Dienstag, 15. Oktober 2013

Autor: Susanne Rowley

Aus den Augen, aus dem Sinn

Der Klage-Tsunami bleibt aus - Beitrag von Prof. Dr. Stefan Sell.



Aus den Augen – aus dem Sinn

Eine Redewendung, liebe Wigwam-Freunde,

die auf viele Bereiche des Lebens anwendbar ist, und zuweilen auch eine gesundheitsschützende Filterfunktion einnimmt, wenn man bedenkt, dass sich der Mensch nicht ohne Unterlass mit negativ behafteten Situationen auseinander zu setzen im Stande ist.

Bei dem hier angesprochenen Thema und der Tatsache,

dass es um unsere Allerkleinsten geht, muss man sich ernsthaft die Frage stellen, welchen Sinn es wirklich hat, dass ein so wichtiges Thema dem Journalismus immer wieder aus den Augen gerät.

Es ist weder mangelnde Pressefreiheit noch hat das Thema an Aktualität verloren

wohl eher sind es die zu erwartenden Auflagenzahlen, die im Hinterzimmer tagein tagaus besprochen werden müssen; und weil sie ausgeblieben ist die Klagewelle der Eltern im Hinblick auf den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz, bleibt auch die Berichterstattung aus über die Folgen, die das hat und noch lange haben wird.

Dabei wissen Fachleute und Menschen aus der Praxis – vorbei ist nur der 1. August,

denn jede Familie kämpft um Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterhin für sich allein. Und insofern kann uns Politik die Nicht-Berichterstattung locker als Spiegel des Gelingens ihrer Maßnahmen täglich unter die Nase halten; so entstehen sie in den Köpfen aller, die scheinbar so bedauerlichen Einzelfälle, die keine sind.

Am Donnerstag, 24.10.13 erblickte das Thema auf der Bundespressekonferenz das Licht der Öffentlichkeit.

Bemerkenswert - darum bitte ich um Beachtung des folgenden Kommentars von 

Prof. Dr. Stefan Sell

www.aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2013/10/24.html

Zitat 

>>Seit dem 1. August 2013 kann man nach Sichtung der Berichterstattung den Eindruck bekommen, dass hinsichtlich der Kindertagesbetreuung in Deutschland alles in Ordnung ist. Vor dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr wurde spekuliert, ob die Kommunen unter einer Klagewelle frustrierter Eltern zusammenbrechen werden - und als dann direkt Anfang August kein Klage-Tsunami ausbrach, hat sich ein Großteil der Medien wieder anderen mehr oder weniger wichtigen Themen zugewandt. Aber diejenigen, die sich mit dem Feld beschäftigen, wissen genau, dass es zahlreiche Baustellen gibt, die aufgemacht wurden und in einem teilweise katastrophalen Zustand sind. Und viele wissen auch, dass seit Jahren und gerade im Zusammenhang mit der Ausweitung der Betreuung auf die ganz kleinen Kinder immer wieder darauf hingewiesen wird, dass wir dringend Verbesserungen der Strukturqualität benötigen. Was man beispielsweise für einen Personalschlüssel braucht, das wurde und wird immer wieder vorgetragen. Genau so verhält es sich mit anderen Voraussetzungen guter Arbeit in den Kindertageseinrichtungen - und in der Kindertagespflege, die meistens vergessen wird. Aber kaum jemand spricht über die Finanzen - und am Gelde hängt's natürlich auch hier. Und gerade in diesem Bereich, der gekennzeichnet ist durch eine erhebliche Unterfinanzierung sowie gleichzeitig auch durch eine hoch problematische Fehlfinanzierung. Und wenn wir die Bedingungen in den Einrichtungen und bei den Tagespflegepersonen im Interesse der Kinder wirklich verbessern wollen, dann brauchen wir nicht nur mehr Geld, sondern dieses Geld muss anders aufgebracht werden. Deshalb fordere ich bereits seit langem eine deutlich stärkere und regelgebundene Mitfinanzierung des Bundes und damit verbunden eine spiegelbildliche Entlastung der Kommunen und der Eltern. Dazu habe ich nunmehr als Diskussionsvorschlag die Grundzüge eines "KiTa-Fonds" entwickelt, mit dem man die angestrebte Reform der Finanzierung realisieren könnte, wenn man denn wollte. Und ich habe das verknüpft mit dem in Aussicht gestellten "Bundesqualitätstgesetz" für die Kindertagesbetreuung. Am Donnerstag, dem 24.10.2013, hatte ich die Möglichkeit, mein Modell vor der Bundespressekonferenz in Berlin vorzustellen, gemeinsam mit dem Bundesvorsitzenden der AWO, der angesichts der eigenen Erfahrungen in den 2.300 Kitas des Verbandes weiß, dass man jetzt auch mal konkreter darüber diskutieren muss, wie viel Geld wir brauchen und wer es denn aufbringen soll. Wer mehr dazu erfahren möchte, den verweise ich an dieser Stelle auf meinen Blog-Beitrag "Kindertagesbetreuung - war da nicht mal was? Ja - und da sind weiterhin viele Baustellen. Und Baustellen kosten bekanntlich Geld. Also wird es Zeit, über Geld zu reden. Und nicht nur über zu wenig Geld", den ich auf der Seite "Aktuelle Sozialpolitik" als Einstieg und Zusammenfassung veröffentlicht habe: www.aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2013/10/24.html. Wer sich für meinen Modellvorschlag einen "KiTa-Fonds" betreffend interessiert, kann sich eine Zusammenfassung hier als PDF-Datei downloaden: Stefan Sell: Die Finanzierung der Kindertagesbetreuung vom Kopf auf die Füße stellen. Das Modell eines „KiTa-Fonds“ zur Verringerung der erheblichen Unter- und Fehlfinanzierung der Kindertagesbetreuung in Deutschland, Berlin 2013:

www.awo.org/fileadmin/user_upload/documents_Awo/aktuelles_und_presse/Presse_Downloads/2013-10-24_Sell_Kita-Fonds-Modell.pdf >>

Zitat Ende

herzliche Grüße

Susanne Rowley

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Susanne Rowley
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