Mittwoch, 1. Mai 2019

Autor: Susanne Rowley

Offener Brief an Ministerin Dr. Hubig zur Finanzierung Kindertagespflege in RLP

Vorfahrt für Kitas auf Kosten der Kindertagepflege

Unsere Stellungnahme zum Sprechvermerk der Ministerin / Ablehnung der Beitragsfreiheit in der Kindertagespflege


Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Stefanie Hubig,

sehr geehrte Damen und Herren, 

An: Guido Ernst, Vorsitzender Bildungsausschuss

An: die Fraktionsvorsitzenden: Alexander Schweizer, SPD / Christian Baldauf, CDU / Cornelia Willius-Senzer, FDP / Dr. Bernhard Braun, Die Grünen


Als Gründerin der Organisation Wigwam 1994 schaue ich auf 26 Jahre Erfahrungswerte in Sachen guter Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Kindertagespflege in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz – vornehmlich in Mainz – zurück.

In diesen 26 Jahren ist es unserem Netzwerk nicht nur gelungen, 10.000en von Eltern den zufriedenen Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen, sondern es ist uns auch gelungen, Institutionen aus Medien, Forschung, Wissenschaft und Medizin von unserer Lösungskompetenz und Herangehensweise in Sachen Vereinbarkeit zu überzeugen.

Daher erlaube ich mir heute, zu Ihrem „Sprechvermerk“ und der Ablehnung der Gebührenfreiheit für die Kindertagespflege ab dem 2. Lebensjahr in RLP, resultierend aus der Ausschuss Sitzung für Bildung am 12.3.2019, und der entsprechenden Anfrage der CDU ausführlich Stellung zu beziehen.

Für die Blog Leser: hier geht es zum CDU Antrag und zum ablehnenden Sprechvermerk der Ministerin.

Vorab sei angemerkt: 

Wigwam steht für eine real existierende Gleichstellung der verschiedenen Betreuungsformen Kita und Kindertagespflege samt deren unterschiedlichen Alleinstellungsmerkmalen und damit für gelebte Wahlfreiheit von Eltern. Wir wünschen uns von Ihnen und den politisch Verantwortlichen ein Mit- und Nebeneinander der Betreuungsformen und endlich ein Ende der seit Jahren andauernden subtilen und nun auch offen vorgetragenen Bevorzugung der Institution Kita auf Kosten der Kindertagespflege.

Wir stellen aufgrund Ihres Sprechvermerkes fest, dass Ihr Bild von Kindertagespflege in keiner Weise mit der Entwicklung einer modernen Kindertagespflege und auch nicht mit elterlichen Wünschen für ihr Kind überein gehen. Wir möchten Sie daher einladen, sich vor Ort eine moderne Kindertagespflegestelle – bei uns genannt Kinderstübchen – anzusehen. Sie werden professionelle Menschen treffen, deren Betreuungsangebot eine Aufbauleistung von bis zu einem Jahr vorausging, die für Mainzer Eltern ihre Heimat Region verlassen und ihre Anstellung aufgegeben haben, und die sich hinter keiner Einrichtung verstecken müssen. Im Gegenteil.     

Meine Anmerkungen zu Ihren Aussagen im Sprechvermerk

Sie beschreiben die Kindertagespflege zunächst als eine sehr familiennahe und zeitlich flexible Betreuungsform, die besonders attraktiv für Eltern von sehr kleinen Kindern sei. Gleich im Anschluss zählen sie neben der wirklich familiennahen Betreuung im Haushalt der Tagesmutter/Tagesvater weitere Aktionsfelder der Kindertagespflege auf, die sich der Gesetzgeber von 2004 bis heute zusätzlich ausgedacht hat, um Handlungsschwächen der Institutionen entgegen zu wirken, die aber das „familiennahe Alleinstellungsmerkmal“ und damit das eigentliche Wesen der Kindertagespflege zutiefst verletzen.

Als da wären: 

Tagespflegepersonen (kurz TPPs), die in den Haushalt der Personenberechtigten gehen, TPPs, die sich von Unternehmen anstellen lassen u.v.m. Wir möchten Sie daran erinnern, dass es den guten alten Babysitter und die Kinderfrau im Angestelltenverhältnis, die beide sicher eine Daseinsberechtigung haben, schon vor dem Jahr 2004 und dem Entstehen des Tagespflegeausbaugesetzes (TAG) gab. Es handelt sich dabei jedoch um keine partnerschaftliche Kindertagespflege mit Bezug zweier Familien auf Augenhöhe zueinander, sondern um eine reine Dienstleistung. 

Gerne ergänzen wir ihre Aufzählung mit weiteren Form Verhunzungen, die die klassische Kindertagespflege seit Jahren über sich ergehen lassen muss, die sich politisch Verantwortliche haben einfallen lassen, um Bildungsanstriche zu suggerieren, wo keine sind, und/oder einen allzeit bereiten Lückenbüßer für alle möglichen und unmöglichen Betreuungsfälle zu erschaffen, die die Institution nicht zu bewältigen imstande ist. Und das ohne sich eine Sekunde Gedanken darüber zu machen, wie der vielfältig kreierte "Betreuungsmohr", sich monetär erhalten soll. So gibt es in Bremen eine „Kita to go“, die nichts weiter ist, als eine Babysitter Vermittlung. Schaut man sich an, wer da „geschickt“ werden soll, findet man Studenten, Rentner, erwerbslose Menschen, die Oma und den Opa? Also genau jene, denen mit Einführung einer Pflegeerlaubnis zuvor der Zugang zur Betreuungslandschaft faktisch erschwert werden sollte. 

Auch die Anstellung von Betreuern in Unternehmen ist nicht neu, was heutzutage gerne als die günstige Variante einer „Betriebs Kita“ durchgehen soll. In RLP haben Eltern gar die Möglichkeit eine GbR zu gründen, um sich eine „TPP“ gemeinschaftlich zu teilen. Auch das Anmieten von Räumen durch einzelne Tagesmütter und -väter bei gleichzeitigem Ausschluss der Großtagespflege hält keine Sekunde dem Realitätstest stand, wenn Sie die stundengenaue Förderung derselben gegenüberstellen, die Mietpreise in Mainz zur Kenntnis nehmen, gepaart mit der Tatsache, dass noch eigener Wohnraum gestemmt werden muss. Ganz zu schweigen von der Menge der Auflagen, und der behördlichen Dauer ihrer Erfüllung, die an das Anmieten gekoppelt sind. Real geht hier jede Tagesmutter und jeder Tagesvater an der Existenzvernichtung spazieren, noch bevor auch nur ein Kind zur Betreuung aufgenommen werden kann.

Gleiches gilt für den Einsatz der Kindertagespflege für Abholungen aus Einrichtungen und sogenannte Randzeiten, die schon beim ersten Griff in diese Schublade das finanzielle Aus für eine existenzerhaltende Vollbelegung bedeuten, denn kein Elternpaar gibt sein Kind zu einer Tagesfamilie, um es in der Gegend herum fahren zu lassen. 

Ich möchte politisch Verantwortliche daran erinnern: 

Hinter all diesen TPP Kunst Konstrukten stehen Menschen. Menschen, denen der sogenannte Bildungsauftrag zwar abverlangt, deren finanzieller Erhalt aber zeitgleich ausgeblendet wird. Diese Menschen müssen offensichtlich weder essen, noch Miete bezahlen.  

Sodann führen Sie an, beide Betreuungsformen Kita und Kindertagespflege seien faktisch nicht gleich, sondern sehr real unterschiedlich und klären uns auf, dass Erzieherinnen und Erzieher einen Beruf ausüben und werten im gleichen Atemzug die Qualifizierung der Kindertagespflege ab.

Wir stimmen Ihnen unumwunden zu, dass beide Betreuungsformen nicht vergleichbar sind, und betonen ausdrücklich: 

Genau das soll auch so sein! Denn die Aufgabenstellung beider Betreuungsformen, sowie ihr Nutzen für Eltern und Kinder sind völlig verschieden. 

Was Sie jedoch unterschlagen haben, ist die Tatsache, dass längst Erzieher, Sozialpädagogen und Kindheitspädagogen sich dem Berufsstand „Kindertagespflege“ mit Freude und Tatkraft angeschlossen und die Qualifizierung zur Tagespflegeperson zusätzlich aufgesattelt haben. Wir dürfen Sie also dahingehend aufklären, dass nicht ein Berufsstand per se gut oder schlecht ist, aufgrund der Definition, die politisch Verantwortliche dafür vorgesehen haben, sondern allein die Art und Weise wie bzw. von wem er mit Betreuungsleben erfüllt wird. Dass TPPs noch zusätzlich Kenntnisse von der Tätigkeit in Sachen Selbständigkeit erwerben müssen, zeichnet diese Familien also zusätzlich aus, hingegen Sie anklingen lassen, dass KTP (Kindertagespflege) sich eher darauf beschränkt. 

Die Fähigkeiten, die Tagesmütter und Tagesväter

darüber hinaus noch mitbringen müssen, sind der großen und gewollten Nähe zwischen Eltern und TPPs geschuldet. Hier eine echte Elternpartnerschaft zum Wohle des Kindes zu schaffen und langfristig aufrecht zu erhalten, erfordert großes Fingerspitzengefühl, menschliche Empathie und innere Reife sowie hervorragende Führungsqualitäten u.v.m., das ich hier nicht aufzuzählen vermag, weil es den Rahmen sprengen würde. 

Unser Verständnis von einer modernen Kindertagespflege und ihrer unverzichtbaren Aufgabe innerhalb einer modernen Betreuungslandschaft möchten wir Ihnen heute gerne näherbringen.  

Definiere Vereinbarkeit 

Dazu muss man zunächst betrachten, was „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ real bedeutet. Sie ist dann gelungen, wenn Ruhe und Kontinuität in familiäres und berufliches Leben gleichermaßen einkehrt. Dies ist nur zu erreichen, wenn die Situation für ALLE an Vereinbarkeit Beteiligten „vereinbar“ ist.

Beteiligt sind: Tagesfamilien, Eltern und das Kind. 

Beteiligt sind nicht Unternehmen. Sie profitieren lediglich vom guten Ergebnis. 

Sie dürfen daraus schlussfolgern: Bricht eine der Säulen weg, gibt es keine Vereinbarkeit. 

Zur TPP:

Einer Tagesmutter oder einem Tagesvater geht es dann gut, wenn sie / er wie jeder beruflich engagierte Mensch seiner Tätigkeit auf kreative und erfüllende Weise nachgehen kann. Dazu benötigt eine TPP Raum für Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie monetäre Sicherheit, um der Betreuungslandschaft und damit den Eltern, dem Kind erhalten bleiben zu können. 

Zu den Eltern:

Kinderbetreuung allein schafft noch lange keine Vereinbarkeit. 

Im Gegenteil. Schlecht gemacht, stellt sie eine Belastung dar. 

Die Kleinfamilie von heute lebt in globalisierten Zeiten. Beruflich und privat stellt sie sich flexiblen Anforderungen und kreist in einem Mikrokosmos aus Ohnmacht und Überforderung. Sie ringt um persönliche Entlastung und berufliches Muss / berufliche Erfüllung einerseits und das Beste für ihr Kind andererseits. Gleichzeitig hat sie sich den Gepflogenheiten von Unternehmen unterzuordnen und stellenweise fürchtet sie aus arbeitsmarktpolitischen Gründen um den Arbeitsplatz. Darauf antwortet Familienpolitik mit starren Strukturen in Form der Institution. Die Großfamilie von früher, die definierte Rollen besetzte, die Eltern spielend ergänzte, der man blind vertraute, weil sie den familiären und kindlichen Horizont gewinnbringend erweiterte, wird bitter vermisst und gehört der Vergangenheit an. 

In einer modernen Betreuungslandschaft kann Kindertagespflege genau diese Lücken füllen, wenn man es zulässt! 

Dass es ein gesellschaftliches Bedürfnis gibt, Generationen wieder zusammen zu führen, die die Globalisierung getrennt hat, sieht man an Mehrgenerationenhäusern oder dem Versuch, Kitas in Altenheime zu verfrachten. Und wenn Sie mich als Gründerin befragen würden, kann ich Ihnen diesen Wunsch aus jedem 2. Beratungsgespräch mit Eltern dokumentieren.    

Das Kind

Kindeswohl tragen politisch Verantwortliche wie eine Monstranz vor sich her.

In Wahrheit wissen Sie nicht, wie Sie Kindeswohl mit wirtschaftlichen Interessen zusammen bringen sollen!  

Was Bindungsforscher landauf landab zu Bindungsbedürfnissen und den einzelnen Entwicklungsschritten von sehr kleinen Kindern und deren Nichtbeachtung seit Jahren predigen, muss ich sicher nicht im Einzelnen erläutern. Ein Kind, das erst um den ersten Geburtstag herum ein Erinnerungsvermögen entwickelt, braucht kontinuierliche Geborgenheit und Nähe zu festen Bezugspersonen, damit Bildung überhaupt aufsatteln kann. Was der andauernd erhöhte Cortisol Spiegel von Kleinstkindern in Großgruppen samt Fachkräftemangel in den Einrichtungen ausrichtet, wird sich im Erwachsenenleben dieser Kinder herausstellen. Ganz zu schweigen vom unvermeidlichen Übertrag der Drucksituation in chronisch unterbesetzten Einrichtungen und der damit einhergehenden Atmosphäre, die Kindern nicht verborgen bleiben kann, gibt man dem Ausspruch *Friedrich Fröbels "Erziehung ist Beispiel & Liebe, sonst nichts" noch eine Chance.  

Es erübrigt sich demzufolge, sich um Unternehmen im Speziellen zu sorgen, denn geht es den o.g. Parteien nicht gut, wird auch ein Unternehmen keine leistungsfähigen Mitarbeiter haben und aus eigener Kraft auch nichts daran ändern.

Sie plädieren überraschend für Großtagespflege  

Besonders enttäuscht jedoch bin ich von Ihrer Erlaubnis in Sachen Großtagespflege mit bis zu 10 Kindern zeitgleich, sofern sie im Angestelltenverhältnis in Unternehmen ausgeübt wird. Nicht nur, dass Sie die bis dato stets nachvollziehbare Begründung des Verbotes aufgrund der Erhaltung der „Familiennähe“ der Kindertagespflege vollends ad absurdum führen, Sie widersprechen sich auch wiederum in Bezug auf Ihre vorher erwähnte Abwertung der angeblich minder qualifizierten TPPs, indem Sie in Unternehmen genau jenen scheinbar Minderqualifizierten mehr Kinder zeitgleich anvertrauen möchten, als Top ausgebildeten Erziehern, die sich als Großtagespflege auf dem freien Markt weiterhin nicht zusammenschließen sollen. 

Der Kita Wasser geben - der Kindertagespflege Wasser abgraben

Der Gipfel Ihrer Ausführungen ist jedoch die Begründung für die Verneinung der Gebührenfreiheit der Kindertagepflege ab dem 2. LJ eines Kindes. Dass Elternbeiträge schon immer als Steuerungselement herhalten mussten, wussten wir bereits. Jedoch hat es noch kein politisch Verantwortlicher so offen zugegeben, wie Sie das nun tun. 

Sie lehnen die Gebührenfreiheit für Kindertagespflege ab mit der Hauptbegründung der Planungssicherheit für Kitas. 

Im Umkehrschluss heißt das, dass Sie den Erhalt der Betreuungsform Kita nur auf Kosten der anderen Betreuungsform KTP sicherstellen können. Oder anders ausgedrückt, möchten Sie der KTP die PlanungsUNsicherheit zumuten. Sie schwächen damit nicht nur den Berufsstand Kindertagespflege und nehmen billigend in Kauf, dass Kleinkinder ihre Bezugspersonen verlieren, weil Eltern Geld sparen wollen oder müssen, nein, sie stellen diesen Missstand sogar willentlich her. Und Sie negieren, dass eine NUBBEK Studie der Kindertagespflege einen höheren elterlichen Zufriedenheitswert bescheinigt, als den Einrichtungen. 

Kita ist modernen Anforderungen an Vereinbarkeit nicht gewachsen 

Weiterhin geben Sie damit unumwunden zu, dass die Institution Kita nicht auf eigenen Füßen stehen kann!

Sie ist modernen und flexiblen Vereinbarkeitsanforderungen einfach nicht gewachsen. Weder in der Starrheit von Öffnungszeiten, noch in der Sicherstellung der individuell notwendigen Bedarfsplanung für die freie Wirtschaft. 

Ohne die "Krücke" Kindertagespflege ist also kein "Gehen" möglich.  

Stellt sich da nicht irgendwann die Frage

warum Sie einer defizitären Betreuungsform, die nie wird leisten können, was sie zunehmend wird können müssen, stur den Vorrang einräumen? Warum fördern Sie nicht umfassend parallel jene Betreuungsform, die all das aus dem Stand leisten kann. 

Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hätte, 

dass es weder um Kindeswohl geht, noch um den Erhalt und die Pflege von Berufsständen, haben Sie ihn mit obigen Beschlüssen erbracht! 

Warum verschwenden Sie noch Steuermittel für die KTP?

Zudem müssen Sie sich die Frage gefallen lassen, wie es um die Verschwendung von Steuermitteln steht, wenn Sie für die Qualifizierung und weiterführenden Fortbildungen von TPPs jährlich Mittel bereitstellen, um sie im Nachgang absichtlich fallen zu lassen. Müsste der Betreuungsmarkt nicht überschwemmt sein von TPPs, wenn man betrachtet, was an Schulungsanstrengungen in den Kommunen seit 2004 jährlich unternommen wurde? 

Ich frage Sie. Wo sind die alle? 

Ihre weiteren Begründungen pro Kita / contra Kindertagespflege 

Sie argumentieren: 

Dass Erzieher im Team arbeiten, sich Rückmeldungen geben, sich einfacher vertreten können u.v.m. Als Vorrang Argument sind diese ebenfalls abzulehnen, denn durch die Schaffung leistungsstarker Kindertagespflege Netzwerke, wie Wigwam 1994 eines ist, leben wir seit 2 ½ Jahrzehnten vor, dass wir es nicht nur genauso gut können. Wir können es besser. Wir sind ein Team. Wir bieten hochwertige Konzeptionen. Wir pflegen kleine kindgerechte Gruppen. Wir leben Elternpartnerschaft, die den Namen verdient. Wir tauschen uns aus und reflektieren unsere Betreuungsleistung. Wir geben Erfahrungen an NeuanwärterInnen weiter. Wir vertreten einander. Wir vermeiden Wartelisten durch eine straffe Planungsarbeit im Vorfeld. Und wir können bleibenden Bindungsbeziehungen berichten, wenn wir viele Jahre nachdem Eltern und Kinder die Wigwam Betreuung verlassen haben, wir sie immer noch zu Sommerfesten begrüßen dürfen. Ich persönlich habe noch von keinem Kind gehört, dass nach Jahren nochmal an der Kita Tür rüttelt.

Weiterhin gibt es bei uns so gut wie keine krankheitsbedingten Ausfälle, was allein der Tatsache geschuldet ist, dass es den Wigwam TPPs schlicht und ergreifend gut geht. Sie bieten ihre Betreuungsleistung nicht unter überfordernden Bedingungen an, und sie nehmen auch keine Eltern an, die der KTP keine Wertschätzung entgegen bringen.  

Dass dieses „Gut gehen“ der Schlüssel gegen einen Fachkräftemangel in sozialen Berufen darstellt, dürfte allen politisch Verantwortlichen die Situation in allen sozialen Berufen täglich vor Augen führen. 

Die Gleichung müsste längst lauten:

Glückliche Pädagogen = glückliche Eltern = glückliche Kinder.

Aus Erfahrung möchte ich allen Verantwortlichen sagen: 

Nur so wird ein Schuh draus!

Unsere Herangehensweise an Vereinbarkeit

Unser Ziel ist es, Eltern und TPPs füreinander zu begeistern, statt sie den Rechtsanspruch einklagend als Gegner gegenüber stehen zu lassen. Unsere Wigwam Eltern und uns angeschlossenen Unternehmen haben verstanden: 

Man schlägt die Hand nicht, die das Kind hüten soll. 

Nur so bleiben Eltern und Kindern wertvolle Betreuungsplätze erhalten, und Unternehmen freuen sich über entspannte und leistungsbereite Mitarbeiter Familien. 

Weiterhin genießen unsere Eltern und Mitarbeiter Familien eine ausgiebige Vereinbarkeitsberatung im Vorfeld, legen eine Auftragsmentalität ab, sind auf der Suche nach "Partnern" und profitieren von gelebten Erfahrungswerten, wie Vereinbarkeit gelingen kann. Wir geben Eltern die Möglichkeit, ihre Prioritäten zu benennen und ggf. neu zu justieren, sich auf Angebote von TPPs zu zubewegen. Das betrifft den Zeitpunkt des Wiedereinstiegs, die berufsbedingten zeitlichen Bedürfnisse, die Abläufe, die es braucht, damit ein Kleinkind in einer Gruppe auch ankommen kann, die passende Konzeption und natürlich auch den "Wert" der guten Chemie zwischen Tagesfamilie und  Eltern, denn sehr kleine Kinder spiegeln sofort, wenn sich die Parteien nicht miteinander wohlfühlen.  

„Freier Platz zu irgendeinem“ Kind 

war unter unserem Dach noch nie eine Option. Wir bieten Eltern an, sich in unserem Netzwerk umzusehen, ihre Vor-stellungen mit dem Angebot abzugleichen, zu entdecken, was es für ihr Kind und ihre beruflichen Bedürfnisse an Möglichkeiten geben kann. Tagesfamilien und Eltern wählen begleitend moderiert einander selbst aus. 

Das ist möglich, wenn man sich die Mühe macht. Wir machen uns die Mühe.

Und ganz nebenbei entsteht daraus „echte Elternpartnerschaft“, weil wertfrei zusammenkommt, wer zusammen gehören möchte.  

Wir erwarten von politisch Verantwortlichen

Gehen Sie hin zu den Menschen in der Kindertagespflege. Schauen Sie sich an, was moderne Kindertagespflege im Jahr 2019 imstande ist zu leisten. 

Erkennen Sie an, dass Kindeswohl und Bedürfnisse von Unternehmen in keinem Widerspruch stehen müssen. Machen Sie sich frei von der immer gleichen Haltung mit Druck von oben nach unten noch irgendein gutes Ergebnis erzielen zu können. Schaffen Sie stattdessen Raum, damit sich Kreativität von Betreuerinnen und Betreuern in einer bunten Betreuungslandschaft frei entfalten können. Arbeiten Sie für die Vielfalt der Betreuungsformen und nicht für Einseitigkeit. Fördern Sie Partnerschaft zwischen Eltern und Betreuern statt Gegnerschaft. Knebeln sie nicht eine Seite, um der anderen Willen. Fördern Sie gerne auch Kinderfrauen und Babysitter, aber benennen Sie diese bitte auch so. Schaffen Sie halbherzige Schein Richtlinien wie z.B. das Anmieten von Räumen in der Kindertagespflege wieder ab, wenn Sie gleichzeitig nicht bereit sind, Möglichkeiten zuzulassen, diese auch umzusetzen. 

Zu allen Themen rund um die Kindertagespflege und den langjährigen Erfahrungswerten dazu, berichten wir gerne in einem persönlichen Gespräch. 

Wir vereinbarten Familie und Beruf schon, da hat noch kein Hahn danach gekräht. Es gibt die Wigwam Kindertagespflege nicht wegen der gesetzlichen Grundlagen, die geschaffen wurden, sondern glücklicherweise trotz aller Auflagen Knüppel zwischen die Wigwam Beine immer noch.      

Wir möchten Sie einladen

ein Wigwam Kinderstübchen zu besuchen. Sie werden sehen, Kindertagespflege kann spielend die Brücke schlagen zwischen der Bindungsqualität der klassischen Kindertagespflege und dem frühkindlichen Bildungs- und Förderauftrag, den Sie wahrlich zu Unrecht immerzu vorrangig den Kitas zuschreiben.  

Über ein persönliches Gespräch in Sachen Kindertagespflege würden wir uns sehr freuen. 

Auch unsere Tagesmütter und -väter hätten Ihnen viel zu erzählen, warum sie sich für diesen tollen Berufsstand und gegen die Institution entschieden haben. 

Mit besten Grüßen zum 1. Mai Feiertag verbleibt

Susanne Rowley

www.wigwam.de 

 

 

WIGWAM 1994
Susanne Rowley
Kapitän-Lorenz-Ufer 20
55583 Bad Kreuznach

Anerkannte Bildungseinrichtung

Phone: 06708 – 660636
E-Mail: info_at_wigwam.de

Kindertagespflegeberatung
Mo-Do: 9-16 Uhr
bei Terminen auf Rückrufbasis

Wigwam Vertragspartner

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