und das ist und kann nur die Kindertagespflege sein.

Dort gibt es eine Tages-Mutter!

Insofern möchte man den Eltern auch zurufen:

Macht Euch frei von dem Wort "Femdbetreuung", denn Ihr könnt' eine Vertraute wählen. Macht Euch frei von der Formulierung des Abgebens, denn wenn es bindungsgerecht geschieht, habt ihr den Horizont Eures Kindes erweitert. Schau – da gibt es noch mehr Menschen auf diesem Planeten, denen man durchaus vertrauen schenken & von denen man echte Liebe erfahren kann.

Ich möchte sogar soweit gehen, dass ich dieses Modell

für eine neue mögliche Form der Überforderung der Kleinstfamilie halte, auf deren Schultern ohnehin schon alle Rollen lasten, die zuvor ganz spielend von Großeltern, Tanten & Onkeln übernommen wurden. Jetzt legen wir dieser kleinen Familienzelle noch eine Bürde oben drauf. Schlafen geht nicht ohne Kind, aufs Clo geht auch keiner mehr ohne Kind. Duschen nur mit offenem Vorhang. Jetzt nehmen wir das Kind auch noch mit auf die Arbeit und gucken der Betreuerin beim Schunkeln über die Schulter.

Es ist die Wiederbelebung der verkappten unehrlichen Wertediskussion mit neuen Mitteln.

Hierzu mein Blog "Die geistige Mutterschaft - eingestanzt in den Köpfen: www.kinderbetreuungsboerse.de/wigwam-blog/wigwam/nachricht/-d3f223c63e/

Schwarzmalen ist wirklich nicht schön – liebe Wigwam-Freunde - aber Schönfärberei und leere Worthülsen braucht auch kein Mensch.

Hier wird Kasse mit Schuldgefühlen gemacht.

Jedenfalls wird das für solche Eltern gelten, die wirklich schwer arbeiten müssen und nicht 3 Monate Zeit haben, um einen Artikel fertig zu kriegen. Schuldgefühle, der Mega-Dauerbrenner "unterm Mäntelchen". Keine Mutter ist frei davon. Gesellschaftliche Norm & tief verankerte Glaubenssätze spiegeln sich in der kleinsten Zelle unserer Gesellschaft – der Familie - wider. Die festgeschriebene Norm ist erst mal die, dass sich eine ganze Kultur in weiten Teilen dazu entschieden hat, zwischen 8 und 17 Uhr kreativ zu sein. Und davon geht sie schwerlich ab, auch wenn alles um uns herum im schnellen Wandel begriffen ist. Die Glaubenssätze rund ums Kind verharren in richtig hartnäckigen Krusten, und das umso hartnäckiger, je moderner und bildungsorientierter wir uns nach außen geben.

Back to the roots ist nicht immer eine gute Idee,

und schon gar nicht, wenn es uns wieder mit Altlasten und schlechten Gefühlen zusammen bringt, die wir bei einem ehrlichen Schritt nach vorn nicht haben müssten. Wir könnten uns endlich neu aufstellen für unsere Allerkleinsten, in dem wir ihnen andere, gute Möglichkeiten von echter Bindung verschaffen, anstatt alte Geister aus der Kiste zu zerren und sie schön anzumalen.

Und den Pächtern des schlechten Gewissens möchte ich sagen: 

Es gibt ein gutes Gewissen.

Wir müssen uns auf das konzentrieren, was Eltern bewirken möchten. Sie möchten, dass es ihrem Kind gut geht. Also fragen wir infolge doch, wann es einem Kind wirklich gut gehen kann. Der erste Ansatz wäre, dass ein Kind Vertrauen haben muss. Vertrauen entsteht wenn Worte und Taten von engen Bezugspersonen zusammen passen. Dies sage ich erst einmal ganz wertfrei, denn egal ob sich eine Mutter für oder gegen einen Wiedereinstieg in den Beruf entscheidet: Dahinter steht immer ihre Entscheidung für deren gute Ausgestaltung sie verantwortlich ist. Und die vom Kind nur dann angenommen werden kann, wenn sie authentisch ist. Verbiegt sich eine Mutter „für ihr Kind“ – hat sie leider nur vordergründig etwas für ihr Kind getan, denn mitgeliefert hat sie zeitgleich die Botschaft, dass man sich verbiegen muss im Leben, um geliebt zu werden. Keine gute Idee.

Das heißt für unser Thema, dass es am hilfreichsten ist, wenn Eltern sich vor der Betreuung selbst und der Entscheidung für eine Form mit sich und nicht nur mit dem Kind beschäftigt haben. Sich zu erlauben, selbst mit oder ohne Wiedereinstieg glücklich zu sein, ist der Weg. Für die einen ein kurzer Weg - für die andere ein langer; auf jeden Fall ein persönlicher Weg. Glückliche Kinder brauchen keine Eltern, die es ihnen „nur“ recht machen – glückliche Kinder brauchen Vorbilder – ein Gegenüber, an dem sie sich ehrlich reiben können, um dann zu entdecken, wie sie selbst gestrickt sind. Das mag ganz andere Verhaltensweisen nach sich ziehen – gelernt haben sie aber, dass sie „ihren Weg“ finden dürfen, und da wollen wir hin!

Es gibt nichts Ungutes an Kinderbetreuung – nur fremd & schlecht darf sie nicht sein.

Wenn Sie sich das alle auf den Spiegel schreiben, ist viel gewonnen. 

Diesem Thema: Wie werde ich nur meinem Kind gerecht –

und nicht zufällig auch mir, bedienen sich nur allzuviele Geschäftszweige. Dabei kann sich diese Haltung so richtig schräg durch die gesamte Kindheit ziehen. Täglich sitze ich vor Eltern, die alle Ratgeber schon fünf Mal rauf und runter gelesen haben und keinen Schritt weiter gekommen sind auf ihrer verzweifelten Suche nach dem „guten für ihr Kind“. Wir sind groß, und Kinder sind klein – also geben wir Kindern verantwortungsbewusst den Rahmen vor, den wir entschieden haben und den wir ehrlich verantworten können. Dann haben Kinder die Erlaubnis erhalten, sich wohlzufühlen, ohne sich um unsere „kindlichen Bedürfnisse“, die wir gerne "mit Kind" erfüllt sehen möchten, kümmern zu müssen. Das ist der entscheidende Blickwinkel, der sich beim Thema vorauseilender Schuld in Bezug auf die böse Fremdbetreuung ändern muss.

Man muss sich in diesem Stadium klar machen; was die obige Betreuungsform für Kinder deren Eltern nichts anfangen können, aber Schuld abtragen möchten, wirklich bedeuten kann.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass eine solchen Betreuungsform, vorausgesetzt, sie wird so gelebt, wie dargestellt, ungute Situationen für Eltern und Kind erst erzeugt.Irgendwann muss die „Primär-Bezugsperson Mami“ sich mal wieder dem Laptop widmen.

Muss das sein, dass ich einem Kleinkind 100 Mal am Tag vor Augen führe, wo meine Grenzen liegen? Da verkehrt sich der Sinn von Grenzen schnell ins Gegenteil.

Kann es nicht sein, dass am Ende keiner von beiden zufrieden ist?

Ich hab nichts geschafft – und Du hast nichts gespielt.

Statt dessen haben wir uns 10 Mal verabschiedet. Mich erinnert das alles an die Wurst, die ich einem Hund stundenlang vor die Nase halte mit dem Gedanken: Reinbeißen is nicht. Es erinnert mich auch an Eltern, die glauben, ihrem Kind wohl getan zu haben, wenn es selbst abends merken soll, wann es müde wird und warten, bis es von alleine umfällt.

Ganz konsequent zu Ende gedacht

macht das Modell auf mich den Eindruck von Schuldvermeidung im Vorfeld – Schuld zu sein, dass aus unseren Kindern womöglich später einmal „nichts wird“, weil wir nicht permanent präsent und zu Gange waren.

Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens eigene Werte und Ideale, an denen er sich orientiert und die ihm das Gefühl geben, eine eigene innere Instanz geschaffen zu haben, für die er verantwortlich ist. Er hat  Dinge für richtig oder falsch erkannt, weiß, was ihm persönlich gut tut und versucht danach zu leben. Unter günstigen Umständen wurden ihm diese Werte auch vorgelebt. Unter ungünstigen Umständen – und die haben wir in der derzeit hoch ideologisch angehauchten Wertediskussion zu Hauf - verschieben sich diese Maßstäbe von Zeit zu Zeit. Es wird akribisch darauf geachtet, wie die Umwelt auf unsere Kindererziehung reagiert. Und schwimmen wir womöglich gegen den Strom, und erleben wir irgenwann den Supergau, und aus unserem Kind ist „nichts geworden“ – na dann gute Nacht. Da nützt es auch wenig, wenn wir uns für unsere Kinder die „Beine ausgerissen“ haben. Das Urteil über uns wird fallen.Also signalisieren letztlich die Kinder, die wir groß gezogen haben, den Eltern, ob sie das gut hingekriegt haben.

Mehr Verantwortung kann man schon fast nicht mehr abgeben.

Um das zu vermeiden, brauchen wir solche Betreuungsformen, die uns vorgaukeln: wir sind ja gar nicht weg gewesen.

Aber man nimmt sie uns auch gerne ab die Verantwortung und bettet uns in eine Wohlfühlvereinbarkeitsatmosphäre - frei von Schuld im vorauseilenden Gehorsam.

Über diese Betreuungsform würde ich den mittlerweile in Sachen Vereinbarkeit bekannten Buchtitel setzen: „Geht ja alles gar nicht“. Statt uns vor solch überhöhten Ansprüchen zu schützen, suchen wir geradezu die Überforderung, um wieder zu beweisen: Ich bin eine gute Mutter!

Und in dieser Betreuungsform können wir sie abtragen die Schuld, die wir gerade wiederbelebt haben. Dieser Umstand allein wäre relativ bedeutungslos, wenn er nicht mit einer schmerzhaften Konsequenz verknüpft wäre: Der Strafe. Erst diese macht aus der Schuld ein furchteinflößendes Ding. Das Schuld-Strafe-System ist die Komponente, wie aus einer Mutter, aus Eltern in den Augen der anderen „schuldige Sünder“ werden können. Es ist also nicht wirklich unser eigenes Gewissen, sondern die zu hohe Erwartung von Ansprüchen in uns oder von außen, die wir nicht erfüllen können oder wollen.

Und dieses Betreuungsmodell verführt uns dazu.

Es ist ja nur ein bisschen Betreuung.

Aber das macht was mit uns. Es befeuert das Leben mit Kind wieder in die Richtung von Entsagung, hehrer Selbstverneinung im Verzicht. Kennen wir alles schon – darum wird diese Betreuungsform in den sozialen Netzwerken derzeit auch hoch gelobt, weil Verzichten fürs Kind, das hat schon was.

Sehen wir uns doch lieber als haltgebender Begleiter auf dem Weg zum Großwerden unseres Kindes, und überlegen wir weniger im Vorfeld, was unser Kind uns einmal vorwerfen könnte. Das könnte so vieles sein: Dass wir es nicht bis zum Abitur hin geprügelt haben. Dass wir in Hartz 4 abgerutscht sind? Dass es gute und weniger gute Tage und jede Menge Griffe ins Clo in unserem Leben gab?

Ja, das gab es alles und wird es alles geben.

Eure Susanne Rowley

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
Kapitän-Lorenz-Ufer 20
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