Wigwam 1994

Susanne Rowley

Kapitän-Lorenz-Ufer 20
55583 Bad Kreuznach

 

phone: 06708-660636

E-Mail: info@wigwam.de

 

Kindertagespflegeberatung

 

Mo. - Do. 9.00 - 16.00 Uhr

(Bei Terminen auf Rückrufbasis)

 


Matilda

Bindung zum Kind ist meine Triebfeder

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Erziehung ist Beispiel & Liebe, sonst nichts (*Friedrich Fröbel)

 

Liebe Eltern, liebe Tagesmütter & -väter, liebe Wigwam-Freunde,

 

Sie sind auf unserer Seite gelandet; darüber freue ich mich sehr. Gerne nehme ich mir die Zeit, Ihnen als neue Generation meine Gründungsgedanken von einst näher zu bringen.

 

Meine Triebfeder, Wigwam zu gründen, war und ist: Die Bindung zum Kind!

 

 

 

 

Nach der Geburt meiner ältesten Tochter, grübelte ich beim Wiedereinstieg in meinen Beruf darüber nach, wie man Vereinbarkeitsprobleme, von denen ich betroffen war, besser lösen konnte, als ich das erleben musste. Es widerstrebte mir, in Zeitungen zu wühlen, bei völlig fremden Menschen anzurufen und nicht zu wissen, was mich und mein Kind dort erwartet. Bei Besuchen vor Ort empfand ich selten ein gutes Bauchgefühl, da half auch kein Abwägen von Vor- und Nachteilen. Ich fühlte mich allein gelassen mit all‘ den Fragen, die mich in Sachen Vereinbarkeit bewegten. Ich war formal entnervt von Wartelisten, und ich konnte mit Öffnungszeiten von Einrichtungen nichts anfangen. Und ich fragte mich pausenlos, wen interessiert es eigentlich, wie es meinem Kind mit offensichtlichen Auswirkungen familienpolitischer Fehlleistunen geht.

 

Nach diesen negativen Erfahrungen

 

stürzte ich mich 1993 in die Gründung von "Wigwam" mit dem Ziel, Kinderbetreuungsanbietende und Eltern wieder füreinander zu begeistern, denn als Hauptübel von Un-Vereinbarkeit und mangelhafter Kinderbetreuungsqualität erkannte ich schnell eine Flut von Systemfehlern. Nicht die Akteure in Sachen Vereinbarkeit waren schlecht, sondern die Bedingungen unter denen sie sie bieten sollten. Keine Seite, weder Eltern noch Tagesmütter sahen Anreize, sich für das Wohlergehen der anderen Seite auch nur ansatzweise zu interessieren. So ersann ich zu allererst eine intensive Vorberatung beider Seiten, die zunächst vorrangig der Analyse diente: Was fehlt beiden Seiten, um füreinander da zu sein. Was wünschen sich Eltern für ihr Kind? Wie kann man ihnen helfen, Vertrauen zu entwickeln. Was muss geschehen, damit Kinderbetreuungsqualität mit Kontinuität zum Wohle des Kindes geboten werden kann. Nach Antworten musste ich nicht lange suchen. Verantwortlich war eine Schieflage in der Erwartungshaltung beider Seiten, die im System keinen Halt fand. Eltern gingen per se davon aus, dass der Staat Kinderbetreuungsangebote zu schaffen hatte. Und weil er diese Angebote erschaffte, hinterfragten die Eltern die Nutzbarkeit nie. Obwohl Eltern täglich erleben mussten, dass die Institution Kita eine ziemlich starre Angelegenheit ist, und mit realen Arbeitszeiten selten zu vereinbaren ist, blieben die Klagen hierüber aus. Stattdessen wichen die Eltern in Auftraggeber Manier auf ungeliebte Ersatzlösungen (Tagesmütter & Kinderfrauen) aus, um verbleibende Randzeiiten zu überbrücken.  Da dieses Vorgehen den allgemeinen Stress in der Kleinfamilie vergrößerte, behandelten sie diese Kinderbetreuer entsprechend. Dass mit dieser Herangehensweise für die kinderbetreuende Zunft weder Wertschätzung noch Lebensgrundlage zum Eigenerhalt entstehen konnte, lag auf der Hand. Ich entwickelte die Vision, dass die Kita aufgrund ihrer Schwächen nicht das Ei des Kolumbus sein kann, und ich wusste, dass qualitativ hochwertige Kinderbetreuung nur entstehen kann, wenn Kinderbetreuer zu jedem Zeitpunkt Erfüllung und Freude an ihrem Tun empfänden. Mit stetiger Überzeugungsarbeit gelang es mir, Eltern davon zu überzeugen, dass sie die Hand nicht "schlagen" durften, die ihr Kind hüten sollte. Sie lernten, etwas zu bieten, um zu erhalten, was sie sich wünschten. Während dieser Bewusstseinsänderung auf Elternseite entdeckten sie sogar, dass sie nicht nur für die betreuende Zunft etwas taten, sondern sich selbst gerade ein Stück Gestaltungsfreiheit und Planungssicherheit in ihrem beruflichen Leben zurück eroberten. Die Vorteile dieser Herangehensweise zahlten sich beidseits aus. Das Vertrauen und damit die Motivation auf beiden wuchs unaufhörlich, und es wurde Zeit, meine Erkenntnisse zum Wohle aller in einen zunächst noch kleinen Verbund zu gießen. 

 

Die Wigwam-Familie, unter deren Dach sich alle vereinigten, war geboren!

 

Neue familienpolitische Herausforderungen ließen nicht lange auf sich warten 

 

Die Gesellschaft veränderte sich. Der globalisierte Arbeitsmarkt riss Familien auseinander. Es folgten geburtenschwache Jahrgänge. Elternpaare konnten von einem Einkommen nicht mehr leben. Ich erlebte ein verändertes Gefühl bei Müttern: Sie riefen an uns sagten nicht: Ich will wieder einsteigen, sonder ich muss! Schuldgefühle gegenüber dem Kind machten sich neuerlich breit. Familienpolitik entdeckte die Notwendigkeit von Vereinbarkeit, um einerseits dem demografischen Wandel entgegen zu wirken und andererseits Paare zum Gründen einer Familie zu motivieren. Der Pisa-Schock rundete das Bild der Deutschen ab: Wir sterben aus und verblöden dabei noch ;-) . Eine Flut von Gesetzen sollte es richten.

 

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr war geboren.

 

Auf den 1. Blick kam dies wie ein familienpolitischer Durchbruch daher, mutierte jedoch schon bald zur Massenbetreuung, denn es waren allein die Kommunen, die den schwarzen Finanzierungspeter dieses Kraftaktes zu stemmen hatten. Weder der Bund, noch Sozialkassen, noch die Unternehmen saßen als Hauptnutznießer von Vereinbarkeit mit im Boot. Die Folge davon war, dass die Einrichtungen ihre Kapazitäten zwar erweiterten, aber das Fachpersonal, um sowohl den hohen Kinderzahlen, als auch den versänderten Bedürfnisse der nun viel kleineren Kinder angemessen zu begegnen, war nicht vorhanden. Dass dies zu einem massiven Qualitätseinbruch für Eltern und Kinder führen musste, war keine Überraschung. Gleichzeitig bekamen Eltern die Möglichkeit, ihren gesetzlich garantierten "Anspruch" einzuklagen. Und das taten sie stellenweise auch. Zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, dass dieser Anspruch zu weniger Nachfrage bei Wigwam führen würde. Aber das Gegenteil war der Fall. Eltern, die auf Qualität Wert legten, erkannten schnell, dass ein Anspruch noch lange kein Garant für Qualität sein konnte. 

 

Pädagogen & Erzieher werfen zunehmend das Handtuch

 

Die Auswirkungen für die Zunft der Kinderbetreuer ließ nicht lange auf sich warten. Viele fühlten zum Erfüllungsgehilfen des Bildungshypes degradiert. Überforderung machte sich breit, denn die Anforderungen stiegen, um Qualität im Außenbild darzustellen. In Wahrheit führte der Bildungsanspruch samt seiner Dokumentation dazu, dass die Betreuung des Kleinkindes nicht mehr im Mittelpunkt des Tuns stan. Jene, die in einem "Garten für Kinder" einmal berufliche Erfüllung gesucht hatten, die ein Anliegen vertraten, Kindern echte Werte mit auf den Weg geben wollten, kamen an den Rand ihrer Kräfte. Die von mir bei Wigwam-Gründung analysierte Schieflage, eine Seite zu unterdrücken, um die andere Seite zufrieden zu stellen, nahm erneut ungeheuerliche Ausmaße an. Top Pädagogen spielten nicht nur mit dem Gedanken, die Kinderbetreuungslandschaft zu verlassen. Sie taten es auch. Und wann immer ich die Gelegenheit habe, fange ich diese Pädagogen auf und gebe ihnen eine "neue alte Heimat" in unserem Wigwam. Denn hier dürfen sie wieder tun, wofür sie einst ausgebildet wurden. 

 

Noch mehr Überzeugungsarbeit und Stärkung des elterlichen Bauchgefühls

 

Seit Frau von der Leyen im Jahr 2004 den Bildungshype als "Allheilmittel" angestoßen hat, vertrauten Eltern vermehrt der Institution, obwohl der sichtbare Qualitätsverlust sie eines Besseren hätte belehren müssen. In meinen Beratungen stellte ich fest, noch immer wünschen sich Eltern im Herzen ihren "Garten für Kinder" zurück, aber die Angst, ihr Kind könnte vom Bildungs- und Förderungszug abgehängt werden, ließ sie die schlechten Bedingungen hinnehmen. Und doch gelingt es mir täglich, Eltern darin zu bestärken, ihrer ureigenen Intuition wieder Vertrauen zu schenken und neue Wege unter unserem Wigwam-Dach zuzulassen. Bei unseren Tagesmütter und Tagesvätern finden Eltern das, was sie sich im Herzen wünschen. Denn unsere Kindertagespflege kann beides. Wir bringen Bildung und Bindung spielend zusammen. Die Zeit und tolle PädagogInnen, die sich zu uns gesellen, rechtfertigen dieses Vertrauen.

 

Wir bringen Bildung spielend ans Kind, weil Bindung unser Motor ist

 

Alle Anstrengung hat sich gelohnt. Unsere Wigwam-Eltern sind glücklich, denn sie haben echte Partner an ihrer Seite. Unsere Pädagogen sind glücklich, denn sie erfüllen ihre Aufgaben am Kind wieder so, wie sie sich das einst beim Berufseinstieg erträumt hatten. Schuldgefühle haben im Wigwam selten eine Überlebenschance, weil viel Schöneres an ihre Stelle tritt. Täglich erleben unsere Eltern, dass sie ihr Kind nicht "abgeben", sondern seinen kindlichen Horizont erweitern, weil es in liebevoller Atmosphäre erleben darf, dass es neben der Institution und dem Mikrokosmos zu Hause noch andere Lebensweisen zu entdecken gibt. Alle Wigwam-Eltern verstehen mit der Zeit, dass das Loslassen eines Kindes beim Abnabeln im Kreissaal schon begonnen hat. Das wiederum bedeutet aber nicht, dass sie schlechte Betreuung hinnehmen müssen. Vielmehr ist es die Aufgabe aller Eltern, dem Kind vorzuleben, dass es sich nicht verbiegen muss, um glücklich zu werden. Und das leben Eltern vor, indem sie in den Beruf wieder einsteigen, den sie so lieben. Hierbei elterliche Verantwortung wahrzunehmen, heißt aber sehr wohl, nur eine Elternpartnerschaft zu wählen, die ihrem Kind gut tut. Und gut tut kleinen Kindern das, was ihre Eltern vertrauensvoll ausgewählt haben. Dann ist der Rahmen für ein Kleinkind gesetzt, in dem es sich entspannen darf. Wenn diese Rahmenbedingungen stimmen, kann Bildung auf Bindung spielend aufsatteln. Und dann gibt es weit und breit keinen Grund für ein schlechtes Gewissen.

 

Jede neue Familie und jede Pädagogin, die sich uns anschließt, entdeckt, was wir gemeinsam auf die Beine stellen können, wenn wir uns nicht auseinander dividieren lassen. Es gleicht einer kleinen Entdeckungsreise beider Seiten, in der Topf zielsicher seinen Deckel findet. Unsere Eltern fühlen sich nicht mehr alleine gelassen und belohnen jeden Tag mit großer Neugierde und maximaler Wertschätzung, was mutige Pädagogen, die die klassische Institution zum Wohl der Kinder verlassen haben, hier auf die Beine stellten. Ganz nebenbei füllt sich Wigwam seit mehr als 2,5 Jahrzehnten mit geballter Erfahrung, die wir bündeln und bewahren, und die mit Geld nicht zu bezahlen ist. 

 

Nicht klicken, sondern sprechen

 

Einer der wichtigsten Aspekte innerhalb von Wigwam ist die persönliche Ansprache, auch wenn die digitale Welt "zum Klicken" einlädt. Weder Eltern noch Kinderbetreuer klicken sich hier durch ein anonymes Onlineportal. Für diese "altmodische Haltung" nehme ich in Kauf, dass Wigwam nie ein flächendeckendes Franchise-Modell werden konnte, obwohl ich nur zu gerne ganz Deutschland mit 1000en kleinen Wigwam's überzogen hätte. Meine Entscheidung für Klasse statt Masse habe ich nie bereut. Die Rundumbegleitung von Eltern und Tagesmüttern kostet unglaublich viel Kraft und Einsatz; doch vom ersten Tag an bis heute ist Wigwam für mich eine Herzensangelegenheit geblieben. Ich glaubte immer daran, dass eine gut gemeinte Sache gelingen muss, weil Menschen, die davon profitieren, das spüren.

 

Veränderungen werden von Menschen gelebt und können nicht vom Staat verordnet werden. 

 

Kommen Sie zu uns, wenn Sie als Tagesmutter & Tagesvater Ihren Ideen eine erfüllende Form geben möchten, und als Eltern nicht mehr alleine kämpfen wollen im Dschungel aller Möglichkeiten.

 

Es grüßt herzlich

 

Susanne Rowley mit Töchtern

 


 

 

 

 

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